Teilnehmer verbinden Treffen am Nordpunkt in Preußisch Ströhen mit Gedenkgottesdienst Biker wollen vorsichtig fahren

Preußisch Ströhen (WB). Etwa 4000 Kilometer hat Gerhard Obering mit seiner Suzuki GSR schon gefahren – und das, obwohl er seine Maschine noch nicht einmal ein Jahr lang hat. Eine vergleichsweise kurze Anreise hatte der Preußisch Ströher zum Bikertreffen am nahegelegenen Nordpunkt.

Von Anna-Lena Wehbrink
Sind noch neu in der Bikerszene: Paulina Frölich (links) und Marcel Buchal.
Sind noch neu in der Bikerszene: Paulina Frölich (links) und Marcel Buchal. Foto: Anna-Lena Wehbrink

Als einer von etwa 500 Motorradfahrern genossen Obering und sein Sohn Niklas die freundschaftliche Atmosphäre. »Es ist nicht nur das Gefühl der Freiheit beim Motorradfahren. Die Gemeinschaft unter Bikern ist in der Regel sehr harmonisch. Die meisten duzt man auch gleich«, erklärt der Preußisch Ströher seine verhältnismäßig spät geweckte Liebe zum Motorradfahren. Seinen Führerschein hat Obering erst vor einem Jahr gemacht.

Ebenfalls neu in der Bikerszene sind Paulina Frölich aus Hüllhorst und Marcel Buchal aus Lübbecke. Die 16-Jährigen achten sehr auf Sicherheit: »Es ist total wichtig, besonnen zu fahren«, meint Marcel. Paulina ergänzt: »Meistens bin ich auch nicht allein unterwegs, sondern zu zweit.«

Wie schnell das PS-trächtige Hobby zum Verhängnis werden kann, betonten Pfarrerin Sigrid Kuhlmann aus Wehdem sowie der Preußisch Ströher Seelsorger Roland Mettenbrink im Bikergottesdienst. »73 Motorradfahrer verunglückten vom 1. Juli 2014 bis zum 30. Juni 2015 in Nordrhein Westfalen tödlich. Im Jahreszeitraum davor waren es ›nur‹ 62 Tote. Die Zahlen steigen folglich an«, sagte Mettenbrink betrübt.

Besonders bewegend: Im Gedenken an die Verstorbenen legten die Biker ihre Helme zu einem Kreuz zusammen. »Es steht zwar für den Tod, aber auch für Hoffnung auf die Auferstehung«, verkündete Pfarrerin Kuhlmann.

Ein wenig Glück gehört beim Motorradfahren dazu. Bikerin Dagmar Nolte freut sich, bisher immer gesund von A nach B mit ihrer BMW K 1200 RS gekommen zu sein: »Vorausschauend fahren und nicht auf die eigene Vorfahrt zu beharren sind wichtige Grundlektionen.« Den weitesten Ausflug mit der schweren Maschine hat die Varlheiderin nach England unternommen. Gemeinsam mit ihrem Mann fuhr sie 3000 Kilometer in acht Tagen. Von der Tour schwärmt sie immer noch: »Mit dem Motorrad auf den Autozug in Calais – das war ein Erlebnis.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.