285 Fahrzeuge beim 28. »Käfer Co.«-Treffen in Preußisch Ströhen Nicht nur Hippies lieben diese Autos

Preußisch Ströhen(WB). Er läuft und läuft und läuft, immer noch oder immer wieder, der alte Volkswagen und seine unsterbliche Legende.

Von Gertrud Premke
Marco Wendt aus Hunteburg präsentiert seinen VW Bulli T2B, Baujahr 1973. Bevor er ihn erwarb, war dieser seltene Bulli mit zwei Schiebetüren als Rettungsfahrzug auf einem Segelflugplatz, als Erste-Hilfe Auto bei der Feuerwehr und beim Bundesgrenzschutz eingesetzt. Beim Kauf hatte der Oldie 64 000 Kilometer auf dem Tacho, zwischenzeitlich sind es 124 000.
Marco Wendt aus Hunteburg präsentiert seinen VW Bulli T2B, Baujahr 1973. Bevor er ihn erwarb, war dieser seltene Bulli mit zwei Schiebetüren als Rettungsfahrzug auf einem Segelflugplatz, als Erste-Hilfe Auto bei der Feuerwehr und beim Bundesgrenzschutz eingesetzt. Beim Kauf hatte der Oldie 64 000 Kilometer auf dem Tacho, zwischenzeitlich sind es 124 000. Foto: Gertrud Premke

In und um Preußisch Ströhen wimmelte es am Wochenende nur so von bunten Käfern, allerdings nicht aus dem Tierreich. Am vergangenen Wochenende waren es 285 fein herausgeputzte Exemplare des legendären Kult-Autos VW Käfer, die von ihren stolzen Besitzern auf dem Gelände der Reit-und Sportanlage zusammenkamen.

Varianten aller Art

Bereits aus weiter Entfernung war der unverkennbare Klang des luftgekühlten Boxermotors zu hören, noch bevor das Fahrzeug in der Registrierung angemeldet wurde. Käfer aller Variationen, Typen und Farben, Cabrios, Karmann Ghias, Kübelwagen und ein sogar ein spezieller VW-Schwimmwagen standen für die zahlreichen Besucher und Käfer-Freunde zum Bestaunen bereit. Natürlich allesamt fein und fachmännisch restauriert.

Zum 28. »Käfer & Co«-Treffen hatte der Käferclub Lübbecker Land eingeladen. »Der Club hat 28 Mitglieder und fast doppelt so viele Fahrzeuge«, sagte Organisator Manuel Hoffmann. Er ist Besitzer eines zum »Baja Bug« umgebauten Käfers. Dieser wäre für Wüsten-Rallyes geeignet, wird aber von Hoffmann bei Stock-Car und Feldrallyes eingesetzt. »Für das Treffen brauchen wir gar nicht mehr viel Werbung machen, es ist ein Selbstläufer«.

Liebe Liebe zum Fahrzeug

Die Vielzahl der Teilnehmer aus allen Himmelsrichtungen bezeugt, dass die große Käfer-Show sich steigender Beliebtheit erfreut, auch wegen des vielseitigen Programms. Am Freitag war bereits eine »Non Stop«-Party angesagt, verbunden mit Fachsimpeln unter den »Schraubern«. Denn die meisten Besitzer arbeiten und basteln selbst an ihren »alten Schätzchen«. Viele investieren mehr als reellen Marktwert ihres Fahrzeugs, da sie reiner Idealismus, der sie vorantreibt. »Es ist wie ein Liebesbündnis, Liebe und Leidenschaft. Die Hege und Pflege, die Bewunderung und letztendlich die Freude am Fahrzeug«, sagte eine Oldtimer-Enthusiastin. In der Tat ist das Interesse an historischen Autos und deren Marktwert in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Allein 27 000 VW fahren inzwischen mit einem H-Kennzeichen.

Ausfahrt zum Dümmer

Die weiteste Anfahrt hatte ein Teilnehmer aus Dänemark, ansonsten verrieten die Auto-Kennzeichen die Wohnorte ihrer Besitzer: die Besucher aus Ostwestfalen und Nordrhein-Westfalen dominierten das Feld. Aber auch aus dem Osnabrücker und dem Wittlager Land waren Käferfreunde angereist. Für die aktiven Käfer-Freunde, die ihren Oldie nochmals richtig testen wollten, stand eine Ausfahrt zum Dümmer See auf dem Programm, exotisch angekündigt mit dem Titel »Cruise zum Beach Bar-dü-Mar«. Nach der Rückkehr wurde zur Stärkung für Akteure und Besucher ein Spanferkel auf den Grill geschoben.

Mit Spannung sahen die Oldtimer-Besitzer die Verleihung verschiedener Pokale entgegen. »Es werden ein Sonderpokal für die schönste oder außergewöhnlichste Innenausstattung des Fahrzeugs vergeben sowie jeweils ein Pokal für den schönsten Käfer und VW-Bus«, sagte Manuel Hoffmann. »Eine Jury wird herumgehen und die einzelnen Exemplare genau unter die Lupe nehmen.«

Party und Teilemarkt

Stimmungsvolle Live-Musik von der Band Stonepins, Cocktails an der Bar und »Party Non Stop« an einem warmen Sommerabend ließen manchen Bastler die mühsamen Arbeitsstunden an ihrem »Freund auf vier Rädern« vergessen. Viele Oldtimer-Fans nutzten die Gelegenheit, sich an den zahlreichen Ständen des Teilemarktes mit dem Langgesuchten einzudecken. Für die Kinder gab es an allen Tagen eine Hüpfburg und für Speisen und Getränkte war ebenfalls gesorgt. Ab Sonntagmittag machten sich die Teilnehmer wieder auf den Weg zu ihren heimatlichen Garagen.

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