Rahdener wollen Rahdenerin Marie Diot auf der Bühne erleben Ansturm auf die Abendkasse

Rahden (WB). Noch vor sechs Jahren war Julia Geusch Abiturientin und lebte in Rahden. Heute ist die 25-Jährige mit dem Künstlernamen Marie Diot eine gefragte und mehrfach ausgezeichnete Musikerin und Texterin. Am Samstag trat sie in ihrer ehemaligen Heimatstadt auf.

Von Anja Schubert
Zu zweit doppelt gut, zu dritt unwiderstehlich: Marie Diot, ihr Freund und Musiker Fabian Großberg und ein Stofftiger hatten im Rahdener Bahnhof ihren großen Auftritt.
Zu zweit doppelt gut, zu dritt unwiderstehlich: Marie Diot, ihr Freund und Musiker Fabian Großberg und ein Stofftiger hatten im Rahdener Bahnhof ihren großen Auftritt. Foto: Anja Schubert

So ungewöhnlich wie die aus Tiger und Truthahn bestehende Bühnendeko war auch das Konzert der jungen Ex-Rahdenerin, die es vor sechs Jahren nach dem Abitur zum Musikstudium nach Hannover zog. Schon damals hatte sie eine Vorstellung, was sie nicht sein und wie sie nicht werden möchte. Am Samstag kehrte sie als junge Künstlerpersönlichkeit »Marie Diot« in die Heimat zurück, um sich als eigenwillige Singer/Songwriterin mit eigenem unverwechselbarem Stil und gefühlvollen Songs, die zum Nachdenken anregen, zu präsentieren.

Ein außergewöhnlicher Abend mit außergewöhnlichen Liedern und komischen Wortbeiträgen, mit dem Marie Diot unterstrich, dass sie auch als Musikkabarettistin ihre Qualitäten besitzt.

Mit verqueren komischen Ansagen und Liedern, die charmant und direkt mit Wortwitz und Ironie Geschichten von Dingen erzählen, die so im Leben passieren, wie Liebe, kaputte Beziehungen, Exfreunde, Gewehre und eine Fischvergiftung, fand sich wohl jeder bei genauerem Zuhören in Diots heiter unsortierter Gefühlswelt wieder. »Jetzt sind wir doppelt so gut, denn wir sind zu zweit«, so ihre augenzwinkernde Logik, denn seit 2017 wird sie von dem Multiinstrumentalisten Fabian Berg begleitet. Zwei Musiker, die die kleinen Situationen des Alltags in Text und Musik gefühlvoll transferieren.

Mit ein wenig Beklemmung hatte »KUL-TÜR«-Vorsitzende Monika Büntemeyer den sehr schleppenden Kartenvorverkauf beobachtet. Umso überwältigender der Andrang an der Abendkasse, denn der Bahnhofsaal war ausverkauft. Freunde und Bekannte, ehemalige und derzeitige Wegbegleiter und Anhänger der neuen Singer-Songwriter-Generation wollten sich dieses Konzert nicht entgehen lassen. »Heimat ist ein Ort und zu Hause ein Gefühl«, lautete ein Song von Marie Diot. Obwohl zum ersten Mal im Bahnhofsaal, schien sich die Künstlerin zu Hause zu fühlen. Soundcheck, Zuhörerbegrüßung – dass erledigte die 25-Jährige alles so nebenbei, bevor sie mit dem Song »Grantig« einen ersten Eindruck gab, was das Publikum zu erwarten hatte.

Ihre heiteren kabarettistischen Beiträge ließen erkennen, dass sie zudem die Gelegenheit nutzte, all jenen zu danken, die es ihr von klein an ermöglicht haben, diesen Weg zu gehen. Musik zu machen, die in keine Schublade passt – das ist das, was sich Julia Geusch als Lebensziel vorgenommen hatte und das sie als Marie Diot mehr und mehr verwirklicht.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.