Stadt und Krankenkassen unterzeichnen Vereinbarung Gesund am Arbeitsplatz

Lübbecke (WB). Höhere Anforderungen in der Arbeitswelt machen die Gesundheitsvorsorge umso wichtiger. Je nach Art der Tätigkeit sind die Belastungen unterschiedlicher Art. Dass die Beschäftigten in Lübbecke gesund arbeiten können, ist das Ziel einer Vereinbarung, die jetzt im Lübbecker Rathaus unterzeichnet wurde.

Von Kathrin Kröger
Wirtschaftsförderer Claus Buschmann (Zweiter von links) und Bürgermeister Frank Haberbosch (rechts) haben im Rathaus die Kooperationspartner begrüßt. Als Vertreter der Krankenkassen waren Torsten Arning und Claudia Kriete (Barmer), Wilfried Furche (BKK Melitta plus), Falko Schlottmann und Gerhard Wiechers (AOK Nordwest) sowie Ann-Kathrin Niermann und Udo Griese (IKK classic) anwesend, Klaus Westhoff als Repräsentant der Firma BGPM Forum, Partner für Betriebliches Gesundheitsmanagement.
Wirtschaftsförderer Claus Buschmann (Zweiter von links) und Bürgermeister Frank Haberbosch (rechts) haben im Rathaus die Kooperationspartner begrüßt. Als Vertreter der Krankenkassen waren Torsten Arning und Claudia Kriete (Barmer), Wilfried Furche (BKK Melitta plus), Falko Schlottmann und Gerhard Wiechers (AOK Nordwest) sowie Ann-Kathrin Niermann und Udo Griese (IKK classic) anwesend, Klaus Westhoff als Repräsentant der Firma BGPM Forum, Partner für Betriebliches Gesundheitsmanagement. Foto: Kathrin Kröger

Mit den Unterschriften von Bürgermeister Frank Haberbosch und den Kooperationspartnern, den vier Krankenkassen AOK Nordwest, Barmer, IKK classic und BKK Melitta Plus, wurde das Projekt »Arbeit: Gesund in Lübbecke« (Agil) gestartet. Initiator ist Lübbeckes Wirtschaftsförderer Claus Buschmann. Vor etwa einem Jahr kam die Idee eines Betrieblichen Gesundheitsnetzwerks auf. »Ich dachte mir, wir brauchen weiche Standortfaktoren, gerade für die kleinen und mittelständischen Unternehmen«, sagte Buschmann.

Arbeit wird zunehmend verdichtet

Schnellere Arbeitsprozesse, größere Arbeitsverdichtung und die fortschreitende technische Entwicklung führten zu höheren Anforderungen. Angesichts des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels bekomme die Gesundheitsförderung für die Mitarbeiter eine besondere Bedeutung. Die Ziele: die Arbeitsfähigkeit erhalten und die Erwerbstätigen für die gesundheitliche Eigenverantwortung sensibilisieren und somit in der Folge die Fehlzeiten senken und die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Wichtige Handlungsfelder sind zum Beispiel Bewegung und Ernährung.

Die Wirtschaftsförderung wolle die Firmen bei dem Thema unterstützen, so Buschmann. Bei Gesprächen mit vielen Betrieben unterschiedlicher Größe habe sich gezeigt, dass punktuell bereits Maßnahmen zur Gesundheitsförderung existierten. Wichtig sei jedoch die Nachhaltigkeit. »In der Verwaltung hatten wir mal die aktive Mittagspause. Da waren erst alle ganz begeistert, aber das ist dann mehr und mehr gebröckelt«, erzählte Bürgermeister Frank Haberbosch.

Synergieeffekte im Netzwerk

Inwiefern hilft aber ein Netzwerk? Buschmann: »Hier greift der Synergieeffekt in der Zusammenarbeit aller Akteure. Es können Programme und Kurse für Mitarbeiter mehrerer kleinerer Betriebe zusammengestellt werden, die in der Einzelbetrachtung nicht zustande kämen. Dabei ist unerheblich, welcher Krankenkasse die Mitarbeiter angehören.« Die Akteure – das sind außer den vier Krankenkassen und der Wirtschaftsförderung der Stadt der Verein Lübbecke Marketing und die Fachhochschule des Mittelstands in Bielefeld (Fachbereich Personal/Gesundheit/ Soziales) zur wissenschaftlichen Begleitung. Letztere soll auch Kriterien für einen Gesundheitspreis erarbeiten, der einen zusätzlichen Anreiz darstellen soll. Geplant ist, diesen erstmals 2020 zu vergeben. Eine Jury aus unabhängigen Experten soll die Wettbewerbsmaßstäbe anwenden. Der Lübbecker BGM-Preis, wie er offiziell heißen soll, wird ein Geldpreis sein, der den Mitarbeitern der Sieger-Firma zur Verfügung gestellt wird. »Zum Beispiel für eine Betriebsfeier«, so der Wirtschaftsförderer.

Einstieg bis 3. April

Bis zum 3. April können Unternehmen noch als Partner in das Projekt einsteigen. Dann nämlich ist Abgabetermin für einen Antrag auf Fördermittel, der aktuell unter Federführung der Fachhochschule – Dekan ist Prof. Dr. Walter Niemeier – formuliert wird. 20 Firmen seien bereits mit im Boot, sagte Claus Buschmann, darunter auch zwei Betriebe aus Espelkamp. In jeder Firma soll der individuelle Bedarf der Gesundheitsförderung ermittelt werden.

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