Kirstin Korte erläutert Bildungspläne bei der CDA in Lübbecke Gymnasium: Prüfung nach der 10. Klasse

Lübbecke (WB/wk). Die heimische Landtagsabgeordnete Kirstin Korte hat im Rahmen einer Sitzung des CDA-Kreisvorstandes über die Pläne der schwarz-gelben Landesregierung zum Thema Bildung gesprochen. So sollen unter anderem Gymnasiasten künftig nach der 10. Klasse eine Prüfung ablegen, um den Abschluss der Mittleren Reife zu erlangen.

Am Ende der 10. Klasse sollen Gymnasiasten künftig in einer Prüfung den Abschluss der Mittleren Reife erlangen.
Am Ende der 10. Klasse sollen Gymnasiasten künftig in einer Prüfung den Abschluss der Mittleren Reife erlangen. Foto: dpa

»Wir wollen am Ende der 10. Klassen an Gymnasien die gleiche Situation schaffen wie an Realschulen«, erläuterte Korte, Vorsitzende des Landtagsausschusses Schule und Bildung, auf Anfrage dieser Zeitung. Gymnasiasten, die später nicht ihr Abitur schaffen würden, hätten mit dieser Regelung ein solides Abschlusszeugnis in den Händen.

»Wir brauchen Handwerker«

Die CDU-Kreisvorsitzende sieht in der zusätzlichen Prüfung auch eine Aufwertung der mittleren Bildungsabschlüsse: »Wir brauchen nicht nur Studenten, sondern auch Handwerker und Berufskraftfahrer.« Wie die Prüfungen im Detail aussehen könnten, daran würde derzeit noch gefeilt.

Dass der neuen Landesregierung der Bereich Schule und Bildung besonders wichtig sei, machte Korte an folgende Zahlen fest: Der Etat des Landeshaushalts umfasst insgesamt 74,5 Milliarden Euro.

Mehr Ausgaben für Bildung

Jeder vierte Euro würde für Bildung ausgegeben. »Dennoch reichen diese Summen immer noch nicht aus, um die bestehenden Defizite zu beheben«, sagte Korte. Man müsse sich darüber klar sein, dass viele Dinge verändert werden müssten und nicht alles sei allein mit Geld zu regeln. Allein in den Grundschulen würden etwa 1000 Lehrer fehlen. Die Landesregierung wolle insgesamt mehr als 2000 zusätzliche Lehrerstellen schaffen. Die Lehrer müssten aber zunächst einmal an den Universitäten ausgebildet werden.

G9 und Inklusion

Korte ging auch auf die Wiedereinführung von G9 an Gymnasien und Gesamtschulen ein. Nur zehn Prozent aller Schulen würden an G8 festhalten wollen. Die Umstellung werde das Land NRW viel Geld kosten, so Kirstin Korte. Außer dem erhöhten Personalbedarf würde auch ein größerer Raumbedarf im Laufe der Zeit finanziell zu Buche schlagen.

Beim Thema Inklusion setzt die schwarz-gelbe Landesregierung, so Kirstin Korte, auf Schwerpunktschulen, um allen Kindern eine optimale Bildung zuteilwerden zu lassen. Daneben soll es weiterhin Förderschulen geben. Um den veränderten Familiensituationen Rechnung zu tragen, soll der offene Ganztag noch flexibler werden.

Abschließend wagte Kirstin Korte noch einen Blick in die Zukunft des gesamten Bildungswesens: »Wir müssen Schule als gesamtgesellschaftliche Aufgabe begreifen. Schule ist in erster Linie Bildungseinrichtung, für die Erziehung ist vorrangig das Elternhaus zuständig. Schule kann hier nur ergänzen.«

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