Landgericht Bielefeld verhängt Haftstrafen gegen Mann (35) und Frau (29) aus Lübbecke Folterpaar muss ins Gefängnis

Lübbecke/Bielefeld (WB/wk). Im Folterprozess gegen ein Paar aus Lübbecke hat das Landgericht Bielefeld am Donnerstag Haftstrafen gegen die Angeklagten verhängt. Die Lübbeckerin (29) wurde wegen Geiselnahme und gefährlicher Körperverletzung zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt, ihr Freund (35) muss für zwei Jahre und neun Monate hinter Gitter.

Das Landgericht in Bielefeld.
Das Landgericht in Bielefeld. Foto: Thomas F. Starke

Das Gericht sah es nach der Beweisaufnahme als erwiesen an, dass das Paar nach einem missglückten Ebay-Geschäft Selbstjustiz verübt hatte. Das Paar hatte beim späteren Opfer für 12.400 Euro Fernseher gekauft. Die Ware kam aber nie in Lübbecke an.

Unter einem Vorwand lockte das Paar den Verkäufer daraufhin nach Lübbecke. Dort fesselten sie ihn mit Kabelbindern, umwickelten seinen Kopf mit Klebeband, traktierten ihn mit einem Elektroschocker und drohten, mit einem Akkubohrer seine Kniescheibe zu durchlöchern. Nach Einschätzung des Gerichts habe das Opfer über einen längeren Zeitraum Todesängste ausstehen müssen.

Unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft

Das Paar hatte die Vorwürfe bis zuletzt bestritten. Allerdings hatte ein Nachtportier die Lübbeckerin im Hotel des Opfers gesehen. Dort hatte sie der Verkäufer hingeschickt mit dem Hinweis, hier befände sich eine größere Summe Geld aus einem Casinogewinn.

Mit der verhängten Haftstrafe blieb das Gericht deutlich unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft. Die hatte sechs beziehungsweise sieben Jahre und drei Monate Haft für die Angeklagten gefordert. 

Ob die Verteidigung Revision einlegt, ist noch unklar.

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