Stadt Rahden will erneute Zählung abwarten – Gespräche mit Unternehmen geplant Eltern kritisieren: »Schulbusse zu voll«

Rahden (WB). Es ist ein »uraltes Thema«, sagen fast alle Beteiligten, doch es bleibt aktuell: Die Schulbusse nach Rahden sind zu voll, beklagen sich derzeit viele Eltern und Elternvertreter. Der Anstoß zu der Diskussion erfolgte in den sozialen Netzwerken. Dort wird bemängelt, dass die Busse sogar »übervoll« seien.

Von Michael Nichau
So locker wie auf diesem Bild geht das Einsteigen bei manchen Schulbuslinien in Rahden offensichtlich nicht vonstatten. Stadtverwaltung, Eltern und Busunternehmer wollen sich jetzt zu einem Gespräch treffen und nach Lösungen suchen.
So locker wie auf diesem Bild geht das Einsteigen bei manchen Schulbuslinien in Rahden offensichtlich nicht vonstatten. Stadtverwaltung, Eltern und Busunternehmer wollen sich jetzt zu einem Gespräch treffen und nach Lösungen suchen. Foto: dpa

Was ist wirklich dran an den überfüllten Bussen? »Das ist schon lange ein Thema«, sagt Ivonne Drunagel, Schulpflegschaftsvorsitzende der Sekundarschule Rahden.

»Die Bushaltestellen sind vor allem nach der sechsten und achten Stunde übervoll. Und auch die Busse selbst sind mit Kindern und Ranzen gut gefüllt«, gibt sie ihren Kenntnisstand weiter.

Probleme mit unfreundlichen Busfahrern

Außerdem habe es Probleme damit gegeben, dass manche Busfahrer nicht gerade freundlich mit den zum Teil sehr jungen Kindern umgegangen seien. »Das haben wir in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung aber schon geklärt«, sagte sie.

In Online-Netzwerken haben sich Eltern mit diversen Kommentaren Luft gemacht. Die Rede ist davon, dass es für das allgemeine Transportwesen strenge Vorschriften gebe. »Doch was ist mit unseren Kindern in den Schulbussen?«

Besser rechnen

Mit der Anmeldung an den Schulen werde doch deutlich, wie viele Kinder künftig mit dem Bus fahren würden. Das müsse deshalb berechenbarer sein, heißt es. »Das Problem ist, dass Busse überfüllt fahren«, entrüstet sich eine Mutter. Ein weiterer Nutzer behauptet, dass die Busbetreiber die Stehplätze mit einrechnen würden. »Die kleinen Kinder können die Haltegriffe nicht erreichen«, sagt er und findet: »Diese Plätze dürften tatsächlich niemals mit einberechnet werden.«

Eine andere Nutzerin spricht die Verantwortung der Busfahrer an, die die Kinder im Fahrzeug stehen lässt: »Ich möchte nicht in ihrer Haut stecken, wenn ein Unfall passiert.«

Mehrere Unternehmen beauftragt

Mit dem Schülertransport nach Rahden sind mehrere Unternehmen beauftragt. Eines von ihnen äußerte sich zu den Vorwürfen: »Es werden Linienbusse eingesetzt. Bei ihnen dürfen die Stehplätze mitberechnet werden und sie sind auch dafür zugelassen. Das bedeutet: Es gibt auch Haltegriffe und Stangen, die für kleine Personen erreichbar sind«.

Auch Udo Knost, Vorsitzender der Schulpflegschaft am Rahdener Gymnasium, sind die Probleme bei der Schülerbeförderung bekannt. Immer wieder würden ihn Rückmeldungen der Eltern erreichen. »Wir versuchen, die Probleme in Gesprächen mit Schulleitung und Stadtverwaltung zu bereinigen«, meinte Knost.

Sicherheitsaspekte

Den Sicherheitsaspekt spricht auch eine Mutter aus Essern, an: »Die Sicherheit in den Schulbussen sollte gewährleistet sein. Der Schulbus, der unsere Kinder abholt, ist morgens schon voll. Und da sollen dann noch 30 Kinder reinpassen? Wir möchten diese Fragen gern in Gesprächen mit den Verantwortlichen klären.«

Ein Gespräch mit betroffenen Eltern, Busunternehmen, Schulleitern und der Stadtverwaltung wird es am 26. April geben, sichert Schulamtsleiter Werner Thielemann zu: »Derzeit ist wohl vor allem eine Linie aus Niedersachsen, die von der WEB (Weser-Ems-Bus) betrieben wird, in der Diskussion. Dort hat das Unternehmen ein zusätzliches viertes Fahrzeug, das für drei Monate eingesetzt worden ist, wieder zurückgezogen.«

Viele Schüler würden den letzten Bus nehmen

»Es wird in den kommenden Wochen erneute Zählungen in den Bussen geben. Danach wollen wir uns zusammensetzen«, sagte Thielemann. Ein weiteres Problem sei, dass eigentlich jeweils zwei bis drei Busse zur oder von der Schule fahren würden, dass aber viele Schüler – gerade morgens – den letzten Bus nehmen wollten.

»Und der wird dann eben übervoll«, schilderte Thielemann. Auch dies wurde von einem der beteiligten Busunternehmen bestätigt. »Durch drei Abfahrtszeiten wird die Zahl der mitfahrenden Schüler für uns nicht mehr kalkulierbar«, hieß es von dort.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.