Protest gegen Windkraft im Nuttelner Bruch – Anwohner übergeben im Rathaus 218 Unterschriften  »Dem Rahdener Osten reicht's« 

Rahden (WB). 218 Unterschriften gegen den Bau von Windkraftanlagen im Nuttelner Bruch haben gestern Siegfried Prote und Olaf Ewald im Rathaus an Bürgermeister Bernd Hachmann übergeben.

Von Elke Bösch
Olaf Ewald hat die Liste mit 218 Unterschriften an Bernd Hachmann übergeben. Ewald und Siegfried Prote bedankten sich für das offene Ohr. Hachmann hatte auch mehrfach im Gespräch sein Verständnis für Sorgen der Anwohner ausgesprochen.
Olaf Ewald hat die Liste mit 218 Unterschriften an Bernd Hachmann übergeben. Ewald und Siegfried Prote bedankten sich für das offene Ohr. Hachmann hatte auch mehrfach im Gespräch sein Verständnis für Sorgen der Anwohner ausgesprochen.

 Hachmann und Bauamtsleiter Dieter Drunagel hörten sich im Sitzungssaal die Sorgen und Befürchtungen der Anwohner an. Eine ganze Reihe Bürger begleiteten Prote und Ewald und nahmen die Gelegenheit wahr, ihre Meinung zu sagen. Für Prote stand fest: Die Zahl von 218 Bürgern, die den Protest unterstützten, »sind schon eine Hausnummer«. Der Abstand von 600 Metern zu Häusern am Nuttelner Bruch sei einfach viel zu gering. »Für uns ist klar, dass der Mensch wieder viel zu kurz kommt«, ärgerte sich Prote darüber, dass die Fläche überhaupt zu den Suchgebieten in Rahden gehört.

 Und das griff auch Hachmann auf. Er betonte, dass sechs potenzielle Flächen auf ihre Eignung als Vorranggebiete geprüft würden. Ob und wenn welche geeignet seien, das stehe überhaupt noch nicht fest. »Zurzeit werten Planungsbüro und Stadt die vielen Einwendungen und Stellungnahmen von Bürgern und Behörden aus, die inzwischen eingegangen sind. Wir haben zum Teil auch völlig neue Erkenntnisse durch sie gewonnen«, sagte der Bürgermeister.

 Und Drunagel fügte hinzu, dass genau das auch der Wunsch der Stadt gewesen sei: »Nur so kommen wir an wichtige Informationen. Deshalb sind uns alle Einwendungen und Anregungen willkommen.« Hachmann betonte erneut, dass sich die Stadt dieses Thema nicht ausgesucht habe. »Das Land will der Windkraft substantiell Raum geben und diese Aufgabe müssen die Kommunen in NRW jetzt erfüllen«. Er bedauerte, dass NRW keine Abstände festgeschrieben hat. Der Bund hätte den Ländern diese Möglichkeit an die Hand gegeben. Doch anders als Bayern, dort sind Abstände von 1000 Metern festgeschrieben, habe NRW dies nicht getan. Hachmann informierte auch, dass, wenn die Stadt nicht Vorranggebiete ausweise, überall Windkrafträder gebaut werden könnten. Lediglich die Verschriften der Technischen Verordnung Lärm, müssten von den Investoren erfüllt werden. Der Bürgermeister glaubt nicht, dass alle sechs Suchgebiete ausgewiesen werden. Doch das sei an sich Kaffeeleserei genauso, wie jetzt schon darüber zu spekulieren, wie viele und welche Flächen in die nähere Wahl kämen.

 Die Frage, ob es denn schon Anfragen von Investoren gebe, bejahte Hachmann. »Wir wissen von zweien, aber die sind nicht am Nuttelner Bruch interessiert. Außerdem, und das stellte Drunagel mehrfach klar: »Wir sind im frühzeitigen Verfahren. Vermutlich erst im März oder April wird das Thema im Bauausschuss beraten und danach im Rat. Wenn dieses Gremium eine Entscheidung gefällt hat, haben Bürger und Behörden einen Monat die Möglichkeit zu Stellungnahmen.«

 Ein Anwohner wollte wissen, nach welchen Kriterien überhaupt die sechs Suchgebiete ermittelt worden seien, ob da vielleicht schon geschaut worden wäre, ob es Investoren für diese Fläche gebe? »Das hat keine Rolle gespielt. Grundlage war allein die Windkraftpotenzialanalyse«, erklärte Drunagel.

 Auch Prognosen für den Ausgang des Ratsbeschlusses konnten weder Hachmann und Drunagel geben. »Dort gehen die Meinungen – auch über die Abstände – auseinander. Es gibt Stimmen, die 300 Meter Abstand als ausreichend betrachten, andere dagegen forderten 1500. Ich kann nicht sagen, wie entschieden wird. Aber ich glaube, dass die Ratsmitglieder gesunden Menschenverstand haben, jedenfalls die meisten.«

 Den sprachen Teilnehmer an dem Treffen allerdings denjenigen ab, die 300 Meter Abstand für ausreichend halten: »Dieses grüne Rahdener Ratsmitglied soll sich doch eine Anlage in den eigenen Garten bauen«, schlug ein Anwohner vor. Und Prote: »Hermann Kröger von der FWG hat doch recht, wenn er sogar 800 Meter für zu wenig erachtet.«

 »Uns im Rahdener Osten reicht es jetzt einfach«, waren sich die Bürger gestern einig: »Wir haben schon Kläranlage, Industriegebiet, Funkmasten. Das ist genug«, führten Siegfried Prote und Olaf Ewald an, die gemeinsam die Initiative organisieren.

 Fazit: Alle müssen abwarten, was bei der Auswertung der gesammelten Anregungen und Einwendungen herauskommt. Dann geht es ins zweite Verfahren. Wie es ausgeht, kann die Stadt nicht sagen, dazu ist es noch viel zu früh.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.