Hedemer Herbert Isotov beklagt mangelnde Pflege von Grün- und Straßenflächen »Es sind so viele Kleinigkeiten«

Hedem (WB). Mit Laubsäcken, die sie vor dem Preußisch Oldendorfer Rathaus aufgestellt hatten, haben einige Hedemer im Dezember für viel Aufsehen gesorgt . Doch die Pflege und Wartung von öffentlichen Grün- und Straßenflächen beschäftigen Herbert Isotov aus der Poststraße in Hedem schon viel länger.

Von Arndt Hoppe
Der Hedemer Herbert Isotov hat sich wegen vieler verschiedener Missstände der Pflege von Straßen- und Grünflächen entlang der Poststraße mehrfach bei der Stadt Preußisch Oldendorf beschwert. »Es gab keinerlei Entgegenkommen«, sagt er.
Der Hedemer Herbert Isotov hat sich wegen vieler verschiedener Missstände der Pflege von Straßen- und Grünflächen entlang der Poststraße mehrfach bei der Stadt Preußisch Oldendorf beschwert. »Es gab keinerlei Entgegenkommen«, sagt er. Foto: Arndt Hoppe

Nachdem die Stadt, wie berichtet, nun wegen des Abladens der Säcke ein Verfahren wegen Ordnungswidrigkeit prüft, ärgert sich der 62-Jährige über »keinerlei Entgegenkommen« der Stadt. Dabei betont der Hedemer, dass es ihm nicht darum gehe, irgendjemanden persönlich anzugreifen. Aber er ist genervt, dass selbst sehr häufiges Nachfragen, seit inzwischen gut zwei Jahren, nicht gefruchtet habe. »Bei einer persönlichen Vorsprache beim Bürgermeister habe dieser die Frage gestellt, wer uns den Auftrag gegeben habe, das Laub wegzuräumen.« Einen Ortstermin habe Marko Steiner abgelehnt.

»Es handelt sich nicht um Laub, das auf unsere Grundstücke weht, wir sprechen von dem Laub auf der Poststraße und um Laub, das sich auf dem Grünstreifen sammelt. Wir sprechen also von städtischem Gelände, obwohl das von der Stadt geprüft werden sollte.« Das Laub hätten er und seine Nachbarn bislang ehrenamtlich und auf eigene Kosten entsorgt. »Das sehen wir nicht mehr ein.«

Vorschläge unterbreitet

Die Nachbarschaft hätte der Stadt Vorschläge gemacht, wie das Problem gelöst werden könne: zusätzliche Säcke zur Biotonne hinzustellen oder kostenfreie Entsorgung im Anhänger am »Tanklager« in Offelten. »Darauf hin wurde gesagt, dass dann andere Stadtteile auch das Laub entsorgt haben möchten«, sagt Herbert Isotov. »Aber wo ist das Problem? Schließlich zahlen wir alle unsere Steuern mit einem Hebesatz von immerhin 630 Prozent.« Gerade erst sei der Bescheid zugestellt worden. »Wofür wird dieses Geld verwendet?«, fragt er. In anderen Städten und Gemeinden wie Espelkamp, Lübbecke oder Wittlage sei etwa das Abholen von Laub sehr gut geregelt. »Warum nicht in Preußisch Oldendorf?«, fragt Herbert Isotov.

Besonders ärgerlich findet er, dass die Poststraße nicht mehr im Einsatzplan des städtischen Reinigungsfahrzeuges enthalten ist. »Früher ist die Kehrmaschine regelmäßig gekommen.«, sagt der Rentner. »Man kann solche Pläne doch ergänzen oder abändern«, meint er. Der »Grütt« von matschigem Laub habe zum Teil bis zu 60 Zentimeter auf der Fahrbahn gelegen, so dass Fußgänger mitten auf der Straße gehen mussten.

