Beim Zurücksetzen seines Transporters eine 77-Jährige tödlich verletzt Postzusteller verurteilt

Rahden (WB/cm). 3150 Euro Strafe muss ein Postzusteller zahlen, der vor einem Jahr beim Zurücksetzen seines Transporters eine 77-Jährige tödlich verletzt hatte.

Symbolbild
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Das Amtsgericht Rahden stellte Anfang der Woche klar, es genüge nicht, in die Spiegel zu schauen. Notfalls hätte der Mann jemanden bitten müssen, den Raum hinter dem Wagen zu kontrollieren.

Die Strafe entspricht drei Netto-Monatsverdiensten.

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Viel zu mild und billig davongekommen!?

Die strafrechtliche Verurteilung des Post- und Paketzustellers für einen selbst verursachten Verkehrsunfall, der wohl kaum sein gelbes Dienst-Kfz beschädigte, dafür aber eine eines Mitmenschen Leben vernichtete, geht mehr als in Ordnung. Dass der Verurteilte zur Abgeltung seiner - in höchstem Maße vermeidbaren - Straftat lediglich drei Monats-Netto-Verdienste, also nur die Beibringung eines Geldbetrages, zu leisten hat und weiterhin als freier Mann Arbeit und Vergnügen nachgehen darf, ist eine ganz andere Sache.

Ein jeder Führerscheininhaber hat in der Fahrschule gelernt und seit dem gemäß §9 Abs. 5 StVO zu wissen:

"Wer ein Fahrzeug führt, muss sich beim Abbiegen in ein Grundstück, beim Wenden und beim Rückwärtsfahren darüber hinaus so verhalten, dass eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist; erforderlichenfalls muss man sich einweisen lassen."

Handelt ein gegen diese Bestimmung planend, also wissentlich verstoßender Fahrer nicht mit Vorsatz?
Vernichtet er dadurch ein Menschenleben, dürfte dann lediglich eine Geldstrafe angemessen sein?
Sollte nach verursachtem Tod eines Verkehrsteilnehmers nicht immer eine Gefängnisstrafe folgen?

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