Ausschuss empfiehlt Rat, Baum zu fällen Auch die alte Robinie muss wohl weichen

Rahden (WB). Die Umgestaltung des Kirchplatzes hat der Rat der Stadt Rahden schon in seiner Sitzung am 21. Dezember beschlossen. Danach werden die alten Linden und Kastanien gefällt und durch neue Linden ersetzt. Gleichzeitig votierte man auch für den Abschluss eines Nutzungsvertrages mit der evangelischen Kirchengemeinde, die Eigentümerin der Flächen ist. »Das Presbyterium hat inzwischen zugestimmt und wie die Stadt den Vertrag unterschieben«, teilte Bauamtsleiter Dieter Drunagel am Donnerstagabend im Bauausschuss mit. (Das bedeutet, dass Teile des Platzes weiterhin für Veranstaltungen genutzt werden können. Anm. d. Red.)

Von Elke Bösch
Der Stein des Anstosses: Folgt der Rat der Empfehlung des Bauausschusses, wird die Robinie auch gefällt.
Der Stein des Anstosses: Folgt der Rat der Empfehlung des Bauausschusses, wird die Robinie auch gefällt. Foto: Elke Bösch

Doch Knackpunkt war in der Dezembersitzung die alte Robinie. Die sollte nach den Plänen des Landschaftsarchitekten Marcel Adam vier neuen Robinien weichen. Dagegen wandten sich 28 Rahdener Bürger und forderten den Erhalt des fast 200 Jahre alten Baumes. Doch der Baumgutachter gibt dem Baum als Torso nur noch eine kurze Lebenserwartung. So sei der Stammfuß bereits hohl und morsch. Die wenigen Äste könnten den Torsorest nicht erhalten. Er werde nach und nach von Insekten und Pilzen aufgezerrt, urteilte der Experte. Auch befürchtet er negative Auswirkungen wie Schäden im Wurzelraum für die vier jungen Robinien, wenn der alte Baum stehen bleibt.

Kritik von den Grünen

Winrich Dodenhöft (Bündnis90/Die Grünen meinte verärgert: »Man will den Baum weg haben. Immer mehr alte Bäume – wie die Linde vor dem ehemaligen LIDL – verschwinden.« Auch Thomas Möller (FDP) machte aus seiner Meinung keinen Hehl: So ein Torso müsse nicht erhalten werden. Die Kettensäge könne kommen. Auch Marion Spreen sprach sich für die Fällung aus – zum Wohle der neuen Robinien. Warum es gerade Robinien sein müssten?, wollte Anette Streich (CDU) wissen. Das seien doch wegen des Früchteabwurfs Dreckschleudern.« »Dann pflanzen wir demnächst Bäume ohne Laub«, mokierte sich Dodenhöft. Doch das ließ Streich nicht so stehen. »Es geht um die Früchte, nicht um die Blätter.«,

Lange Rede kurzer Sinn. Auch die Robinie wird die Umgestaltung des Kirchplatzes nicht überleben, sondern gefällt. Es sei denn der Rat entscheidet am Donnerstag, 22. Februar, anders. Das ist aber äußerst unwahrscheinlich, da im Ausschuss nur Dodenhöft sowie Carsten Zimmermann (FWG) dagegen stimmten und sich Ulla Thielemann (CDU) enthielt.

Gnadenfrist bis zur Sitzung

Allerdings steht fest, dass die Robinie zumindest noch bis zum Ratsentscheid eine Galgenfrist hat, wenn am Montag die Kettensägen anrücken. Für zwei Tage werden auf dem Kirchplatz dann die anderen Bäume gefällt. Dafür wird die Zufahrt von der Gerichtsstraße zum Parkplatz an der Stadtsparkasse für Montag und Dienstag gesperrt werden. Die Benutzung des Parkplatzes ist über die Zufahrt vom Parkplatz Wehme weiterhin möglich. Das Gemeindehaus ist über den Parkplatz der Stadtsparkasse erreichbar.

Die Stadtverwaltung Rahden bittet für die Verkehrsbehinderung um Verständnis.

Kommentare

Bäume in Rahden

Sehr geehrte Leserinnen, sehr geehrte Leser,
als Rahdener mit Wohnsitz in Hamburg und sit Jahren aus beruflichen Gründen täglich mit Bäumen arbeitend, beobachte ich die Situation der Rahdener Bäume sehr aufmerksam.
Bei den jüngst gfällten Bäumen an der Kirche handelt es sich m.E. bei den Fällgründen um Altlasten. Schäden, die vor Jahren aus Unwissenheit verursacht wurden und damals mit baumpflegerischen Maßnahmen hätten verhindert werden können. Solche Schäden können an gezielter Pflanzenverwendung und Standortvorbereitung vermiedne werden.
Ein weiteres Beispiel. Die Jungbäum in der Bahnhofstraße benötigen dringend einen Erziehungs- und Aufbauschnitt. Schon jetzt sind Wuchssituationen zu erkennen, die zu späteren aufwändigen und Kostenintensiven Maßnahmen führen und die jetzt mit ein paar gezielten Schnitten vermieden werden können.
Beste Grüße,
Dominik Laurenz

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