Neuer Name: »Bonitas im Mühlenkreis« – Konzentration auf Intensivpatienten  Mehr Beatmungsplätze 

Rahden (WB). Jetzt kann Bonitas auch die dritte Etage im ehemaligen Bettenhaus in Rahden beziehen. Das bestätigte am Freitag Geschäftsführer Lars Uhlen auf Anfrage der RAHDENER ZEITUNG.

Von Elke Bösch
Lars Uhlen (von links), Bürgermeister Bernd Hachmann, Bauamtsleiter Dieter Drunagel und der stellvertretende Bürgermeister Wilhelm Kopmann haben bei der Eröffnung auch eines der Zimmer für Beatmungspatienten besichtigt.
Lars Uhlen (von links), Bürgermeister Bernd Hachmann, Bauamtsleiter Dieter Drunagel und der stellvertretende Bürgermeister Wilhelm Kopmann haben bei der Eröffnung auch eines der Zimmer für Beatmungspatienten besichtigt.

 »Die Bauabnahme ist in der vergangenen Woche erfolgt. Es geht weiter.« Und das sind nicht die einzigen Neuigkeiten, über die Uhlen am Freitag informieren konnte: »Die Nachfrage nach Beatmungs- und Intensivplätzen ist groß. Deshalb haben wir uns entschlossen, uns stärker darauf zu konzentrieren. Wir haben unseren ambulanten Pflegedienst ›Vios‹ in Rahden vom Markt genommen und forcieren hier auch nicht mehr die Schaffung von betreuten Wohngruppen.«

 Außerdem hat die Einrichtung in Rahden einen neuen Namen erhalten. »Sie heißt jetzt ›Bonitas im Mühlenkreis‹«, berichtet Lars Uhlen. Damit solle die Eigenständigkeit und die Unabhängigkeit dieses Standorts von Herford dokumentiert werden.

 Inzwischen leben in den bereits im Oktober 2014 fertiggestellten vierten und fünften Stockwerk elf Beatmungspatienten. Bonitas wolle auch andere Intensivpatienten aufnehmen, kündigt Uhlen an. »Ein Intensivpatient muss nicht unbedingt auch beatmet werden. Das kann zum Beispiel ein junger Mensch sein, der querschnittsgelähmt ist und betreut werden muss«, beschreibt Uhlen potenzielle Bewohner.

 Und seine Prognose für eine Auslastung von »Bonitas im Mühlenkreis« ist gut: »Das Interesse ist groß. Schaffen können wir insgesamt 31 Plätze.« Uhlen sieht kein Problem, Menschen für dieses Angebot zu finden. »Sie kommen auf uns zu«, ist er überzeugt.

 Einen Zeitraum, diese Pläne zu verwirklichen, nennt Uhlen nicht. »Ich lasse mich nicht treiben.« Das hat seinen Grund. Denn Uhlen möchte nichts übers Knie brechen: »Mein Prinzip hat nie gelautet, ›ich will, dass die Einrichtung schnell vollständig bezogen wird‹.« Das müsse wachsen.

 Für ihn ist besonders wichtig, dass die personellen Strukturen passen. »Mein Bestreben zielt darauf, zuerst unser Personal für die Einrichtung zu qualifizieren, in der es tätig sein wird. Nur dann können sie dort bestmögliche Arbeit leisten. Erst danach nehmen wir wieder neue Patienten auf.« Deshalb habe man leider sogar einigen Interessenten vorerst absagen müssen, sagt der geschäftsführende Gesellschafter der Bonitas Holding.

 Bonitas hat in Rahden inzwischen 59 Mitarbeiter, die sich auf 41,8 Stellen verteilen. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen mehr als 3100 Mitarbeiter. Der Stammsitz ist in Herford.

 Erfreut reagierte auch Bürgermeister Bernd Hachmann auf die Nachrichten: »Diese Entwicklung zeigt, dass die Entscheidung der Stadt richtig war, die drei Etagen an Bonitas zu vermieten. Das Unternehmen ist eine Bereicherung für Rahden und den ganzen Mühlenkreis.« Gleichzeitig bestätigt sich, dass wir keine Konkurrenz für andere Anbieter nach Rahden geholt haben«. (In Rat- und Ausschusssitzungen hatten Grüne und Teile der SPD immer wieder Kritik geübt. Sie befürchteten, dass Bonitas die angekündigte Zahl der Beatmungspatienten nicht erreichen werde, sondern durch mobilen Pflegedienst und betreute Wohngruppen für Senioren Konkurrenz zu den in Rahden bereits ansässigen Anbietern entstehe./Anm.d.Red.) CDU-Fraktionschefin Bianca Winkelmann hört solche Nachrichten natürlich gern. »Für Rahden sind die Synergieeffekte sehr wichtig. Die Patienten kommen auch aus anderen Gegenden. Sie und ihre Besucher können zum Beispiel in den Geschäften in der Innenstadt einkaufen.«

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