»The New Foggy Few« und Pete Morton begeistern wieder ihr Publikum  Irische Songs berühren das Herz 

Rahden (WB). Als Pete Morton beim Irish Heartbeat die Bühne betritt, verblüfft der Sänger das mit einem Lied, das man von einem Engländer nicht erwarten würde: »Dat du min Leevsten büst, dat du woll weeßt...«, singt er die ersten Strophen des bekannten plattdeutschen Klassikers. Als er das Publikum auffordert, mitzumachen, stimmen seine Zuhörer begeistert ein.

Von Anna-Lena Wehbrink
Ihr Herz schlägt irisch: Die Musiker, die den St. Patrick's Day im Bahnhof Rahden veranstaltet haben: Sänger Pete Morton (links) sowie The New Foggy Few (ab von links): Thomas Koch, Svenja Pützschler, Nadja Radicke, Jos van Assema und Arndt Hoppe.
Ihr Herz schlägt irisch: Die Musiker, die den St. Patrick's Day im Bahnhof Rahden veranstaltet haben: Sänger Pete Morton (links) sowie The New Foggy Few (ab von links): Thomas Koch, Svenja Pützschler, Nadja Radicke, Jos van Assema und Arndt Hoppe.

 Der Sänger, der schon mehrmals bei den Feierlichkeiten zum irischen St. Patricks Day im Bahnhof Rahden dabei war, fiel nicht nur mit dieser besonderen Einlage auf: Es waren die vielen schnellen Lieder mit einprägsamer Melodie, die seine Auftritte besonders machen. Außerdem erzählt Morton zu seinen Songs gern kleine Anekdoten, beispielsweise seine Beobachtungen, wie lange sich Menschen in Cafés aufhalten.

 »Pete habe ich in Vlotho kennengelernt, als ich dort gearbeitet habe. Irgendwie kam es dazu, dass wir ›Foggys‹ und er einen gemeinsamen Gig hatten. So entstand eine Freundschaft«, erzählte Arndt Hoppe, Gründer der »New Foggy Few«. Wie gern Morton in Rahden auftritt, machte er im Gespräch mit der RAHDENER ZEITUNG deutlich: »Ich liebe es, hier zu spielen. Die Menschen haben Spaß an meiner Musik und es passieren während der Auftritte immer lustige Dinge.«

 Freude an der Musik – genau dieser Grund hat vor vielen Jahren auch die »Foggys« zusammen gebracht. Obwohl die fünf Musiker jede Woche für ihre Konzerte üben und viel Erfahrung auf der Bühne haben, war der Auftritt am St. Patricks Day für sie etwas Besonderes: Die Band präsentierte zum ersten Mal eine Eigenkompensation, den »Foggy Song«. In diesem Werk stellen sich die fünf Bandmitglieder ihren Zuhörern vor: »We are the New Foggy Few«, lautet der Refrain des fröhlichen Liedes, das beim Publikum gut ankam.

 Aber auch legendäre irische Stücke wie zum Beispiel »Dirty old town«, »Whiskey in the Jar«, »Drunken Sailor« oder »Wild rover« wurden gespielt und vom Publikum begeistert mitgefeiert. Und auch der Stimmungsmacher »Tim Finnegan's Wake« durfte nicht fehlen. Bei diesem Lied artet eine irische Totenwache in eine wüste Sauferei und Schlägerei aus, durch die sogar der tote Tim Finnegan wieder zum Leben erweckt wird. Eine Flasche Whiskey, die sich im Gemenge über die Leiche ergießt, soll dieses Wunder bewirkt haben.

 Dass die Irish Folk-Band nicht nur im Altkreis Lübbecke mit jedem Konzert bekannter und beliebter wird, zeigt der Auftritt auf internationalem Boden – und zwar dort, wo die Musikkritiker irischer Volkslieder vermutlich am schärfsten urteilen: In Irland selbst. »Unsere Band hat bereits an einem einwöchigen Festival in Rostrevor (Nordirland) teilgenommen. Als deutsche Musikerin ist man in dieser Situation schon erst einmal eingeschüchtert, weil die Iren so viel von Musik verstehen«, erzählte Bandmitglied Svenja Pützschler. Gefühlt jeder Einheimische beherrsche in Irland ein Instrument, sagte sie. »Unsere Musik ist dort aber gut angekommen. Es war eine tolle Erfahrung. Im kommenden Juli fahren wir wieder dorthin«, freut sich die Sängerin auf die nächste Irland-Reise.

 Auch die Bekanntschaft mit Iren zu schließen gefällt Pützschler: »Das ist ein sehr offener, freundlicher Menschenschlag.« Dem konnte Bandkollege Arndt Hoppe nur zustimmen: »Im Studium bin ich für einige Wochen in Irland gewesen. Es scheint, als sei die Musik ein selbstverständlicherer Bestandteil des Lebens als bei uns. Davon wollte ich etwas mitnehmen.«

 Schöne Reiseerfahrungen auf der »Grünen Insel« hat auch Horst Döpke gemacht, der am St. Patricks Day im Bahnhof im Publikum saß: »40 Jahre ist es her, dass ich dort war. Die Landschaft ist einfach klasse, allerdings waren wir auch viel in Dublin.« Neben ihm lauschte Ulrike Sobotta den irischen Klängen. Sie würde in Zukunft gern einmal die Insel besuchen: »Ich war bisher zwar noch nie dort, mochte aber stets die Musik. Die geht wirklich ans Herz.«

 Wer die Gruppe »The New Foggy Few« künftig häufiger erleben möchte, hat dazu jeden ersten Donnerstag im Monat von 20 Uhr an in der Marktschänke Rahden Gelegenheit. St. Patrick's Day Der St. Patrick's Day wird am 17. März gefeiert. Dann gedenken die Menschen dem Bischof Patrick, der als Schutzpatron der »Grünen Insel« gilt. In Irland wird mit Paraden, Tanz und speziellem Essen gefeiert. Die Fastenzeit gilt an diesem Feiertag ausnahmsweise nicht.

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