Wilfried Bremermann schreibt den Krimi »Die Babylon-Falle«  In Rahden brennt das Rathaus 

Rahden/Hille (WB). Seltsame Dinge geschehen im ostwestfälischen Rahden: Zuerst wird eine Leiche vom Friedhof gestohlen, dann brennt in derselben Nacht das Rathaus nieder. Kurze Zeit später wird der Pfarrer tot in seinem Garten gefunden. Szenen aus dem neuen Krimi von Wilfried Bremermann.

Von Michael Nichau
An seinem Laptop schreibt Wilfried Bremermann Zuhause morgens vor der Arbeit eine Stunde lang an seinen Thrillern. Der Krimi Die Babylon-Falle spielt in Rahden und in Frankfurt.
An seinem Laptop schreibt Wilfried Bremermann Zuhause morgens vor der Arbeit eine Stunde lang an seinen Thrillern. Der Krimi Die Babylon-Falle spielt in Rahden und in Frankfurt.

 »Die Babylon-Falle heißt der mittlerweile vierte Thriller des Hillers Bremermann, der in Rahden aufgewachsen ist und über den Spielmannszug des Schützenvereins immer noch eng mit der Stadt verbunden ist. Bremermann (51) ist heute in der internen Revision der Sparkasse Minden-Lübbecke tätig. Seine Ausbildung absolvierte er bei der Stadtsparkasse Rahden.

 So ist es kein Wunder, dass sein neuer Krimi in Rahden und in Frankfurt spielt. »Na, ja Rahden kenne ich sehr gut. Frankfurt musste ich schon aus der Distanz beschreiben«, sagt der Hobby-Autor. Er habe sich auf Krimis, speziell Thriller, spezialisiert. »Das ist genau mein Genre«, sagt Bremermann im Gespräch mit der RAHDENER ZEITUNG. Erstmals aber lässt er die Handlung zu einem großen Teil im Kreis Minden-Lübbecke spielen.

 Da nimmt etwa die Kriminalbeamtin Kara Coskun aus Minden die Ermittlungen auf. Schon auf den ersten Seiten des Buches erreichen die »Grabräuber« über die Bundesstraße 239 Rahden. Bremermann beschreibt genau, wie sie in die Stadt hineinfahren.

 Auch als der Pfarrer durch Rahden zum Friedhof geht, wird deutlich, wie realitätsnah Bremermanns Beschreibungen sind. Der Pastor benutzt tatsächlich die Abkürzung zwischen Altstadtstuben und der Kirche.

 »Ich wurde vielfach von Lesern und Bekannten gebeten, einen Krimi mal in Rahden spielen zu lassen. Der Ort hat aber auf die geschilderten Handlungen keinerlei Einfluss. Er bildet lediglich den Hintergrund«, erläutert Bremermann.

 Das Buch sei weder Liebes- noch Hasserklärung an die Stadt, in der er aufgewachsen sei. Er habe nur seine Eindrücke benutzt, um Stimmungen hervorzurufen. »Für Frankfurt habe ich mich auf Internet-Recherchen beschränken müssen«, sagt er.

 So sei das Buch auch kein typischer Regionalkrimi, »kein Heimatroman, in dem der Ort sonderlich wichtig ist«, meint der Autor. »Die Stadt ist nur Handlungsgebiet, wie in den Münster-Tatorten.«

 Dennoch: Bremermanns Beschreibungen lassen schmunzeln. Man kann die Wege durch die Stadt nachvollziehen und vielfach lenkt der Autor den Blick auf Details, die nur Rahdener kennen, wie etwa die Buchsbaumhecke am Friedhof.

Robert Ludlum sein Vorbild

 Ende der 90-er Jahre begann Bremermann mit dem Schreiben seiner Bücher. »Mein literarisches Vorbild ist Robert Ludlum, dessen Bücher ich wegen seiner rasanten Schreibweise und der überraschenden Entwicklungen bewundere«, erläutert Wilfried Bremermann.

 Er selbst sei ja »nur« Freizeit-Autor, müsse dazu aber Disziplin pflegen: »Ich schreibe morgens vor der Arbeit, stehe eine Stunde früher auf. Danach beginnt mein normaler Tagesablauf«, berichtet Bremermann. Viele andere Autoren würden nachts arbeiten. Das sei »nicht sein Ding«, meint der Hiller.

 Herausgekommen ist ein Thriller mit einer komplexen Handlung: Grabräuber sind in Rahden unterwegs. Gleichzeitig wird im Frankfurter Stadtwald die Leiche einer jungen Frau gefunden. Irgendwie kommen beide Fälle zusammen. Der Leichendiebstahl in Rahden und der Rathausbrand dienen lediglich der Verwirrung, um der Polizei ihre Ermittlungen nicht zu einfach zu machen.

 Das aber und die Ortsbeschreibungen werden die Rahdener interessanter finden, kommt doch die Stadt dabei nicht immer gut weg, wie den Leseproben zu entnehmen ist. Nur ein Zitat: »Der Wagen erreichte einen Kreisverkehr. Geradeaus lag die wie ausgestorben wirkende Stadtmitte mit ihrer jämmerlichen nächtlichen Beleuchtung – allein die Zeit in Frankfurt verbraucht wahrscheinlich mehr Energie als das gesamte nächtliche Rahden. Der Fahrer lenkte den Wagen durch den Kreisel und entdeckte erst jetzt, dass es kurz vor der Tankstelle eine weitere Ausfahrt gab. Fluchend trat er auf die Bremse: Schulstraße. Laut Navigator lag hier das Ziel.«

 »Ich lasse auch im Verlauf der Handlung einige Rahdener sterben«, sagt Bremermann. Auch das sei keineswegs böswillig: »Ich mag Rahden.«

 Das Buch »Die Babylon-Falle« ist im tredition-Verlag Hamburg, ISBN 978-3-7323-0549-0, erschienen. Es ist als Taschenbuch, in gebundener Form oder als E-Book erhältlich. www.tredition.de

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