Immer komplexere Maschinen brauchen in Lübbecke Platz und Service IMA setzt auf Robotik

Lübbecke (WB). Für die Lübbecker ist der aktuelle Erfolg der Firma IMA Klessmann ganz augenfällig: Eine Montagehalle ist im vorigen Jahr gebaut worden, eine weitere Halle und ein Bürogebäude entstehen derzeit. Und auch die Mitarbeiterzahl steigt. Der Innovationskurs des Unternehmens trägt offenbar Früchte.

Von Friederike Niemeyer
Vollautomatisiert: Mit Hilfe von Robotern können ganze Prozessketten in der Produktion von Holzmöbeln gebündelt werden. Auch dank dieses Geschäftszweigs kann der Lübbecker Maschinenbauer IMA Klessmann auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2017 zurückblicken.
Vollautomatisiert: Mit Hilfe von Robotern können ganze Prozessketten in der Produktion von Holzmöbeln gebündelt werden. Auch dank dieses Geschäftszweigs kann der Lübbecker Maschinenbauer IMA Klessmann auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2017 zurückblicken. Foto: IMA Schelling Group

20 Prozent Umsatzplus

Am Mittwoch präsentierten Bernhard Berger und Andreas Bischoff die aktuellen Zahlen des inhabergeführten Holzmaschinenbauers. Dabei rückten sie weniger das deutliche Umsatzplus von 20 Prozent in den Vordergrund als vielmehr die Unternehmensausrichtung, die sich als erfolgreich erwiesen habe – hin zu mehr Automatisierung, aber auch zu mehr Bedienungsfreundlichkeit und Service.

Als wichtigsten Grund für die große Resonanz bei den weltweit 18.000 Kunden sieht die Unternehmensleitung die beiden neuen Geschäftsbereiche Robotik Engineering und Anlagensteuerung. Hinzu komme eine neue Hochleistungszuschnittanlage, die von IMA Klessmann gemeinsam mit der Schwesterfirma Schelling Anlagenbau entwickelt wurde und stark nachgefragt werde.

»Die Zukunft gehört den individuellen Anlagen, die auf Basis erprobter Lösungsmodule konzipiert werden«, blickte der geschäftsführende Gesellschafter der IMA-Schelling-Gruppe, Bernhard Berger, in die Zukunft. China werde als Markt an Bedeutung gewinnen, prognostizierte er.

Roboter heute flexibler

33 komplexe Roboter habe IMA Klessmann inzwischen verkauft, berichtete Geschäftsführer Andreas Bischoff. Das Thema »ziehe«, zumal die Anlagen heute flexibler seien als etwa noch vor zehn Jahren. Parallel sei IMA beim Internet der Dinge (IoT) am Ball, entwickle fahrerlose Transportsysteme und vereinfache die Bedienbarkeit auch der komplexesten Anlagen. So bilde das vor zwei Jahren gestartete System »IPC.NET« die gesamte Prozesskette vom Auftrag bis zum fertigen Bauteil ab, erläuterte Bischoff. »Unsere Kunden verlangen mittlerweile auch, dass die Qualitätskontrolle der bearbeiteten Teile automatisiert abläuft.«

Bei aller Automatisierung betonte Andreas Bischoff dennoch den Faktor Mensch bei IMA Klessmann: »Bei uns wird es nicht die künstliche Intelligenz geben, die unsere Kunden automatisch zufrieden stellt.« Denn IMA wolle sich weiter als nahbare, serviceorientierte Firma präsentieren.

Acht Millionen Euro investiert

Zum Thema Service gehört letztlich auch die neue Montagehalle. Denn nun hat IMA auf 3300 Quadratmetern genügend Platz, um die kompletten Anlagen schon einmal im Haus zu testen, bevor sie beim Kunden aufgebaut werden. Noch im Frühjahr soll eine weitere 4200 Quadratmeter große Halle in Betrieb genommen werden sowie ein zusätzliches Bürogebäude (750 Quadratmeter), in dem 75 Arbeitsplätze aus dem Bereich Installation und Kundendienst untergebracht werden.

Roboter und hochkomplexe Anlagensteuerungen wollen schließlich programmiert und gewartet werden. Acht Millionen Euro hat sich IMA Klessmann die Investitionen im Jahr 2017 kosten lassen. Die neuen Flächen machen bisherige dezentrale Anmietungen überflüssig.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.