Dr. Feld blickt auf eine sehr schöne Zeit als Arzt in Rahden zurück – Dank an Patienten »Ein bisschen traurig bin ich schon«

Rahden (WB). Am 1. Januar 1985 hat Dr. Wilhelm Feld seine Praxis an der Marktstraße in Rahden eröffnet. Damit trat er die Nachfolge von Dr. Helmut Waltke an, der Jahrzehnte in der Auestadt praktizierte. Doch jetzt geht diese Ära zuende. Am 31. März schließt Dr. Feld. »Ich wollte sowieso nicht mehr lange arbeiten, immerhin habe ich das Rentenalter schon erreicht. Aber ein bisschen länger wäre schön gewesen«, räumt der Arzt ein.

Von Elke Bösch
Dr. Wilhelm (Willi) Feld hat gern als Arzt gearbeitet. So ganz leicht fällt ihm der Abschied vom Berufsleben nicht. Aber er freut sich jetzt auf mehr Zeit mit seiner Familie
Dr. Wilhelm (Willi) Feld hat gern als Arzt gearbeitet. So ganz leicht fällt ihm der Abschied vom Berufsleben nicht. Aber er freut sich jetzt auf mehr Zeit mit seiner Familie Foto: Elke Bösch

Doch als er dann die Kündigung für die Räume erhielt, entschloss er sich, in den Ruhestand zu gehen. Aber seine Patienten wollte er gut versorgt wissen. Deshalb sprach Wilhelm Feld mit seinen Kollegen vor Ort. »Sie sind bereit, sich um meine Patienten zu kümmern.« Das gelte für die Ärzte im Gesundheitszentrum genau wie im weiteren Stadtgebiet. Selbst habe ich trotz zehnjähriger Suche keinen Nachfolger gefunden. »Für eine Einzelpraxis ist das enorm schwierig. Es gab Interessenten, doch denen war das Risiko zu groß. Wenn man krank wird, oder als Ärztin schwanger, muss man schlimmstenfalls schließen. Auch die Investitionen in medizinische Geräte sind teuer«, betont Dr. Feld. Er glaubt auch nicht, dass junge Mediziner nicht gerne aufs Land kommen, weil sie die Stadt bevorzugen: »Die Hausärzte verdienen zu wenig. Das müssten Krankenkassen, Kassenärztliche Vereinigung und Politik ändern, dann finden sich Ärzte«, ist Dr. Feld überzeugt, der auch das Angebot hatte, in das Gesundheitszentrum zu übersiedeln. »Das wäre für mich aber nur eine Option gewesen, wenn meine Tochter bereits die Facharztausbildung abgeschossen hätte.«

Ihn selbst habe es aus Bonn nach Rahden verschlagen. Während der Facharztausbildung, die eigentlich in Bonn geplant war, hat Dr. Feld die Stelle mit einem Kollegen getauscht und kam so in das Rahdener Krankenhaus. Als Dr. Waltke ihm das Angebot der Praxisübernahme machte, sagte er zu.

Jetzt – nach einem langen Berufsleben – freut sich der Mediziner auf mehr Freizeit, auf mehr Zeit mit Ehefrau, Kindern und seinen vier Enkeln. Auch seinen Hobbys möchte er sich stärker widmen.

Ganz besonders am Herzen liegt ihm der Dank an seine Patienten: »Manche kenne ich mit ihren ganzen Familien seit mehr als 30 Jahren. Das ist traurig, dass das jetzt zuende ist. Auch die Hausbesuche, die Betreuung in den Altenheimen werden mir fehlen.« Aber Feld denkt positiv: »Die Arbeit hat mir viel Freude bereitet, ich war gern als Hausarzt tätig, es gab viele schöne Momente und wenn mich jemand um Rat bittet, werde ich ihn auch in Zukunft sicher nicht abweisen.«

Seine Patienten können schon jetzt ihre Krankenunterlagen bei ihm abholen.

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