Mastställe dürfen nicht gebaut werden – Kommentar zum Beschluss Jetzt sind die Akten endlich zu

Rahden (WB). Bei der Bürgerinitiative »Hier kein Stall« herrscht Freude. Die beiden Mastställe für jeweils 40.000 Hähnchen sind Geschichte und das ist gut so. Man mag nämlich von Massentierhaltung denken, was man will.

Von Elke Bösch
Die Bürgerinitiative hat gegen den Bau der Ställe mobil gemacht und protestiert.
Die Bürgerinitiative hat gegen den Bau der Ställe mobil gemacht und protestiert. Foto: Michael Nichau

Aber auch Befürworter müssten doch einsehen, dass neben einer Grundschule dafür einfach kein Platz ist. Es gibt doch andere Flächen, wo sie gebaut werden können. Aber was besonders wichtig ist an dem Beschluss des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Münster: Es gibt keine weiteren Instanzen mehr. Der Weg vor das Bundesverwaltungsgericht ist also nicht mehr möglich, Die Entscheidung des OVGs zieht einen Schlussstrich nicht nur unter ein Gerichtsverfahren, sondern unter ein Ereignis, das ein Dorf gespalten hat.

Rat behielt einen kühlen Kopf

Befürworter und Gegner standen sich teils unerbittlich gegenüber, Freundschaften zerbrachen und selbst Familien stritten. Die gute Dorfgemeinschaft bekam in ziemlich stürmischer See Schlagseite. Das hat sich gelegt, das Thema verschwand fast aus den Schlagzeilen, während die Juristen ihre Akten wälzten. Denkt man zurück an die Zeit, als der Rat darüber beriet, ob er dem Kreis – er ist Baugenehmigungsbehörde – das gemeindliche Einvernehmen erteilen sollte, kann man nur noch mit den Kopf schütteln. Denn damals gab es Drohungen, der Anwalt des Investors warnte die Ratsmitglieder, sprach von persönlicher Haftung für die finanziellen Einbußen seines Mandanten. Der Rat behielt einen kühlen Kopf und erteilte das Einvernehmen nicht.

Gut, dass sich alles wieder mehr oder weniger beruhigt hat. Ein paar Risse bleiben. Trotzdem, diese fast schon unendliche Geschichte ist vorbei. Hoffentlich droht jetzt nicht eine zweite. Wo? Na, in Sachen »Streit um die Werkstraße«. Da fangen die Gerichte gerade erst an.

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