Verkehrssicherung: Volksbank-Bäume am Niederwall müssen weg Linden verschwinden

Lübbecke (WB). Die drei großen Linden vor der Volksbank-Zentrale in Lübbecke gehören seit Jahrzehnten zum Stadtbild. Jetzt werden sie aus Gründen der Verkehrssicherung entfernt.

Von Kai Wessel
In 15 Metern Höhe: Diplom-Forstwirt Jörg Klickel (Zaunteam Gehlenbeck) schneidet mit der Motorsäge einen Teil des Stamms von der Linde ab. Unterstützt wird er auf der Hubwagenbühne von Projektleiter Harald Scheding.
In 15 Metern Höhe: Diplom-Forstwirt Jörg Klickel (Zaunteam Gehlenbeck) schneidet mit der Motorsäge einen Teil des Stamms von der Linde ab. Unterstützt wird er auf der Hubwagenbühne von Projektleiter Harald Scheding. Foto: Kai Wessel

Aus Sicht von Diplom-Forstwirt Jörg Kischkel (50) von der Firma »Zaunteam« aus Gehlenbeck ist die Maßnahme alternativlos. Der Baum, der hinter der Mühlenkreis-Skulptur steht, sei schwer beschädigt: »Der hat einen Riss, der in drei Metern Höhe beginnt und bis zum Boden reicht«, sagt Kischkel. Der Riss ist etwa 15 Zentimeter breit. »Da dringt Wasser ein. Das macht es noch gefährlicher«, sagt der Forstwirt. Dass der 30 Meter hohe Baum das Sturmtief »Friederike« überstanden hat, sei keine Selbstverständlichkeit. Zum Glück, so Kischkel, habe der Baum kein Laub getragen. Das hätte die Gefahr für Passanten an ZOB und Niederwall während des Sturms erhöht: »Im Prinzip kann der jederzeit auseinanderbrechen«, sagt der Forstwirt.

Linde wurde zunächst gestutzt

Aufgefallen war der Riss erstmals im Advent. Beim Aufhängen der Weihnachtsbeleuchtung entdeckte ein Monteur die Bruchstelle und informierte das Geldinstitut. Daraufhin wurde die Linde zunächst gestutzt, um die Belastung zu reduzieren. Da das Risiko eines Bruchs aber nach wie vor besteht, muss der Baum nun entfernt werden. »Alles andere können wir nicht verantworten«, sagt Jörg Kuhlmann von der Volksbank Lübbecker Land.

Dass die beiden anderen Linden ebenfalls weichen müssen, war zunächst nicht geplant. Doch Forstwirt Kischkel entdeckte bei seiner Kontrolle mehrere Stellen, an denen sich der Brandkrustenpilz ausgebreitet hat. Neben einer intensiven Weißfäule kann der Parasit Moderfäule hervorrufen und, so Jörg Klickel, die Stand- und Bruchsicherheit von befallenen Bäumen extrem gefährden. »Die Statik versagt. Da reicht dann ein Windstoß und der Baum kippt aus heiterem Himmel um.«

Die zukünftige Bepflanzung ist noch unklar

Forstwirt Klickel gesteht, dass ihm die Beseitigung der Bäume nicht leicht falle. »Ich kannte die schon, als der Bierbrunnen noch hier stand.« Nach seiner Einschätzung dürften die Bäume vor mehr als 100 Jahren gepflanzt worden sein. Wie die Bepflanzung auf dem Gelände in Zukunft aussehen kann, ist noch unklar. Forstwirt Klickel rät von neuen Linden ab, da der Brandkrustenpilz bis ins Erdreich hineinreiche. Nach Auskunft der Volksbank wolle man eine Entscheidung nicht übers Knie brechen, sondern gründlich überdenken.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.