Tierpark Ströhen: 20 Jahre alter sibirischer Tiger musste eingeschläfert werden Fans vermissen ihren Tiger

Ströhen (WB). Einer der wohl bekanntesten und auch beeindruckendsten Bewohner des Tierpark Ströhen hat seine Bühne verlassen. Der 1998 geborene sibirische Tigerkater Akbar war eine der ersten Handaufzuchten von Almuth Ismer. Jetzt musste er eingeschläfert werden.

Er ist einer der ältesten sibirischen Tiger gewesen. Jetzt war er zu schwach, um weiterleben zu können und musste eingeschläfert werden, bedauert das Team vom Tierpark Ströhen.
Er ist einer der ältesten sibirischen Tiger gewesen. Jetzt war er zu schwach, um weiterleben zu können und musste eingeschläfert werden, bedauert das Team vom Tierpark Ströhen.

Die Tigerin Saskia hatte Akbar damals nach der Geburt nicht ausreichend versorgt und so entschloss sich Familie Ismer, das Tigerkind mit der Flasche großzuziehen. Jetzt musste Akbar im Alter von 20 Jahren eingeschläfert werden.

Tiger lebte anfangs in der Familie Ismer

Der Tiger lebte anfangs »mit Familienanschluss« im Wohnhaus der Familie Ismer, wo er vielen Gästen ein überraschendes Haustiererlebnis bescherte. Unzählige Geschichten, die bis heute oft unglaublich erscheinen, machten Akbar zu einer lebenden Legende im Tierpark Ströhen. »Unvergessen bleibt der Moment als der Sohn der jordanischen Prinzessin Aliah im Garten der Familie Ismer mit Akbar spielte und der damals schon recht groß gewachsene Tiger sich auf den jungen Prinzen setzte. Der mitgereiste Bodyguard fürchtete um das Leben des jungen Prinzen und konnte nur durch das ruhige und besonnen verhalten der Anwesenden, davon abgehalten werden, den Tiger zu erschießen, so dass beide, der junge Prinz sowie der Tiger Akbar unversehrt aus der Geschichte hervorgingen«, erinnert Tierparkleiter Dr. Nils Ismer mit einem Schmunzeln.

Als Akbar größer wurde, zog er in ein Gehege um und bekam 2003 Gesellschaft von der einjährigen Tigerkatze Amudaja aus dem Tierpark Berlin. »Das Paar harmonierte außerordentlich gut und im Laufe der vergangenen Jahre sind mehr als 20 Nachkommen von Akbar und Amudaja im Tierpark Ströhen geboren. Außergewöhnlich auch, dass der erfahrene Tigervater durchaus mit seiner ›Familie‹ zusammenleben konnte. In der Regel werden Kater und Katze nur zur Paarungszeit gemeinsam gehalten«, erklärt Ismer.

Almuth Ismer hat Akbar fast täglich besucht

In den 20 Jahren, die Akbar das Leben im Tierpark beeinflusst hat, hat der beeindruckende, friedliebende Kater sehr viele Fans für sich gewinnen können. Bis heute kommen langjährige Tierparkgäste, um Akbar einen Besuch abzustatten. Beim Anblick des außergewöhnlich schönen und großen sibirischen Tigers erinnert sich der ein oder andere Besucher gerne an seine persönliche Geschichte, die ihn mit Akbar verbindet.

Das Band zur Familie Ismer war bis zuletzt ungebrochen. Auch wenn keiner mehr das Gehege des 350 Kilogramm schweren Tigers betreten konnte. Dennoch hat Almuth Ismer dem stattlichen Kater fast täglich einen Besuch abgestattet. »Akbar hat das sehr begrüßt, ist doch meist nicht nur eine Streicheleinheit, sondern auch eine kleine Leckerei für ihn dabei gewesen«, berichtet Ismer.

Tierpark sucht neuen Kater

So mancher Besucher hat sich gewundert, wenn der Tiger plötzlich scheinbar grundlos begann am Gehegezaun auf und ab zu laufen. Schon von weitem hat Akbar seine »Ziehmutter« wahrgenommen und mit herzlichem Gegrummel auf Tigerart begrüßt.

Mit 20 Jahren war Akbar einer der ältesten sibirischen Tiger, die im internationalen Tigerzuchtbuch erfasst sind. Vor allem durch die Verringerung der Großwildbestände und durch Wilderei ist diese Art in ihrem natürlichen Lebensraum bedroht und als stark gefährdet eingestuft. »Wir hoffen, dass wir einen Kater für Amudaja finden«, sagt Nils Ismer.

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