Ensemble parodiert Kuppelshow – Internet-Auftritt sorgt für Wirbel Bauern lassen Hüllen fallen

Lübbecke (WB). »Bauer sucht Frau« heißt das bekannte TV-Format. Am Samstagabend ist die Kult-Sendung in Form eines Theaterstücks parodiert worden. Und in dieser Version ist alles etwas lockerer: Nicht nur die Zunge, sondern auch der Hosenbund.

Von Jessica Eberle
Um die Herzen der Frauen zu erobern, haben die Landwirte ein Bewerbungsvideo für das Internet gedreht. Ob sich dieses auch sehen lassen kann? Den Gesichtsaudrücken des »Test-Publikums« zufolge offenbar nicht.
Um die Herzen der Frauen zu erobern, haben die Landwirte ein Bewerbungsvideo für das Internet gedreht. Ob sich dieses auch sehen lassen kann? Den Gesichtsaudrücken des »Test-Publikums« zufolge offenbar nicht. Foto: Jessica Eberle

Die Stadthalle war ausverkauft. Grund dafür ist wohl der Bekanntheitsgrad der Kuppelshow, die seit 2005 ausgestrahlt wird. Und so hat vermutlich jeder einmal – natürlich ganz aus Versehen – eingeschaltet, als der »raubeinige Rinderwirt« oder der »schüchterne Schweinebauer« auf der Suche nach ihrer großen Liebe waren.

So viel hatte die Serie aber dann doch nicht mit dem Theaterstück »Landeier – Bauern suchen Frauen« zu tun, welches das Hamburger Ohnsorg-Theater auf Einladung des Kulturrings präsentierte.

Bewerbungsvideo läuft aus dem Ruder

Und das ging so: Die Bauern Jens (Robert Eder), Jan (Markus Gillich) und Richard (Tim Ehler) fühlen sich wohl auf dem Land und machen ihren Job aus Leidenschaft. Aber trotzdem fehlt da was – nämlich die Frau fürs Leben. In ihrer Stammkneipe beim Gastwirt Hein (Dieter Schmitt) rätseln die Männer bei Schnaps und Dosen-Ravioli darüber, wie sich Frauenherzen wohl am besten erobern lassen. Online-Dating lautet die Lösung. Dafür wagen sich die Junggesellen an ein Bewerbungsvideo, das allerdings schnell aus dem Ruder gerät.

Die Geschichte war klar, der Inhalt weniger ergiebig. Und so mussten die Zuschauer ziemlich lange verfolgen, wie die Bauern sich in ihrer Stammkneipe beratschlagen, ohne dass so richtig etwas passiert. Für Verwirrung sorgte auch der Vorhang, der sich nach jedem einzelnen Akt schloss. Währenddessen wurde das Publikum mit Musik beschallt und blickte mehr oder weniger gebannt auf den roten Stoff.

Bauern präsentierten nackte Tatsachen

Witze, die eher schlicht kamen, steckte das Publikum mit Humor weg: »Warum gibt es mehr Frauen als Männer?« – »Weil es auf der Welt mehr zu putzen gibt, als zu trinken.« Und so sorgte das Stück im Verlauf des Abends durchaus für einige Lacher. Nachdem das Stück vorher eher so holprig verlief wie Acker-Pflügen, konnten die Schauspieler später allmählich die ersten Früchte ihrer Arbeit ernten.

Eine Szene ging als klarer Sieger des Abends hervor: Die Bauern präsentierten nackte Tatsachen – lediglich ein paar Kochutensilien bildeten einen kleinen Lendenschutz. Derweil gaben die Junggesellen beim Tanzen alles, um potentielle Partnerinnen anzulocken. Applaus, Kreischen und Zugabe-Rufe seitens der Damen verrieten, dass vor allem das weibliche Publikum großen Spaß daran hatte, den Bauern beim Wackeln mit Pfanne und Hintern zuzusehen. So viel Spaß, dass die Darsteller am Ende des Stückes stehende Ovationen erhielten.

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