Bürgermeister zeigbt sich überrascht Reaktionen auf den Kolbus-Verkauf

Rahden (WB). Kolbus hat das Herzstück der Produktion, die »Keimzelle des Unternehmens, die Buchbindemaschinenproduktion an die schweizerische Müller-Martini Gruppe verkauft. Arbeitsplätze in Rahden sollen erhalten bleiben und das neue Unternehmen wolle auch mit dem Kolbus-Maschinenbau und der Gießerei vor Ort zusammenarbeiten, hieß es in der Absichtsbekundung des Unternehmens.

Von Michael Nichau
Die Buchbindemaschinen-Sparte der Firma Kolbus ist an eine schweizerische Firma verkauft worden.
Die Buchbindemaschinen-Sparte der Firma Kolbus ist an eine schweizerische Firma verkauft worden. Foto: Michael Nichau

Bürgermeister

»Gar nichts« hätte die Stadtverwaltung Rahden im Vorfeld von den Entscheidungen im Unternehmen gewusst, sagte Bürgermeister Bert Honsel am Sonntag auf Anfrage dieser Zeitung. »Das sind unternehmerische Entscheidungen, die müssen uns nicht mitgeteilt werden.« Die Frage nach möglichen Gewerbesteuereinbußen für die Stadt wollte Honsel nicht beantworten. »Das fällt unter die Schweigepflicht«, sagte er. »Ich freue mich aber darüber, dass angekündigt wurde, dass die Arbeitsplätze in Rahden erhalten bleiben sollen. »Über diese Erklärung bin ich zumindest froh«, meinte Honsel.

Landtagsabgeordnete

Bianca Winkelmann, Landtagsabgeordnete der CDU, betrachtete den Verkauf der Buchbinde-Sparte als »Böse Überraschung«, denn damit sei die Sorge um die Arbeitsplätze verbunden. »Es ist das A und O, dass diese mittel- und langfristig in Rahden erhalten bleiben. Diese Entscheidung mag der Geschäftsführung nicht leicht gefallen seine und sollte gut überlegt sein«, meinte Winkelmann. »In einer globalisierten Welt müssen solche Verkaufs-Entscheidungen vielleicht aber auch getroffen werden, um möglichst viele Jobs zu erhalten.«

Gewerkschaft

»Nichts Gutes« befürchtet die Gewerkschaft IG-Metall. Sekretär Lutz Schäffer aus Minden erklärte, dass der Verkauf der Sparte »wohl von langer Hand geplant« worden sei. Positiv zu werten sei lediglich die Erklärung der Absicht, mit den verbliebenen Kolbus-Sparten vor Ort zusammenarbeiten zu wollen. Bei Müller-Martini handele es sich wohl um einen strategischen Investor, der mit der Firma arbeiten und sie nicht bald wieder gewinnbringend verkaufen wolle. Wie die Entwicklung vor Ort tatsächlich verlaufe, bleibe abzuwarten.

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