Discounter schließt für fünf bis sechs Monate – Bäckerei Schmidt nicht mehr im Gebäude, bleibt aber in Rahden  Aldi reißt ab und baut neu 

Rahden (WB). Für fünf bis sechs Monate müssen die Kunden in diesem Jahr – vermutlich ab Ostern – auf einen Einkauf im Aldi in Rahden verzichten.

Von Elke Bösch
Der Aldi an der Eisenbahnstraße soll neu gebaut werden und dann über 250 Quadratmeter mehr Verkaufsfläche verfügen. Auch der Parkplatz wird umgestaltet.
Der Aldi an der Eisenbahnstraße soll neu gebaut werden und dann über 250 Quadratmeter mehr Verkaufsfläche verfügen. Auch der Parkplatz wird umgestaltet.

 Der Discounter will das Gebäude an der Eisenbahnstraße komplett abreißen und neu errichten. Das bestätigte gestern auf Anfrage der RAHDENER ZEITUNG der Leiter der Immobilien- und Expansionsgesellschaft des Unternehmens in Rinteln, Thorsten Effner. Als Grund nannte Effner, dass die aktuelle Verkaufsfläche – sie beträgt 745 Quadratmeter – zu klein geworden sei. Da man bereits vor einigen Jahren das Gebäude erweitert habe, sei das jetzt nicht noch einmal machbar. »Daher hat sich Aldi zu einem Neubau entschlossen. Nach Realisierung dieses Vorhabens können wir unser Sortiment auf 1000 Quadratmeter präsentieren«, kündigte der Aldi-Mitarbeiter an.

 Den Antrag für das Projekt hat der Discounter beim Bauamt des Kreises Minden-Lübbecke als Genehmigungsbehörde schon gestellt.« Die 1000 Quadratmeter entsprächen den Vorgaben des Bebauungsplanes, den der Rat der Stadt Rahden für den Bereich Eisenbahnstraße aufgestellt habe, erläuterte Effner.

Neuer Markt sieht anders aus

 Das bestätige auch Rahdens Bauamtsleiter Dieter Drunagel: »An der Eisenbahnstraße gilt die Begrenzung der Verkaufsfläche auf 1000 Quadratmeter.« Über diese Größe verfüge auch der Lidl. »Der Stadt liegen allerdings die Unterlagen für die Baupläne des Aldi noch nicht vor. Wir haben aber schon davon gehört. Der Kreis muss die Stadt Rahden an dem Verfahren beteiligen und deshalb werden uns die Unterlagen noch zugehen.«

 »Der neue Markt wird anders aussehen«, kündigt Effner an. »Die Außenansicht gestalten wir moderner. Die Gestaltung des Gebäudes mit einem grauen Flachdach ähnelt sehr unserem Markt in Lübbecke an der Strubbergstraße. Allerdings unterscheiden sich die Fassaden. In Lübbecke hat das Unternehmen die Außenwände weiß streichen lassen, damit sie sich den benachbarten Märkten anpassen. In Rahden verwenden wir blau-grauen Klinker. So ein identischer Markt steht bereits in Porta Westfalica.«

 Der Innenraum werde sich großzügiger darstellen. Der Verkaufsraum sei breiter, das gelte auch für die Gänge. »Mehr Glas, höhere Decken und raumhohe Fenstern sollen ein stärkeres Wohlfühlerlebnis vermitteln. Der Verkaufsraum gleicht dem in der Filiale Lübbecke«, berichtet Thorsten Effner.

 Im Zuge des Neubaus wird auch der Parkplatz umgestaltet und die Zahl der Plätze reduziert. »Weil es dort sehr eng ist. 2,50 Meter sind die einzelnen Stellflächen breit. Sie sollen auf 2,75 Meter verbreitert werden«, betont Effner. Das Personal werde während der Bauphase nicht freigestellt, sondern in anderen Aldi-Filialen arbeiten und nach der Wiedereröffnung nach Rahden zurückkehren.

 »Gar nicht erst weg aus Rahden will Karsten Schmidt. Allerdings muss seine gleichnamige Bäckerei-Filiale umziehen. »Schmidt geht nicht wieder zu Aldi. »Das ist unserem Platzbedarf geschuldet. Wir brauchen die Fläche selbst«, bedauert Thorsten Effner. »Wir sind mit dieser Bäckerei gut zurecht gekommen.«

 Auch Karsten Schmidt wäre gern im Aldi geblieben. Der Unternehmer ist aber bereits aktiv geworden, denn: »Wir wollen alle drei Filialen in Rahden behalten und haben bereits einen sehr attraktiven anderen Standort in Rahden im Auge«, verspricht Schmidt. Sobald die Mietverträge unterschrieben seien, werde er die Öffentlichkeit unterrichten. »Nur noch zwei Schmidt-Geschäfte in Rahden – das passiert nicht. Mein Herzblut hängt an dieser Stadt, weil ich dort zur Handelsschule gegangen bin und das Rüstzeug für mein Berufsleben erhalten habe.«

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