Lashorster Laienspieler feiern eine rundum gelungene Premiere des »Sauna-Gigolos« Sandro bringt die Damen ins Schwitzen

Lashorst (WB). Einen leidenschaftlichen Abend mit herausragenden Akteuren, viel Situationskomik und einer Story, wie sie das Leben nicht besser schreiben könnte, haben am Samstag 100 Zuschauer in der voll besetzen Alten Schule in Lashorst erlebt. Die Temperatur in den Räumen »up´n Land« erreichte schon wenige Minuten nach den ersten Verbalattacken der Saunafreundinnen die erste heiße Phase.

Von Silke Birkemeyer

Das Stück vom angeblichen Frauenheld und Masseur Sandro Kern lebt von witzig- bissigen Dialogen, vom schnellen Schlagabtausch und dem charakterstarken Spiel der Darsteller. Und natürlich von den Irrungen und Wirrungen, die mit viel Herzblut von den elf Mitgliedern der Laienspielgruppe dargestellt wurden.

Masseur fliegen die Herzen zu

Die Geschichte ist schnell erzählt. In der Damensauna taucht ein neuer, junger und sportlicher Masseur auf, dem schnell alle Herzen zufliegen. Und das zum Leidwesen der Männer. Die wiederum wollen mit Taktik dem vermeintlichen Herzensbrecher den Garaus machen. Um die Eheleute, die Saunabesitzerin, einen Arzt, einen Kosmetiker und natürlich den Gigolo entwickelte sich eine spritzig-heitere Komödie, die das Publikum zum Lachen brachte und immer wieder für Szenenapplaus sorgte. Und natürlich kam es im Verlauf der Geschichte zu folgenschweren Verwechslungen, bei denen der eine oder andere Mann auch körperlich litt. Am Ende war alles wieder gut und der »Gigolo« enttarnt.

Auf der Bühne jedoch hatten erst einmal Theresa (Sonja Franke), Lisbeth (Beatrix Heitkamp) und Ursel (Petra Hegner) so ihre Malaissen im Wettlauf um die Gunst Sandros und schreckten auch vor Sabotage nicht zurück. Da wurden Schwimmärmchen, das Solarium und Gesichtsmasken manipuliert. »Ich muss so aussehen, dass die Natur vergisst, Luft zu holen«, meinte Theresa, bevor die Haut Blasen schlug.

Turbulenz nimmt im zweiten Akt noch zu

Nach einem turbulenten ersten Akt nahm das Stück im zweiten Teil weiter Fahrt auf. Das lag zum einen an dem schillernden Kosmetiker Jerome Quast, gespielt von Marco Fischer. Aber auch die Ehemänner leisteten als verkleidete Gäste am Damensaunatag ihren Beitrag. Ihr Versuch, dem Gigolo einen Denkzettel zu verpassen, ging gehörig schief.

Insgesamt war es nicht nur das tolle Minenspiel, auch die pointierten Dialoge kamen beim Publikum gut an. Und so wartete es gespannt auf den nächsten verbalen Angriff gegen die Sitznachbarin oder das andere Geschlecht. Rita Raffke (Christa Burkamp) setzte mit ihrer Einschätzung zum Neuen gleich zu Beginn Akzente: »Das ist kein Masseur. Das ist ein Hormonrubbel. Der massiert auch Östrogen in die Köpfe.«

Verzicht ist Zeit zwischen zwei Wünschen

Auch die Wertung des geschätzten Dr. Justus Möbius (Günter Kleinkröger) über Frauen honorierte das Publikum mit viel Gelächter. »Verzicht ist die Zeit zwischen zwei Wünschen« erläuterte er den schwitzenden Ehemännern. Viel Applaus für seine Rolle als begriffsstutziger Ehemann Gerhard Melzer erntete auch Günter Lusmöller.

Schlussendlich erlebten die Zuschauer drei Akte voller Humor und eine wirklich sehenswerte schauspielerische Leistung des gesamten Teams. »Die waren alle so gut und so überzeugend«, waren sich die Zuschauerinnen Ursula Bühler und Roswitha Jäger einig. Und Zuschauer sein, wenn es um Klatsch und Tratsch, Intrigen und Boshaftigkeit geht, ist ja sowieso im Trend.

Zwei weitere Aufführungen in der Sekundarschule

Wer wissen möchte, für wen Sandros Herz wirklich schlägt und ob die Damen in London zum Shopping waren, kann sich in den nächsten Aufführungen Gewissheit verschaffen. Das Stück wird in der Aula der Sekundarschule Preußisch Oldendorf am Freitag, 9. Februar, 19.30 Uhr (mit Imbiss) und Sonntag, 11. Februar, 14.30 Uhr (mit Kaffee und Kuchen) aufgeführt. Karten sind an der Abendkasse erhältlich.

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