Discounter kann Erweiterung nur nach Änderung des Bebauungsplanes realisieren  Lidl will 300 Quadratmeter mehr 

Rahden (WB). Lidl und Aldi möchten in Rahden größer werden. Während Aldi von 850 auf 1000 Quadratmeter erweitern will, plant der Lidl mit 1200 bis 1300 Quadratmetern.

Von Elke Bösch
Der Discounter Lidl möchte sich vergrößern. Eine Erweiterung auf 1300 Quadratmeter ist aber nur durch eine Änderung des Bebauungsplanes für den Bereich Eisenbahnstraße möglich.
Der Discounter Lidl möchte sich vergrößern. Eine Erweiterung auf 1300 Quadratmeter ist aber nur durch eine Änderung des Bebauungsplanes für den Bereich Eisenbahnstraße möglich.

 »Doch das ist nach den jetzigen Festsetzungen im Bebauungsplan an der Eisenbahnstraße nicht möglich«, informierte Amtsleiter Dieter Drunagel am Montagabend den Bau-, Planungs- und Umweltausschuss. Am Standort der beiden Discounter an der Eisenbahnstraße seien die Verkaufsflächen einschließlich Backshop auf 1000 Quadratmeter begrenzt. Für eine Befreiung davon sah Drunagel keine Möglichkeit, da die Grundzüge der Planungen berührt würden. Dann müsse der Bebauungsplan für diesen Bereich geändert werden. Doch dazu müsse zuerst untersucht werden, ob sich das mit der Innenstadt vertrage. Das habe die Stadt auch dem Lidl mitgeteilt. »Ein Anwalt des Discounters hat jetzt angefragt, ob es dafür eine Chance gibt«, sagte Drunagel.

 Die Politik schlug vor, den Bebauungsplan aus Zeitgründen ohne das Gutachten zu ändern. Hermann Schmidt (CDU) sprach sich für eine schnelle Lösung aus: »Die Erweiterung des Lidl steigert die Attraktivität Rahdens als Einkaufsstadt. Die Zeit drängt. Sonst fahren die Rahdener in den Lidl nach Espelkamp.« Reinhard Warner gab zu bedenken, dass – wenn der Lidl auf 1300 Quadratmeter erweitere – auch der Aldi seinen Antrag auf diese Größe ändern werde. Friedrich Schepsmeier (SPD) nahm die Argumente von Schmidt auf und verwies ebenfalls auf die höhere Attraktivität für die Stadt. »Schließlich fließt immer noch Kaufkraft aus Rahden ab.«

 Für die Freie Wählergemeinschaft (FWG) hatte Fraktionschefin Gundel Schmidt-Tschech schon im Vorfeld der Sitzung vorgeschlagen, den Bebauungsplan dem Bauausschuss vorzulegen, da der jetzt geltende vor acht Jahren beschlossen worden sei. »Die Meinung in der Politik kann sich in diesem Zeitraum geändert haben.« Die FWG bat deshalb darum, eine Studie in Auftrag zu geben, wie sich die Lidl-Erweiterung mit dem Einzelhandel in der Ortsmitte verträgt.

 Zweifel daran, ob die Erweiterung der Discounter die Innenstadt tatsächlich attraktiver macht, meldete am Montagabend lediglich Winrich Dodenhöft an. »Vor acht Jahren haben wir uns wegen der Auswirkungen auf die Innenstadt mit diesem Nebenstandort schwer getan.« Der grüne Ratsherr vermutete, dass Lidl und Aldi mehr Verkaufsfläche schaffen wollten, um mehr Non-Food- Produkte anzubieten: »Damit lässt sich Geld verdienen.« Aus seiner Sicht steigt dadurch die Konkurrenz zum Einzelhandel in der Innenstadt.

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