Sieben Patienten im Johannes-Wesling-Klinikum infiziert – 200 Mitarbeiter werden nun untersucht Resistente Keime in der Klinik

Minden (WB). Auf einer Intensivstation im Johannes-Wesling-Klinikum haben sich sieben Patienten mit einem multiresistenten MRSA-Keim infiziert. Woher der Keim kommt, ist bislang unbekannt. 200 Mitarbeiter werden nun einem Screening unterzogen.

Von Christian Busse
Der MRSA-Erreger lebt bei vielen Menschen im Rachenraum oder an den Schleimhäuten in der Nase. Erst bei Verletzungen und geschwächten Personen bricht die Krankheit aus.
Der MRSA-Erreger lebt bei vielen Menschen im Rachenraum oder an den Schleimhäuten in der Nase. Erst bei Verletzungen und geschwächten Personen bricht die Krankheit aus. Foto: Christian Busse

Jeder Patient wird routinemäßig bei der Aufnahme auf verschiedene Keime getestet – darunter auch auf den meist gegen Antibiotika resistenten MRSA-Keim. Nach Angaben des Kliniksprechers Steffen Ellerhoff war die Untersuchung bei allen nun infizierten Patienten negativ. Doch bei einer späteren Kontrolle wurde der Keim nachgewiesen.

»Die Quelle muss also bei uns im Krankenhaus sein. Die müssen wir so schnell wie möglich isolieren«, so Ellerhoff. Dazu werden nun alle 200 auf der Station arbeitenden Ärzte und Krankenpfleger untersucht. Bei ihnen wird mit einem Wattestäbchen ein Abstrich im Mundraum gemacht.

Auch sehr kranke Menschen infiziert

Wie es den einzelnen infizierten Personen geht, konnte die Klink nicht sagen. »Das ist sehr unterschiedlich. Da es eine Intensivstation ist, sind natürlich auch sehr kranke Menschen infiziert worden«, so Ellerhoff.

Mit dem MRSA-Erreger sind viele Menschen infiziert, ohne es zu wissen. Das Bakterium lebt im Rachen, den Achseln oder an den Schleimhäuten in der Nase. Erst wenn es es über Wunden in den Körper gelangt, kann die Krankheit ausbrechen. Gesunde Menschen bemerken eine Infektion meist nicht. Symptome sind Hautenzündungen oder Geschwüre. Vereinzelt entzünden sich auch ganze Organe.

Bei geschwächten oder älteren Menschen hat die Krankheit jedoch häufig schwere Verläufe. Dann kann sie sogar bis zum Tod führen. Da der Keim häufig gegen Antibiotika resistent ist, ist eine Behandlung sehr schwierig oder sogar unmöglich. Als bester Schutz gilt eine strenge Hygiene – besonders in sensiblen Bereichen wie Krankenhäusern oder Pflegestationen. Als Hauptinfektionsquelle gilt das Händeschütteln.

Kommentare

Ähm ja

Dieser Kommentar ist sowas von über. Sorry

Keime

Es ist so einfach: Hausinterne Reinigungskräfte einstellen.
Und keine auswärtigen , die erstmal die Toiletten in anderen Betrieben putzen,
und dann in die Krankenhäuser kommen.
Aber die Krankenhausbetreiber sehen ja nur noch das Geld.
Man kann auch an anderen Stellen sparen, z.B. an den Gehältern der Beamten.
Der Patient steht ja schon lange an letzter Stelle.

2 Kommentare

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