Lübbecker CDU-Fraktion sieht »Versagen auf ganzer Linie« Nach Messerattacken: Kritik an Verwaltung

Lübbecke (WB). Nach den Messerangriffen eines Nigerianers auf zwei Flüchtlinge meldet sich die Lübbecker CDU-Fraktion zu Wort. Sie erinnert daran, dass sie in den Beratungen zum Haushalt die Einstellung eines Sozialarbeiters, insbesondere für die Flüchtlingsunterkunft Hausstätte, gefordert hatte.

Flüchtlingsunterkunft Hausstätte: Die CDU hatte einen Sozialarbeiter gefordert.
Flüchtlingsunterkunft Hausstätte: Die CDU hatte einen Sozialarbeiter gefordert. Foto: Kai Wessel

Die Darstellung des Bürgermeisters, dass sich die vorhandene Sozialarbeiterin häufig in der Hausstätte aufhält, entspreche nicht den Tatsachen, heißt es von der CDU-Fraktion. Sprechstunden seien nur einmal wöchentlich vorgesehen.

Zudem fehle auf dem Schild zur Sprechstunde eine genaue Uhrzeit. Das führe dazu, dass viele Flüchtlinge die Sprechstunde gar nicht nutzen könnten, da sie gar nicht vor Ort seien, so die Christdemokraten. Abendliche Sprechstunden oder Sprechstunden am Wochenende würden nicht stattfinden.

Ehrenamtliche fühlen sich mit Problemen allein gelassen

CDU-Sprecher Reinhard Vollhey schlussfolgert: Hätte sich die Sozialarbeiterin öfter in der Hausstätte aufgehalten, dann »hätten die Verantwortlichen nicht nur mit der Verlegung des jetzt wieder auffällig gewordenen Flüchtlings in eine andere Unterkunft reagieren müssen, sondern viel früher den Schritt hin zu einer ärztlichen Betreuung des Flüchtlings einleiten müssen«.

Zudem sei von den Ehrenamtlichen immer wieder zu hören, dass sie mit vielen Problemen allein gelassen würden. Die Stadt würde sich zu oft für »nicht zuständig« erklären.

Die CDU-Fraktion sieht in dem Fall des Nigerianers ein »Versagen auf ganzer Linie«, sowohl von der Verwaltung als auch vom Bürgermeister. Sie empfiehlt, den Blick auf andere Städte und Gemeinden zu richten, in denen gute Flüchtlingsarbeit geleistet werde.

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