Willi Wilking blickt auf mehr als 33 Jahre im Preußisch Oldendorfer Rat zurück Immer nah am Eggetaler Bürger

Börnighausen(WB). Eine Bilanz wie Willi Wilking können wohl nur die wenigsten Kommunalpolitiker vorweisen: 33 Jahre lang hat er ein Ratsmandat in Preußisch Oldendorf inne, unter fünf Bürgermeistern. Sieben Mal konnte er seinen Wahlbezirk direkt gewinnen, davon vier Mal als FWG-Kandidat, nach 2004 zwei Mal als Einzelbewerber und ab 2009 als Teil der Fraktion »Unabhängig - Engagiert - Bürgernah« (UEB).

Von Arndt Hoppe
Willi Wilking sichtet seine akribisch aufbewahrten Unterlagen aus mehr als 33 Jahren Ratstätigkeit für Preußisch Oldendorf und zeigt einige seiner Wahlwerbebroschüren. Mit diesen hat er die Bürger in seinem Wahlbezirk in Börninghausen ausführlich informiert.
Willi Wilking sichtet seine akribisch aufbewahrten Unterlagen aus mehr als 33 Jahren Ratstätigkeit für Preußisch Oldendorf und zeigt einige seiner Wahlwerbebroschüren. Mit diesen hat er die Bürger in seinem Wahlbezirk in Börninghausen ausführlich informiert. Foto: Arndt Hoppe

Diese Zahlen sind Grund genug für einen Rückblick auf das politische Wirken des Börninghausers Wilking, der in der Ratssitzung im Dezember 2017 erklärte, dass er sein Mandat an Michael Schlüter aus seiner Fraktion abgeben werde. »Schon bei den Kommunalwahlen 2014 habe ich angekündigt, dass ich nur noch die halbe Legislaturperiode bestreiten werde«, stellt der 77-Jährige klar. »Und so habe ich es dann auch gemacht.«

Durchgehend im Bauausschuss aktiv

In seinem Dorf ist Wilking bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund. Und nach mehr als drei Jahrzehnten im Stadtrat dürfte dasselbe wohl für das ganze Stadtgebiet gelten. In der Kommunalpolitik war der Landwirt schon aktiv, bevor er in den Rat gewählt wurde. Denn er gehörte dem Wasserwerks- und dem Umweltausschuss bereits mehrere Jahre als sachkundiger Bürger an. Während der gesamten Zeit seiner Ratsmitgliedschaft blieb er dem Bauausschuss treu, dem er nach wie vor zumindest als Stellvertreter angehört. Zusätzlich war er im Haupt- und Finanzausschuss aktiv, und zudem im Rechnungsprüfungsausschuss (fünf Jahre als Vorsitzender) sowie im Wasserwerksausschuss (zehn Jahre als Vorsitzender).

Daran ist zu erkennen, dass es meist die konkreten und handfesten Themen wie Wasser/Abwasser, Straßen- und andere Baumaßnahmen waren, bei denen er sich besonders engagierte. 1979 war Willi Wilking in die Freie Wählergemeinschaft (FWG) eingetreten. »Als der örtliche FWG-Kandidat und langjährige Bürgermeister von Börninghausen, Gottlieb Brockmann, erkrankte, habe ich 1984 erstmals für den Rat kandidiert«, sagt der Eggetaler. An viele der Streitfälle, für die er sich einsetzte, kann sich Wilking noch sehr genau erinnern. Akribisch hat er die Unterlagen und Presseberichte aufbewahrt.

Viele »Baustellen« bearbeitet

Als Erfolg verbucht er unter anderem, dass die Baugrundstücke der Gottliebsiedlung vorzeitig an den Abwasserkanal angeschlossen werden konnten und nicht vorher eine Dreikammergrube mit Nachbehandlung bauen mussten. Auch sei seinem Einsatz zu verdanken, dass viele Börninghauser die Anschlussbeiträge für die Kläranlage Hauwiese nicht doppelt bezahlen mussten. »Ich habe mich zum Beispiel auch dafür stark gemacht, dass die Wasserfördermengen in Börninghausen auf 110.000 statt 350.000 Kubikmeter festgesetzt wurden«, sagt Wilking. »Sonst wäre das Eggetal ausgetrocknet«, ist er sich nach wie vor sicher.

Als weiteres Beispiel nennt Wilking die Straße »Zur Egge«: »Dort sollten die Bürger für eine Baumaßnahme zur Kasse gebeten werden. Aber mit einer Kernbohrung konnten wir nachweisen, dass nur eine Reparatur notwendig war und kein Neubau, so dass keine KAG-Beiträge fällig wurden.« Die Liste seiner »Baustellen« aus 33 Jahren könnte er im Rückblick beliebig lang fortsetzen.

»Gesunde Skepsis gegen Maßnahmen der Verwaltung«

»Ich habe immer eine gesunde Skepsis gegenüber den Maßnahmen der Verwaltung gehabt«, nennt Willi Wilking einen seiner Grundsätze. Doch auch wenn Mehrheitsentscheide der Politik ihm nicht zusagten, machte er dies deutlich: »Als der Rat 1989 die Steuern drastisch erhöhte und gleichzeitig die Aufwandsentschädigungen für Rat und Ausschüsse heraufsetzte, da haben wir von der FWG die 4800 Mark unserer Sitzungsgelder an die Kirchengemeinde für einen Friedhofszaun gespendet.«

Es spiegelt die Überzeugung des Börninghausers wider, wenn er sagt: »Politikverdrossenheit entsteht, wenn sich die Politik vom Bürger entfernt.« Er sei »immer voll dabei« gewesen, sagt der 77-Jährige über sein Engagement für die Stadt. »Nur als 2014 aus drei Börninghauser Wahlbezirken zwei gemacht wurden und ›mein‹ Bezirk abgeschafft wurde, habe ich kurz überlegt, nicht mehr anzutreten.« Doch dank der großen Nähe zu seinen Wählern gelang es ihm trotzdem, in diesem neuen Wahlbezirk sein Direktmandat im Eggetal zu verteidigen. »Das war mein schönster Wahlsieg«, sagt Willi Wilking und lacht.

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