IT-Fachmann Tom Neumann bietet nebenberuflich mit »wanderwärts« Touren an Wanderführer aus Leidenschaft

Preußisch Oldendorf (WB). Für Tom Neumann sind Wanderungen schon lange der beste Ausgleich zur Büroarbeit – sei es auf Kreta und Mallorca oder in Harz und Wiehengebirge. Mit seinem Projekt » wanderwärts « will der IT-Fachmann auch andere Menschen für diese Art der Naturbegegnung begeistern.

Von Arndt Hoppe
Kreta kennt Tom Neumann von vielen Besuchen. Seit Kurzem bietet der Bad Holzhausener mit seinem Projekt »wanderwärts« auch dort geführte Wandertouren an.
Kreta kennt Tom Neumann von vielen Besuchen. Seit Kurzem bietet der Bad Holzhausener mit seinem Projekt »wanderwärts« auch dort geführte Wandertouren an.

»Zwei Jahre habe ich die Idee im Kopf mit mir herumgetragen, meine Leidenschaft professionell anzugehen und Touren als Wanderführer anzubieten. Und irgendwann haben meine Frau Sonja und ich Nägel mit Köpfen gemacht«, sagt der 52-jährige Bad Holzhausener, der hauptberuflich in einer Stemweder Software-Service-Firma als Berater und Kursleiter arbeitet.

Ausbildung beim Deutschen Wanderverband

2017 absolvierte Tom Neumann erfolgreich eine Ausbildung zum Wanderführer beim Deutschen Wanderverband (DWV). Und danach begann das Ehepaar mit der Verwirklichung von »wanderwärts«. »Zu Beginn wussten wir nicht, wie wir unser Projekt nennen sollten. Wir dachten schon, wir hätten das Wort selbst erfunden. Weil wir sicher gehen wollten, dass es ›wanderwärts‹ nicht schon als Firmennamen gibt, haben wir erst einmal gegoogelt«, sagt Neumann. Dabei habe sich herausgestellt, dass der Begriff tatsächlich in Jahrhunderte alten Schriften auftaucht. »Das hat mich umso mehr gefreut«, sagt Neumann, der sich diesen Namen schützen ließ.

Im Internet können sich Interessierte jetzt unter »www.wanderwaerts.de« über die angebotenen Touren schlau machen. Eigentlich macht der 52-Jährige nur, was er seit Jahren in seinem Urlaub oder an den Wochenenden gemacht hat. »Als Wanderführer darf ich jetzt andere Menschen mitnehmen«, sagt er. »Wanderwärts« bietet jährlich zwei bis drei längere Touren mit bis zu zehn Personen an, zum Beispiel auf Mallorca und Kreta. Hinzu kommen mehrere kürzere Trips in heimischen Gefilden. Die ein- bis zweitägigen Wanderungen hätten einen sportlichen Akzent, seien aber nicht als Power-Touren ausgelegt, sagt Neumann, der selbst regelmäßig läuft und schon Marathonstrecken bewältigt hat. »Selbstverständlich führe ich nur auf Strecken, die ich selbst bereits erwandert habe«, ergänzt er.

Wandern bringt Entschleunigung

»Wanderwärts« ist auch offen für Vorschläge und übernimmt die Tourenplanung für Familien, Freunde, Firma oder andere kleinen Gruppen.

»Im Mai steht als nächstes Kreta auf dem Programm. Da sind auch noch einige Plätze frei«, sagt Tom Neumann. Er genieße es, beim Wandern nicht allein zu sein: »Nach meiner Erfahrung sind Wanderer eine sehr angenehme Gesellschaft und in der Regel von der Grundeinstellung her sehr entspannt, hilfsbereit und nicht auf Wettbewerb aus.«

Der Bad Holzhausener betont, dass die Teilnahmegebühren lediglich eine nette Refinanzierung darstellen. »Wer meint, er kann damit reich werden, kann gleich wieder gehen, hat uns der Leiter der Wanderführerausbildung gleich zur Begrüßung gesagt«, erinnert sich Neumann. Aber ihm gehe es eher darum, seine Leidenschaft für die natürlichste der menschlichen Fortbewegungen mit anderen zu teilen. »Man lernt die Welt ganz anders kennen, wenn man zu Fuß geht, sie Schritt für Schritt erwandert«, ist er überzeugt. »Das bringt Entschleunigung. Und Geschwindigkeit haben wir in der multimedialen Gesellschaft schon genug.«

Traumziel Appalachen

Außerdem habe er immer wieder spannende Persönlichkeiten kennen gelernt, erklärt der kontaktfreudige gebürtige Hamburger. So habe er zum Beispiel einmal einen 21-Jährigen getroffen, der 90 Tage lang entlang der Via Alpina die Alpen von Monaco bis Triest überquerte. Neumann selbst hat zuletzt die Strecke von Meran zum Gardasee erkundet. »Als Wanderführer darf ich allerdings nur unterhalb der Baumgrenze führen. Darüber müsste ich Bergwanderführer sein«, sagt er. Ein persönlicher Traum sei, irgendwann einmal die Appalachen in Nordamerika zu erwandern. »Aber dieser Trail ist schon eine Hausnummer. Er dauert sechs bis acht Wochen.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.