17-jähriger Flüchtling beginnt Ausbildung bei Mindener Behörde Afghane wird Elektronikerim Schifffahrtsamt

Minden (WB). Vom Hindukusch ins Wasser- und Schifffahrtsamt Minden: Diesen wohl einmaligen Weg hat ein junger Afghane eingeschlagen – mit ein bisschen Unterstützung seitens der Arbeitsagentur.

Der angehende Elektroniker Rasool (vorne) und seine Unterstützer: Andreas Rodenberg (Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt), Benjamin Klose (Ausbilder des Amtes), Christina Abruszat (Agentur für Arbeit) und Dirk Dehne (Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt, Personalwesen).
Der angehende Elektroniker Rasool (vorne) und seine Unterstützer: Andreas Rodenberg (Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt), Benjamin Klose (Ausbilder des Amtes), Christina Abruszat (Agentur für Arbeit) und Dirk Dehne (Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt, Personalwesen).

Im September hat Rasool Badeshda Akahel bei der Mindener Behörde eine Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik begonnen. Der heute 17-jährige Afghane war 2015 nach Deutschland geflüchtet – allein. Inzwischen hat er einen ersten wichtigen Schritt in das Arbeitsleben und damit für sein neues Leben in Deutschland gemacht.

Sprachkenntnisse gehörten zu Voraussetzungen

Christina Abruszat, Vermittlerin im Arbeitgeberservice Minden, erinnert sich: »Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Minden kam auf mich zu und hat um Bewerbervorschläge gebeten. Gerne wollte man auch einem geflüchteten Menschen eine Chance geben.« Zu den Voraussetzungen hätten aber beispielsweise Sprachkenntnisse und die Aussicht auf eine Anerkennung gehört, sagt Christina Abruszat und ergänzt: »Der Arbeitgeber hatte schon einen Ausbilder speziell für Auszubildende mit Fluchthintergrund eingestellt.« Gemeinsam mit der Berufsberatung und dem »Integration Point« gelang es dem Arbeitgeberservice, drei Kandidaten zu gewinnen und zur Veranstaltung einzuladen.

Einer von ihnen war Rasool Badeshda Akahel. Er erinnert sich noch gut an diesen Tag und das darauf folgende Praktikum im Mindener Betrieb: »Es war alles ganz anders als ich es gewohnt war. Und sehr anstrengend. Aber es hat mir gut gefallen – und gefällt mir auch heute noch sehr gut. Alle Kollegen sind nett und respektvoll, ich fühle mich wohl.«

Nachhilfe in den Fächern Deutsch und Elektrotechnik

Auch von betrieblicher Seite hört man nur Gutes. Ausbilder Benjamin Klose berichtet: »Wir waren und sind von Rasool sehr positiv überrascht. Er ist immer aufgeschlossen, immer dabei, es klappt einfach.« Andreas Rodenberg, stellvertretender Ausbildungsleiter, fügt hinzu: »Wir hatten keine Ahnung, was auf uns zukommt. Aber im Endeffekt war es doch einfacher, als gedacht.«

Einige Baustellen gab es. Besonders die Sprache ist für Rasool noch nicht so einfach, weshalb gerade der theoretische Unterricht am Leo-Sympher-Berufskolleg schwierig für ihn ist. Er erhält Nachhilfe in den Fächern Deutsch und Elektrotechnik. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt sieht sich in seiner Entscheidung bestätigt – und will weiteren Flüchtlingen eine Chance geben.

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