Verursacher einer wilden Deponie in Pflegeeinrichtung untergebracht – Behörden wollen aufräumen  Messie wohnte im »Müllwald« 

Rahden/Kleinendorf (WB). Ein Spaziergänger hat in der Auerenaturierung in Kleinendorf eine wilde Mülldeponie entdeckt. Verursacht haben soll sie ein so genannter Messie, der dort gehausthaben soll.

Von Elke Bösch
Dieser Anblick bietet sich Spaziergängern in der Auerenaturierung in Kleinendorf in einem Waldstück, das an der Verlängerung der Straße Im Dieke liegt. Das Foto zeigt eine der Behausungen des Einsiedlers. Die Behörden wollen den Müll entfernen.
Dieser Anblick bietet sich Spaziergängern in der Auerenaturierung in Kleinendorf in einem Waldstück, das an der Verlängerung der Straße Im Dieke liegt. Das Foto zeigt eine der Behausungen des Einsiedlers. Die Behörden wollen den Müll entfernen.

 Immer wieder laden Umweltsünder ihren Abfall in der Landschaft ab. Und die Tendenz ist steigend. Viele Menschen ärgern sich, wenn sie alte Sofas, Fernseher, Reifen, ausrangierte Küchen und mehr an Wegesrändern oder anderen Orten – besonders beliebt bei den illegalen Abfallentsorgern ist die Auerenaturierung – in der freien Natur finden.

 Doch jetzt hat sich ein Leser der RAHDENER ZEITUNG (Name ist der Red. bekannt) gemeldet. Sein »Fund« ist kaum noch zu übertreffen. Denn in Kleinendorf haben er und seine Ehefrau beim Spaziergang eine wilde Mülldeponie im Wald entdeckt. Besonders erbost ist der Bürger auch, weil er diesen illegalen Abfallort bereits im Januar dem Ordnungsamt Rahden gemeldet hatte. »Meine Frau hat sich per E-Mail an die Stadt gewandt und auch Fotos mitgeschickt. Da ist deutlich zu erkennen, wie es dort aussieht. Zwischen alten Koffern, dreckigen Decken und Matratzen, Plastiktüten, Fahrrädern, Motorroller, Töpfen, Pfannen, einer Heizung und vielen mehr liegen dort wild verstreut unzählige Flaschen und sogar Essensreste. Es sieht furchtbar aus«, sagte der Leser kopfschüttelnd. »Das geht doch nicht. Besonders das Essen hat schon Tiere angelockt.«

 Spaziergänger, die ihre Hunde ausführen, sehe man dort allerdings fast gar nicht mehr. Kein Wunder, dieser Abfall schrecke ab. »Ich verstehe nicht, warum das Ordnungsamt noch nicht dafür gesorgt hat, dass dieser Müll verschwindet oder zumindest beim Förster nachgefragt hat, wie der Sachstand ist.« Seine Frau habe auf die E-Mail an die Stadt nämlich die Antwort erhalten, dass das Forstamt zuständig sei und sich der Sache auch bereits angenommen habe. »Das war im Januar, und nichts ist entfernt worden. Es wird immer mehr.«

 »Wir sind am Ball, haben bereits mehrere Hinweise bekommen«, sagte am Freitag Ordnungs- und Sozialamtsleiter Uwe Trentelmann auf Anfrage der RAHDENER ZEITUNG. In diesem Bereich – im so genannten Märchenwald – sei die Situation eine spezielle und schwierige. Denn der Verursacher sei dem Ordnungsamt bekannt. »Dort hat unter freiem Himmel im Wald ein Messie gewohnt. Dieser Mann, der unter Betreuung steht, sammelt immer wieder alles, was er finden und gebrauchen kann«, sagte Trentelmann. Den Müll packeder Messie auf sein Fahrrad und radele schwer beladen zu seiner »Wohnung« im Wald.

 Seit etwa 14 Tagen kümmere sich jetzt aber ein neuer Betreuer um ihn. »Der Mann ist vorerst in einer Pflegeeinrichtung untergebracht und das soll dauerhaft erfolgen«, sagte Uwe Trentelmann. »Jetzt können Forstamt und Stadt handeln. Vorher hätte das nicht viel bewirkt, weil der Messie immer wieder Abfall dort hingebracht hätte.« Der Verursacher sei darüber hinaus nicht nur im Rahdener Stadtgebiet unterwegs gewesen und habe dort ohne festen Wohnsitz gelebt, sondern auch in Stemwede. So schnell wie möglich wollen die Behörde nun diese ungewöhnliche »Wohnung« räumen und den Müllberg entfernen.

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