Schreckensszenario in Lashorst: Unfall mit drei Toten und elf Verletzten Feuerwehr und DRK üben die Katastrophe

Preußisch Oldendorf (WB). Auch das Helfen will gelernt sein. Und darum hat die Feuerwehr Preußisch Oldendorf zusammen mit ihren Espelkamper Kollegen und dem DRK am Samstag eine Großübung veranstaltet.

Von Christian Busse
Beim Eintreffen brennt ein Auto lichterloh. Der Fahrer konnte sich in Sicherheit bringen. Trotzdem begeben sich die Feuerwehrleute direkt an die Löschung.
Beim Eintreffen brennt ein Auto lichterloh. Der Fahrer konnte sich in Sicherheit bringen. Trotzdem begeben sich die Feuerwehrleute direkt an die Löschung. Foto: Christian Busse

Es galt elf Mittel- und Leichtverletzte aus acht zum Teil schwer beschädigten Autos zu retten, drei Tote zu bergen sowie ein brennendes Auto zu löschen. Das Szenario glich einer Katastrophe: Auf einer Landstraße hat ein Landwirt große Mengen Gülle verloren. Acht Autos sind nach und nach mit hoher Geschwindigkeit auf der spiegelglatten Straße ins Rutschen gekommen und verunglückt. Ein Auto brennt sogar. Der Landwirt wollte die Autos noch warnen und wurde dabei überfahren – der erste Tote.

Acht Autos über 200 Meter

Über 200 Meter lagen die acht Autos verteilt, zum Teil wild in einander verkeilt. In den Autos hatten sich elf Schauspieler postiert, die vom DRK mit geschminkten Wunden versehen wurden. Außerdem hatten die Verletzten Anweisungen, wie sie sich benehmen sollten. Einige Verletzte waren still, andere schrien vor Schmerz. Eine Frau sollte sogar aggressiv werden und ihre Rettung vehement einfordern. Am eindrucksvollsten spielte ein junger Mann. Selbst nur leicht verletzt, lag er im Auto neben seiner toten Mutter. Da die Retter erst den schwerer verletzten Personen in anderen Autos helfen wollten, musste der Mann lange in dem Auto ausharren. Stundenlang schrie er »Helft meiner Mutter. Sie sagt nichts mehr. Ihr lasst meine Mutter sterben!«. Ein Feuerwehrmann blieb die ganze Zeit bei ihm, versuchte den Mann zu beruhigen. Die Todesnachricht von seiner Mutter überbrachte der Feuerwehrmann nicht. Und das war auch richtig so, wie Feuerwehrchef und Übungsorganisator Edgar Hensel später sagte. Obwohl es nur eine Übung war, brachte das zuerst vorwurfsvolle Schreien und später entsetzte Wimmern den Betreuer an seine Grenze. »Da schreit einer die ganze Zeit, wir würden seine Mutter sterben lassen und man kann nichts machen. Das ist schlimm«, sagte der Mann.

»Das ist alles sehr gut und reibungslos verlaufen«

Nach vier Stunden waren alle Verletzten beim vom DRK eingerichteten Behandlungsplatz. Alle waren erstversorgt und fertig zum Transport in ein Krankenhaus. »Das ist alles sehr gut und reibungslos verlaufen – auch die Zusammenarbeit mit den Kollegen aus Espelkamp und dem DRK«, sagt Ralf Lohrie, der die Übung mit ausgearbeitet hat. Insgesamt waren etwa 150 Feuerwehrleute sowie 40 DRK-Helfer der Einsatzeinheit Minden 3 beteiligt. Die DRK Helfer kamen aus Lübbecke, Hüllhorst, Rahden, Stemwede und Espelkamp.

Zum Einsatz kamen auch die neuen Rettungssätze der Feuerwehr Preußisch Oldendorf. Mit Schere, Spreizer und Rettungszylinder haben die Feuerwehrleute die Autos fachmännisch in kleine Teile zerlegt. Die Übung war der erste Einsatz für das neue Gerät.

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