Hobbyfotograf Stefan Moch begegnete einem Wolf und hatte Angst um seinen Hund »Plötzlich lief er vor mir her«

Ostercappeln (WB). Wie es ist, über Wölfe nicht nur zu reden, sondern einem zu begegnen, weiß Stefan Moch seit Karsamstagmorgen ganz genau.

Von Dietmar Kemper
Unerwartetes und begehrtes Fotomotiv: Dieser Wolf streifte bei Ostercappeln durch das Wiehengebirge.
Unerwartetes und begehrtes Fotomotiv: Dieser Wolf streifte bei Ostercappeln durch das Wiehengebirge. Foto: Stefan Moch

»Plötzlich lief er vor mir her«, erinnert sich der Hobbyfotograf, der wie so oft Damwild im Wiehengebirge bei Ostercappeln ablichten wollte. »Mein erster Gedanke war: Den musst du fotografieren«, sagte der 55-Jährige am Montag dem WESTFALEN-BLATT und sprach von einem »tollen Erlebnis«.

Der Wolf sei zwischen 50 und 100 Meter entfernt gewesen, in der Nähe des Wittekindwegs, der bis Porta Westfalica verläuft. Sein Hund, ein Labrador, habe den Wolf vor ihm wahrgenommen. »Er war wie erstarrt, voller Körperspannung«, sagte Moch und ergänzte: »Ich hatte ein bisschen Angst um den Hund, aber nicht um mich.« Ob der Wolf ihn registriert habe, weiß er nicht. Das Tier sei mit tänzelnden Bewegungen einen Damwildpfad entlanggelaufen.

Am Dienstag besuchte Moch mit dem Wolfsberater für den Landkreis Osnabrück, Olaf Göpfert, den Ort erneut, an dem er den Wolf gesehen hatte. Göpfert wollte die Stelle mit dem Foto abgleichen. Wo sich der Wolf jetzt aufhält, ist unklar. Ostercappeln (Landkreis Osnabrück) liegt nur etwa 30 Kilometer von Rahden im Kreis Minden-Lübbecke entfernt – gut möglich also, dass das Tier inzwischen durch Ostwestfalen streift. Es könnte sich um ein Jungtier aus einem Rudel aus dem Diepholzer Moor handeln.

Wie bereits berichtet, sorgt ein Wolf im Kreis Lippe für Unruhe. Er hatte über Ostern auf einem Bauernhof in Barntrup-Sommersell zwei Ziegen gerissen und einen Bock so schwer verletzt, dass er eingeschläfert werden musste. Das NRW-Umweltministerium rät Menschen, die einem Wolf begegnen, stehen zu bleiben, ihn laut anzusprechen, in die Hände zu klatschen und mit den Armen zu winken. So könne man ihn vertreiben.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.