Rede von Juso Micha Heitkamp wird im TV gezeigt – drei Delegierte aus Mühlenkreis bei SPD-Sonderparteitag - mit Video »Herr der Ringe«-Zitat macht Furore

Lübbecke/Minden (WB). Drei Delegierte haben den Kreis Minden-Lübbecke auf dem  SPD-Sonderparteitag in Bonn vertreten. Micha Heitkamp und Conny Wandtke stimmten gegen die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit der CDU, Michael Buhre dafür. Heitkamp, Kreisvorsitzender der Jusos, beteiligte sich als Redner an der intensiven Debatte.

Von Friederike Niemeyer
In »Berlin direkt«: Micha Heitkamp zitiert aus »Herr der Ringe«.
In »Berlin direkt«: Micha Heitkamp zitiert aus »Herr der Ringe«.

»Geringe Aussichten auf Erfolg? Worauf warten wir?«

Der 27-jährige Hiller war morgens – »nach einer unruhigen Nacht«, wie er sagte – sehr früh am Ort des Geschehens. So konnte er sich gleich in die Rednerliste eintragen und wurde als Zweiter in der Aussprache ans Pult gerufen. Heitkamp verblüffte mit einer Anleihe aus dem Fantasy-Epos »Herr der Ringe«. Der Juso griff  das Dobrindt-Wort vom »Zwergenaufstand« auf und zitierte den Zwerg Gimli: »Den Tod als Gewissheit, geringe Aussicht auf Erfolg? Worauf warten wir noch?« Wer den Ring zerstören und das Auenland retten wolle, der brauche dafür Mut und Kampfgeist. 

Dafür gab es nicht nur viel Applaus der Delegierten, der Redebeitrag erzielte großes Medienecho und schaffte es in die Sendungen »Berlin direkt« (ZDF) und »Anne Will« (ARD). Auch spanische und italienische Zeitungen hätten davon berichtet, sagte Heitkamp. »Die Filme liefen über Weihnachten im Fernsehen. Ich wollte damit nur deutlich machen, dass es Mut braucht, sich dem zu widersetzen, was in Berlin als alternativlos gilt.«

Faire und sachliche Debatte

Heitkamp berichtete von einem fairen und sachlichen Ton in der Debatte. »Man hat gemerkt, dass diese Frage an die Substanz geht. Es ist klar geworden, dass die Groko in der SPD alles andere als eine klare Sache ist.«

Einig ist er sich mit seinem Kreisvorsitzenden Michael Buhre aus Minden, dass nun CDU/CSU und Angela Merkel am Zuge seien. Sie müssten liefern, damit die drei neu formulierten Verhandlungsziele der SPD berücksichtigt werden. Diese Punkte, zusammen mit dem Argument, in der europäischen Einigung voranzukommen, hätten ihn bewogen, »am Ende mit Bauchschmerzen zuzustimmen«, sagte der 56-Jährige. Eigentlich habe er aus Glaubwürdigkeitsgründen gegen die Verhandlungen stimmen wollen.

»Kein Steigbügelhalter für Angela Merkel«

Spannend fand auch Conny Wandtke aus Schnathorst den Sonderparteitag. Aber trotz der guten Reden von Malu Dreyer, Andrea Nahles und besonders DGB-Chef Reiner Hoffmann sei sie bei ihrem Nein geblieben. »Wir müssen den Druck in Richtung Union hochhalten. Wir wollen kein Steigbügelhalter für Angela Merkel sein. Es darf keine Neu­auflage der alten Groko geben«, sagte die 62-Jährige, die stellvertretende Kreisvorsitzende der SPD-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen (AfA) ist.

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