Rat stimmt für Verbund Tonnenheide/Wehe mit Preußisch Ströhen Die Schule bleibt im Dorf

Rahden(WB). Schon im Schulausschuss bestand kaum noch Zweifel: Die Politik ist für den Verbund zwischen den Grundschulen Tonnenheide/Wehe und Preußisch Ströhen zum 1. August 2017. Und dafür stimmte jetzt auch der Rat der Stadt Rahden.

Von Elke Bösch
Beliebt: An der kleinen Grundschule Varl melden auch Eltern aus Rahden und Kleinendorf ihre Kinder an.
Beliebt: An der kleinen Grundschule Varl melden auch Eltern aus Rahden und Kleinendorf ihre Kinder an. Foto: Andreas Kokemoor

Schulverbund

Noch einmal führten die Fraktionen ihre Argumente für diese Entscheidung an. Man war sich parteiübergreifend einig, dass nur so der Standort Preußisch Ströhen gesichert werden kann. Die Konsequenz: Preußisch Ströhen verliert seine Selbstständigkeit, wird Teilstandort von Tonnenheide/Wehe. Die Kinder können aber weiterhin ihre Schule im Dorf besuchen.

Bianca Winkelmann (CDU) bedauerte den Verlust der Selbstständigkeit. Doch auch die Ortsvorsteherin aus Preußisch Ströhen sah angesichts der sinkenden Schülerzahlen keinen anderen Weg, um zumindest die Schule im Dorf zu behalten. Sie setzt darauf, dass in Preußisch Ströhen die Versorgung mit Lehrern ausreichend erfolgt. Für sie wäre es die beste Lösung, wenn Bettina Wehebrink (jetzt Leiterin der Grundschule im Nordpunktdorf und kommissarisch mit dieser Aufgabe in Tonnenheide/Wehe beauftragt) Schulleiterin für beide Einrichtungen werde und es in Preußisch Ströhen eine Konrektorenstelle gebe. »Mit Bettina Wehebrink haben wir eine Leiterin, die die beiden Schulen zusammenführen kann«, zeigte sich die CDU-Fraktionsvorsitzende überzeugt.

Ihr SPD-Kollege Friedrich Schepsmeier drückte es – wie in der Samstag-Ausgabe berichtet – drastischer aus: »Wenn wir gegen den Verbund sind, stellen wir für die Grundschule Preußisch Ströhen die Lizenz zum Sterben aus.« Auch Vorschläge, die Schulbezirksgrenzen zu verändern, um so mehr Kinder zum Unterricht im Nordpunktdorf zu verpflichten, hielt Schepsmeier für nicht machbar. Bürgermeister Bert Honsel konnte das nur bestätigen. Auch für ihn ist der Verbund die einzig vernünftige Lösung.

Eingangsklassen

Ein weiteres Thema im Rat war die Bildung der ersten Klassen im kommenden Jahr. Dann soll es an der Grundschule Rahden für 46 Schüler zwei Eingangsklassen geben, in Varl zwei mit 34 Kindern, in Preußisch Ströhen eine für 16 Erstklässler und an der Einrichtung Tonnenheide/Wehe eine für 28 Schüler.

Das rief Horst-Wilhelm Bruhn auf den Plan. Der SPD-Ratsherr wunderte sich: »Im Schulentwicklungsplan haben wir etwas anderes festgelegt. Danach sollten in Rahden drei und in Varl nur eine Klasse gebildet werden. Das jetzt Geplante führt doch zu Platzmangel in Varl, weil denen der Raum für Inklusion fehlt, und in Rahden stehen Klassen leer.« Bruhn kritisierte: »Wenn in Varl Kinder aus Rahden und Kleinendorf angemeldet werden, muss die Stadt sie dort hinbringen?« »Nein, die werden von Eltern oder Großeltern gefahren«, stellte Honsel richtig. Bruhn zeigte sich ebenfalls nicht erfreut, dass die Grundschule Varl massiv auf die Eltern einwirke und um sie werbe. Als Nachweis für die Behauptung führte er an: »Dort gab es eine große Veranstaltung mit 500 Eltern.« Das wollte Wilhelm Kopmann so nicht stehen lassen: »Jetzt muss ich einmal eine Lanze für Varl brechen«, meinte der Sielhorster. Die Schule hat ein Fest gefeiert und keine Werbeveranstaltung organisiert.«

Winrich Dodenhöft (Grüne) benannte »die gute OGS« als Grund für das Wahlverhalten der Eltern. und bekam Unterstützung von Varls Ortsvorsteher Werner Bredenkötter: »Die Entscheidung für unsere Schule kommt nicht von ungefähr. Die Ganztagsbetreuung ist hervorragend. Wir brauchen kein Fest als Werbung.« Und Günter Meyer (SPD) warnte: »Schüler, die wir in Varl abweisen, gehen nicht unbedingt nach Rahden zurück, sondern die Eltern suchen andere Schulen.«

Während Birgit Korte und Marion Spreen (beide SPD) wie Bruhn fanden, dass man sich am Schulentwicklungsplan halten sollte, stellten Winkelmann, Schepsmeier und Honsel klar, dass die Bildung von zwei Klassen in Varl eine einmalige Entscheidung sei. Der Bürgermeister kündigte allerdings auch an, dass im nächsten Jahr thematisiert werden soll, warum Eltern aus Rahden und Kleinendorf ihre Kinder in Varl anmelden und nicht nach Rahden schicken. (Denn auch bei der Anmeldung für das laufende Schuljahr verhielt es sich ähnlich/Anm.d.Red.). Der Rat stimmte mehrheitlich bei drei Gegenstimmen zu.

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