Auf dem Gelände der neuen zentralen Notunterkunft in Minden werden Leichtbauhallen errichtet Ende Februar sollen Flüchtlinge umziehen

Minden/Lübbecke (WB/kaf). Möglichst schon Ende Februar will die Bezirksregierung Detmold die zentrale Notunterkunft »Gut Denkmal« für Flüchtlinge in Minden eingerichtet haben und dann die Notunterkunft in der Jahn-Realschule in Lübbecke freiziehen.

Jochen Bode (rechts) von der Bezirksregierung Detmold erläutert Bürgern die geplante Nutzung des Mindener Geländes »Gut Denkmal« als zentrale Flüchtlingsunterkunft.
Jochen Bode (rechts) von der Bezirksregierung Detmold erläutert Bürgern die geplante Nutzung des Mindener Geländes »Gut Denkmal« als zentrale Flüchtlingsunterkunft. Foto: kaf

Bei einem Ortstermin mit Vertretern von Politik, Kreisverwaltung, und Stadt sowie mit einigen wenigen Bürgern erläuterten gestern Beamte der Bezirksregierung die geplante Umgestaltung des ehemaligen Mobilmachungsstützpunktes der Bundeswehr. Der für die Unterbringung von Flüchtlingen zuständige Dezernent Jörg List wurde von Dr. Jochen Bode für den Bereich Städtebau und von Architektin Stefanie Becker unterstützt.

Im »Gut Denkmal« im Mindener Stadtteil Minderheide stand seit den 1960er-Jahren etwa drei Jahrzehnte lang der gesamte militärische Gerätebestand der Herzog-von-Braunschweig-Kaserne sozusagen gespiegelt. Künftig sollen dort bis zu 1000 Flüchtlinge untergebracht werden. Mit Beginn der Bundeswehrreform war der Bundeswehrstützpunkt sukzessive freigezogen worden. Ende Oktober hatte die Bezirksregierung die Fläche, die an einer der Hauptausfallstraßen Mindens liegt, vom Bund übernommen.

Gründe für die Entscheidung, das frühere große Gut als Notunterkunft zu nutzen, seien vor allem die kurzfristige und kostenfreie Verfügbarkeit, erläuterte Jörg List. Außerdem müsse weder auf Privateigentum wie Hotels noch Turnhallen oder städtisches Eigentum zurückgegriffen werden.

List betonte, dass »die Bezirksregierung darauf abzielt, eine regional ausgewogene Verteilung von größeren Flüchtlingseinrichtungen im Regierungsbezirk zu erreichen«. Der Betrieb könne dort effektiver abgewickelt werden. Zudem würden die Kommunen entlastet. Weitere zentrale Notunterkünfte sind in Gütersloh und Paderborn vorgesehen.

Stefanie Becker und Jochen Bode verwiesen darauf, dass die Planungen für »Gut Denkmal« noch ganz am Anfang stünden. Fest steht, dass nur wenige der vorhandenen Gebäude, meist Fahrzeug- und Gerätehallen, genutzt werden. Errichtet werden sollen vor allem wärmegedämmte Leichtbauhallen als Schlaf-, Sanitär und Speisebereiche. In Kürze werden Voruntersuchungen hinsichtlich Schadstoffbelastungen in Gebäuden und auf dem Grundstück durchgeführt. Außerdem seien ein Brandschutzkonzept sowie Betreuungs- und Sicherungskonzepte zu entwickeln, erklärte Bode. Der versicherte ebenso wie Dezernent Jörg List, dass die Bezirksregierung größt mögliche Transparenz beim weiteren Vorgehen walten lassen wolle. Anfang Januar soll es eine ausführliche Information der Bürgerinnen und Bürger in dem Mindener Stadtteil geben.

In der Notunterkunft »Gut Denkmal« sollen die Flüchtlinge aus den drei Unterkünften in Lübbecke, Minden und Porta Westfalica zusammengezogen werden. Die Aufenthaltsdauer der Asylsuchenden in der Unterkunft soll möglichst nicht länger als eine Woche sein. Mit der Fertigstellung der neuen zentralen Einrichtung wird im ersten Quartal 2016 gerechnet. Liefe alles planmäßig, sollen bereits Ende Februar die ersten Flüchtlinge in »Gut Denkmal« eine vorübergehende Bleibe finden.

Zurzeit kommen laut Jörg List täglich etwa 1200 Flüchtlinge nach Nordrhein-Westfalen. Über die bevorstehenden Feiertage wird mit bis zu 2000 Asylsuchenden pro Tag gerechnet. Allerdings soll es während der Weihnachts- und Neujahrszeit keine neuen Zuweisungen in die Kommunen des Landes geben.

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