Posaunenchor Preußisch Oldendorf feiert 150-Jahre Jubiläum mit großem Konzert Bläser beeindrucken ihre Zuhörer

Preußisch Oldendorf (WB). Die Anfänge liegen ein wenig im Dunkeln, aber so viel ist sicher: Mindestens seit 150 Jahren gibt es einen Posaunenchor in der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Preußisch Oldendorf. Im Rahmen eines festlichen Abendgottesdienstes haben die Bläser am Sonntag dieses Jubiläum mit der ganzen Gemeinde gefeiert.

Von Cornelia Müller
Der Posaunenchor Preußisch Oldendorf hat sein 150-jähriges Bestehen mit einem Festgottesdienst gefeiert. Beim Jubiläumskonzert in der St. Dionysius-Kirche hat die Formation Unterstützung von befreundeten Chören und »Brass Five« und den Jungbläser bekommen.
Der Posaunenchor Preußisch Oldendorf hat sein 150-jähriges Bestehen mit einem Festgottesdienst gefeiert. Beim Jubiläumskonzert in der St. Dionysius-Kirche hat die Formation Unterstützung von befreundeten Chören und »Brass Five« und den Jungbläser bekommen. Foto: Cornelia Müller

1877 erstmals erwähnt

Im »Jünglings-Boten« von 1877 sei der Posaunenchor zum erstem Mal erwähnt worden, berichtete Pfarrerin Antje Kastens, die gemeinsam mit Pfarrer Michael Weber den Gottesdienst leitete. Als Gründungsdatum sei dort das Jahr 1867 genannt. »Aber schon 1852 wurde sehr gewissenhaft vermerkt, dass Bläser aus Preußisch Oldendorf beim Jahresfest des Pollertshofes anwesend gewesen seien.«

Womöglich sei die erste Bläserarbeit vom niedersächsischen Brockhausen aus geleistet worden. Dort habe es zu dieser Zeit nämlich schon einen eigenen Posaunenchor gegeben, erläuterte Pfarrerin Kastens. Sollte es wirklich so gewesen sein, zeige das vor allem eines: »Die Bläserfamilie kennt keine Grenzen.«

Befreundete Musiker zu Gast

150 Jahre später musizierten nun wieder befreundete Bläser auch aus dem niedersächsischen Umland mit dem Preußisch Oldendorfer Posaunenchor, der außerdem vom Ensemble »Brass Five« unterstützt wurde. In dieser großen Besetzung konnte der Chor sogar eine musikalische Kostbarkeit wie das »Halleluja« aus Händels »Messias« aufführen. Auch Kesselpauken kamen dabei zum Einsatz, gespielt von Gerd Kaiser.

Von diesem Klangerlebnis war die Gemeinde so überwältig, dass sie spontan applaudierte – wie übrigens auch schon einmal zu Beginn des Gottesdienstes, als der Posaunenchor, am Dudelsack begleitet von Andreas Niermann »Highland Cathedral« intonierte.

Brass Five überrascht mit Interpretation

Außerdem erklangen unterschiedliche Bearbeitungen von »Nun danket alle Gott«. Und ein ganz besonderes Geschenk bekam der Posaunenchor auch: Das Bläserquintett »Brass Five« überraschte den Chor und die Gemeinde mit einer Bearbeitung von »Amazing Grace«, zu der Marvin Zimmermann ein exzellentes Trompetensolo beisteuerte.

Im Anschluss an den Gottesdienst fand ein Empfang im Gemeindehaus statt. Hier präsentierte sich auch der musikalische Nachwuchs des Posaunenchores mit zwei kurzen Stücken. Grußworte sprachen unter anderem Jutta Jahn-Schäffer (Obfrau der Posaunenchöre im Kirchenkreis Lübbecke), der stellvertretende Bürgermeister Rainer Rössger, Superintendent Dr. Uwe Gryczan und Kirchenmusikdirektor Heinz-Hermann Grube. Dr. Uwe Gryczan zitierte Luther, der gesagt habe: »Musik vertreibt den Teufel«, und stellte fest: »Kein Teufel hätte es vorhin da ausgehalten – so groß war das Lob Gottes in dieser Musik.« Heinz-Hermann Grube betonte, um Gott zu preisen, brauche es keine Worte. »Das Lob ist im Klang selbst verborgen.«

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