Trotz frostiger Temperaturen: Vögel in Stockhausen, Gehlenbeck und auf dem Aspel gesichtet Störche kehren früh zurück

Lübbecke (WB/wk). Die ersten Störche sind aus ihren Winterquartieren nach Lübbecke zurückgekehrt. Die Horste in Stockhausen, Gehlenbeck und auf Hof Aspelmeier in Nettelstedt sind besetzt. Auch in Hannoversch-Ströhen (Kreis Diepholz) sind erste Störche zurück.

Der erste Storch sitzt auf dem Horst an der Frotheimer Straße in Gehlenbeck. Wo er überwintert hat, ist unklar.
Der erste Storch sitzt auf dem Horst an der Frotheimer Straße in Gehlenbeck. Wo er überwintert hat, ist unklar.

In Stockhausen wurde am 15. Februar ein Storch auf dem Horst gesichtet. Gerd H. Niemeyer hat ihn fotografiert: »Es handelt sich um das Weibchen, das in den letzten drei Jahren hier gebrütet und insgesamt sechs Jungstörche aufgezogen hat.« In die Freude über das Wiedersehen mischt sich bei Niemeyer auch Erstaunen darüber, dass der Storch seinen Horst sehr zeitig in Beschlag genommen hat. In den Jahren 2015 und 2016 kam er erst im März.

Kürzere Routen

»Kälte macht den Vögeln nichts aus«, sagt Dr. Dr. Alfons Bense aus Petershagen-Windheim. Dass die Vögel früher zurückkehrten, führt der »Storchenvater« des Mühlenkreises vor allem auf kürzere Reiserouten zurück. »Viele Vögel überwintern nicht mehr in Afrika, sondern in Spanien oder Südfrankreich.« Damit würden Risiken wie der Flug über die Meerenge von Gibraltar oder über die Sahel-Zone entfallen. Kürzere Distanzen bei geringerem »Unfallrisiko« – diese Kombination führe letztlich dazu, dass der Storch früher zurückkehre, sagt Bense.

Mäuse statt Frösche

Ernst-Günter Bulk, Storchenexperte aus Lübbecke, ergänzt, dass der Storch auch im Winter ausreichend Nahrung findet, nicht zuletzt auf der Mülldeponie Pohlsche Heide. »Der Storch ist anpassungsfähig«, sagt Bulk. Während früher in erster Linie Frösche auf auf seiner Speisekarte standen, habe er sich inzwischen auf Mäuse umgestellt. Bulk sieht aber auch einen Zusammenhang zwischen der sinkenden Zahl von Insekten und Amphibien und dem Umstand, dass die Zahl der Jungstörche pro Horst seit Jahren rückläufig ist. Das optimale Futter für den Nachwuchs fehle. Eine Ausnahme stelle der Hof Aspelmeier in Nettelstedt dar, mit bis zu fünf Jungstörchen pro Jahr. Wiesen und Bachläufe böten, so Bulk, ein optimales Umfeld für den Storch.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.