Bandnacht lockt erneut viele hundert Menschen in die Lübbecker Gaststätten. Lebendige Kneipenkultur

Lübbecke (WB). Nachtschwärmer aufgepasst: Die Kneipennacht ist am Samstagabend in die 16. Runde gegangen. In sieben Lokalen präsentierten sieben Live-Bands Rock, Pop oder Schlager. Und zwischen Bierchen und Tänzchen blieb noch Zeit für ein paar Geschichten aus der Lübbecker Kneipenszene.

Von Jessica Eberle
Sänger Mr. Kibs bringt mit Afropop Stimmung ins Blue Mojo – und tanzen konnte er auch ganz gut.
Sänger Mr. Kibs bringt mit Afropop Stimmung ins Blue Mojo – und tanzen konnte er auch ganz gut. Foto: Jessica Eberle

Freunde und Familie eingepackt und schon konnte es losgehen mit der Tour durch die Kneipen. Für viele war die erste Anlaufstelle die Tanzschule »Alte Post«. Um 21.30 Uhr begann dort die Band »White Star« aus Bremen zu spielen. Songs von großen Frauenstimmen wie Amy Winehouse, Anastacia oder Christina Aguilera brachten die Besucher zur frühen Stunde vielleicht noch nicht zum Tanzen, aber immerhin zum Mitklatschen. Auch eine Gruppe um Bärbel Weigle hatte sich zum Einstieg in der Alten Post versammelt und nippte gemütlich an ihren Biergläsern: »Das ist ja erst der Anfang, wir haben heute noch so einiges vor.« Weigle war schon bei der ersten Kneipennacht dabei: »Es ist schade, wenn dieses Angebot nicht genutzt wird. Wir sind hier, um die Kneipenkultur in Lübbecke ein bisschen zu unterstützen und wieder aufleben zu lassen. Einen Tipp hatte sie für die nächste Anlaufstelle: Das Blue Mojo.

Afropop im Blue Mojo

Das Blue-Mojo ist bei jüngeren Generationen bekannt als der Feier-Klassiker und wird vor allem als Veranstaltungsort zahlreicher Abi-Partys genutzt. Um 22 Uhr ging es hier mit Soul, Funk und Afropop weiter. Sänger Mister Kibs ging von der Bühne auf die Tanzfläche, um seine Zuhörer mit dem Klassiker »I believe I can fly« in seinen Bann zu ziehen. Allmählich füllte sich die Tanzfläche. Mit dabei waren Marko Hoffmann aus Hille und Freunde: »Wir machen die Kneipentour nicht zum ersten Mal und hier lässt es sich einfach am besten Feiern«, sagen sie. Dennoch galt: »Ins Schäppchen wollen wir nachher auch noch.«

Cocktails im Schäppchen

Das Schäppchen lockte mit Cocktails und Rockmusik der Band »Touch of Sound«. Hier gab es die breite Palette von Jimi Hendrix, Tina Turner bis Bob Marley zu hören. Um halb elf war das Lokal gut gefüllt. Mitten drin war Familie Wesemann aus Preußisch Oldendorf. Tanten und Nichten gefiel die Coverband am besten: »Die Männer sind heute in Hamburg, aber wir finden es hier ehrlich gesagt auch ganz nett.« Ihre nächste Anlaufstelle: »Zur Alten Backstube«: »Das ist einfach ein Klassiker und eine der ältesten Kneipen Lübbeckes.«

Schlager in der Backstube

Wer noch nie was von der Alten Backstube gesehen hat, der hörte sie an jenem Samstagabend zumindest deutlich. Aus dem kleinen Lokal drangen Schlager-Hits bis zur Langen Straße herüber. Hier war die Bude voll und es wurde lauthals mitgegrölt. Sänger Denny Storm rief nämlich zum Mitsingen auf. Und die treuen Fans der Backstube machten mit.

Bob Dylan im Mäng

Im »Mäng« ging es rockiger zu. Und trotzdem blieb Zeit für berührende Momente. Hier stimmte Inhaberin Brigitte Stemmer anlässlich eines Todesfalls in der Familie Bob Dylan’s Klassiker »Knockin‘ on Heaven’s Door« an. Auf der Mundharmonika begleitete sie die Band und erhielt Applaus. Besucherin Kathrin Böhning fasste zusammen, was viele Wiederholungstäter der Kneipennacht reizt: »Schließlich bin ich Lübbeckerin. Und wenn man hier einmal im Jahr so viele Live-Bands auf einen Schlag geboten bekommt, dann bin ich natürlich dabei.«

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