Verstopfte Gullis

Doch der Streit um das Laub ist nur ein Grund für seine fortgesetzten Beschwerden bei der Stadt. »Es sind einfach ganz viele Kleinigkeiten«, sagt Isotov. »Die Sträucher und Bäume müssen dringend beschnitten werden.« Inzwischen schabten Autos an den Sträuchern entlang, wenn man ausweichen müssten. Das Ortsschild »In der Siedlung« sei selbst in der laubfreien Zeit durch das Geäst kaum zu sehen. Sorgen bereitet Herbert Isotov außerdem, dass im Durchlass am Graben vor seinem Haus oft zu viel Laub ist: »Beim nächsten Starkregen könnte mir der Keller voll laufen.«

Überschwemmte Straßen gebe es in der Nachbarschaft häufig aufgrund von voll sitzenden Gullis. Auch diese würden zu selten geleert. Gelegentlich würden Nachbarn aktiv. »Sonst passiert da nichts«, ist sich Isotov ziemlich sicher.

Er versteht die Haltung der Stadtverwaltung nicht: »Andere Gemeinden sind froh und dankbar, wenn sich Anwohner melden und Missstände mitteilen. In Preußisch Oldendorf wird das, wenn man tätig wird, als Ordnungswidrigkeit geahndet.«

Das sagt Bürgermeister Marko Steiner

Bürgermeister Marko Steiner bestätigte auf Anfrage dieser Zeitung, dass er, aber auch Mitarbeiter von Ordnungsamt und Bauhof, mehrfach mit Herbert Isotov Gespräche geführt haben. »Wir haben das alles schon mit ihm diskutiert«, erklärte Steiner.

Zur Straßenreinigung sagte er, es gebe ein kleines, langsam fahrendes Reinigungsfahrzeug, das nur in wenigen Flächen der Stadt zum Einsatz komme, etwa an der Heddinghauser Straße, am »Park & Ride«-Parkplatz Bad Holzhausen oder auch an der Grundschule. Zur Aussage, früher sei die Kehrmaschine regelmäßig gekommen, sagte Steiner: »So lange ich hier bin, und das sind sieben Jahre, ist in der Poststraße kein solches Fahrzeug eingesetzt worden. Und auch andere langjährige Mitarbeiter wissen davon nichts.« Er selbst habe im Rat einmal die Diskussion angeregt, ob die Stadt eine Straßenreinigung einführen solle. Dies habe der Rat aber mehrheitlich abgelehnt, weil es sich Gebühren erhöhend ausgewirkt hätte.

Bezüglich der Laubentsorgung erklärte der Bürgermeister, dass die Stadt keine eigene Kompostierung vorhalte, wie sie andere Kommunen vielleicht hätten. Daher sei Grünschnitt und Laub aus Privathaushalten Abfall, der von der Stadt über die Pohlsche Heide entsorgt werden müsse. Dafür müssten entsprechende Entgelte verlangt werden. Die Stadt habe einen Vertrag mit dem Wertstoffhof am »Tanklager«, dort kostenpflichtig den Grünschnitt abgeben zu können.

Baumschnitt wird erfolgen

Bezüglich der Gullis sagte Steiner, dass die Sinkkästen in einer Drittbeauftragung von einer Firma zwei Mal im Jahr geleert werden. Dies sei ein üblicher Turnus.

Zum Thema des Rückschnitts der straßenbegleitenden Hecke in der Poststraße teilte der Bürgermeister mit: »Die Hecken werden einmal im Jahr zurückgeschnitten. Das wird definitiv noch passieren. Das ist Fakt und wird so kommen.« Solche Rückschnitte würden stets in den Wintermonaten bis Februar angegangen. Dabei werde in der Poststraße sicherlich versucht, die Straßenschilder freizuschneiden. »Es wird ein bestimmtes Lichtraumprofil angestrebt.« Die Hecke komplett zu entfernen, sei sicherlich weder im Sinne der Anwohner noch aus Umweltgesichtspunkten gegenüber dem Kreis als Aufsichtsbehörde zu vertreten.

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