Auftakt der Schlaganfall-Info-Tour 2018 – alle Termine sind ausgebucht Die Risikofaktoren im Blick

Lübbecke (WB/aha). Wer die statistischen Zahlen kennt, weiß wie wichtig es ist, regelmäßig einen Gesundheitscheck zu machen. »Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache und die häufigste Ursache für Behinderungen«, erklärte Dr. med. Georg Backhausen beim gestrigen Auftakt der 17. Schlaganfall-Info-Tour im Altkreis Lübbecke. »Die vier großen Risikofaktoren sind hoher Bluthochdruck, erhöhten Blutdruck, Rauchen und zu hohe Cholesterinwerte.« Daher sei es so wichtig, diese Werte regelmäßig überprüfen zu lassen, sagte der Mediziner.

Zum Auftakt der Schlaganfall-Info-Tour im Altkreis untersucht Dr. Georg Backhausen (links) Lübbeckes Bürgermeister Frank Haberbosch (rechts) im Beisein von (von links) Georg Droste (Vorstand Sparkasse Minden-Lübbecke), Paul Gauselmann und Marc Schäuble (Geschäftsstellenleiter Sparkasse Lübbecke).
Zum Auftakt der Schlaganfall-Info-Tour im Altkreis untersucht Dr. Georg Backhausen (links) Lübbeckes Bürgermeister Frank Haberbosch (rechts) im Beisein von (von links) Georg Droste (Vorstand Sparkasse Minden-Lübbecke), Paul Gauselmann und Marc Schäuble (Geschäftsstellenleiter Sparkasse Lübbecke). Foto: Arndt Hoppe

Dass sich diese Erkenntnis auch dank der Info-Tour bei vielen Menschen durchgesetzt hat, zeigt das große Interesse an den kostenlosen Untersuchungen, die dabei angeboten werden. »Alle acht öffentlichen Termine in Filialen der Sparkasse Minden-Lübbecke und der Stadtsparkasse Rahden sind ausgebucht«, sagte Unternehmer Paul Gauselmann, der dieses Präventionsangebot vor Jahren ins Leben gerufen hat. Zudem gibt es zwei nicht-öffentliche Termine in den Lübbecker Werkstätten und bei der Firma Gauselmann, bei denen keine Anmeldungen mehr möglich sind. »In jedem Jahr nehme ich etwa 300 Untersuchungen während der Tour vor«, sagte Dr. Backhausen, der dafür sogar Teile seines Urlaubs opfert. Insgesamt sind in den bisherigen 16 Jahren 4843 Menschen aus dem Altkreis untersucht und aufgeklärt worden. Von den 307 Untersuchten des Jahres 2017 waren 120 (39 Prozent) ohne auffälligen Befund, 132 wurden als »eventuell schon gefährdet« eingestuft und bei 55 Personen lagen die Werte im roten Bereich. »Ich bin mir sicher, dass durch die Tour immer wieder Schlaganfälle verhindert werden, die sonst passiert wären«, sagt der Arzt.

Nur jeder Zweite weiß, dass sein Blutdruck zu hoch ist

Grundsätzlich gelte in Bezug auf den Hauptfaktor Bluthochdruck die 50-Prozent-Regel. Nur jeder zweite Menschen wisse, dass sein Blutdruck zu hoch sei. »Von diesen wird nur die Hälfte behandelt. Und davon wird wiederum die Hälfte richtig behandelt, so dass der Blutdruck dauerhaft erfolgreich gesenkt wird«, sagt Dr. Backhausen. Er erklärt auch den Einfluss von Bluthochdruck auf das Schlaganfallrisiko: »Durch den Druck werden die Gefäßwände geschädigt und es kommt zu Ablagerungen, die dann die Verstopfung verursachen.«

Paul Gauselmann testet regelmäßig

Nur einmal im Jahr den Blutdruck untersuchen zu lassen, sei allerdings nicht sinnvoll, hob Dr. Georg Backhausen hervor. Vielmehr seien regelmäßige Untersuchungen beim Hausarzt, in der Apotheke oder auch mit einem eigenen Messgerät zu empfehlen. »Ein wichtiger Effekt der Schlaganfall-Info-Tour ist es, die Öffentlichkeit über die Gefahren und Möglichkeiten der Vorbeugung aufzuklären«, betonte Paul Gauselmann. Er selbst messe seit Jahren täglich seinen Blutdruck. »Ein Messgerät gibt Sicherheit und ist auch bei mir regelmäßig im Einsatz«, sagte auch Lübbeckes Bürgermeister Frank Haberbosch.

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