Wasserbeschaffungsverband erhält Genehmigung für 30 Jahre Gehlenbecker Brunnen sprudeln weiter

Gehlenbeck (WB). Trinkwasser aus Brunnen in Gehlenbeck hat sehr gute Qualität. Seit 1988 wird es in Lübbecke und Espelkamp genutzt. Die dazu erforderliche Genehmigung wurde jetzt um weitere 30 Jahre erneuert. Eine wichtige Säule für die Wasserversorgung vor Ort.

Weitere 30 Jahre darf der WBV Gehlenbeck Wasser fördern. Mit dem Bewilligungsbescheid: (von links) Jurist Ronny Abraham und Hans-Joachim Dechant von der Bezirksregierung, Siegfried Lang von der Netzgesellschaft Lübbecke, Markus Hannig von den Stadtwerken Lübbecke sowie (vorne links) Verbandsvorsteher Frank Haberbosch und Barbara Späth von der Bezirksregierung Detmold.
Weitere 30 Jahre darf der WBV Gehlenbeck Wasser fördern. Mit dem Bewilligungsbescheid: (von links) Jurist Ronny Abraham und Hans-Joachim Dechant von der Bezirksregierung, Siegfried Lang von der Netzgesellschaft Lübbecke, Markus Hannig von den Stadtwerken Lübbecke sowie (vorne links) Verbandsvorsteher Frank Haberbosch und Barbara Späth von der Bezirksregierung Detmold.

Noch im alten Jahr war es amtlich geworden: Der Wasserbeschaffungsverband (WBV) Gehlenbeck darf auch nach Ablauf der Bewilligung aus dem Jahr 1988 in Gehlenbeck weiterhin Wasser fördern. Ronny Abraham, Barbara Späth und Hans-Joachim Dechant von der Bezirksregierung Detmold haben Verbandsvorsteher Bürgermeister Frank Haberbosch am Mittwoch den Bewilligungsbescheid für die nächsten 30 Jahre übergeben.

»Wasser ist Allgemeingut«

860.000 Kubikmeter dürfen pro Jahr aus den vier Brunnen des Wasserwerks Masch und der Quelle Gehlenbeck entnommen werden, wie Ronny Abraham, der zuständige Jurist von der Bezirksregierung Detmold, erläutert. »Nach deutschem Rechtsverständnis ist Wasser Allgemeingut. Wenn jemand mehr Wasser als für seinen eigenen Bedarf benutzt, braucht er dafür eine Genehmigung«, sagte Abraham. Das Versorgungsunternehmen muss initiativ werden und die wasserrechtliche Bewilligung beantragen. Bürgermeister und Verbandsvorsteher Frank Haberbosch: »Viele denken: Strom kommt aus der Steckdose und Wasser kommt aus dem Wasserhahn. Welchen Aufwand es erfordert, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, wissen die meisten Bürger nicht.«

Nachweise erforderlich

Um die für den Antrag notwendigen Nachweise erbringen zu können waren umfangreiche wasserwirtschaftliche und landschaftsökologische Untersuchungen und Messungen notwendig. Langfristig darf nur so viel Wasser entnommen werden, wie sich neu bildet. Das Wasserversorgungsunternehmen muss belegen, dass die geplante Grundwasserentnahme im Gleichgewicht mit der sogenannten Grundwasserneubildung steht, dass also der Wasserhaushalt im Boden nicht überbeansprucht wird. Dazu konnte festgestellt werden, dass die beantragte Wassermenge im Einklang mit dem von der Natur verfügbaren Wasser steht.

Damit ist auch den Zielsetzungen der EU-Wasserrahmenrichtlinie entsprochen, die als eines von mehreren Bewirtschaftungszielen auch die Erhaltung eines guten mengenmäßigen und chemischen Zustandes des Grundwassers vorgibt. Voraussetzung für die Erteilung eines Wasserrechts ist ein Bedarf für die Versorgung der Bevölkerung. Der Bescheid setzt sich daher auch mit der Bedarfsprognose und der demographischen Entwicklung für die kommenden 30 Jahre auseinander. Im Abstand von zehn Jahren ist jeweils ein aktueller Bedarfsplan vorzulegen.

1973 gegründet

Mitglieder des Wasserbeschaffungsverbandes (WBV) Gehlenbeck sind die Städte Lübbecke und Espelkamp. Der Verband wurde nach der Gebietsreform im Jahr 1973 gegründet. Beide Städte verfügen darüber hinaus über eigene Wasserrechte. Der ergänzende Bezug vom WBV Gehlenbeck dient der Absicherung einer quantitativ gleichbleibenden Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser. Das Wasserrecht umfasst die Förderung aus der Quellfassung Gehlenbeck und den vier Brunnen des Wasserwerks Masch.

Bereits im Jahr 1954 wurde der Brunnen I als Versuchsbrunnen eingerichtet. Es folgte 1959 der Brunnen II. Seit dieser Zeit wird das Verbandsgebiet, in Verbindung mit der Quellfassung Gehlenbeck (Inbetriebnahme nicht bekannt), aus diesen beiden Brunnen versorgt. Der Bedarf stieg: 1987 wurden die Brunnen III und IV errichtet. Für die Brunnen I und II wurden in den vergangenen Jahren jeweils Ersatzbrunnen in unmittelbarer Nähe gebaut.

Sehr gute Qualität

Trinkwasser ist eines der am besten kontrollierten Lebensmittel in Deutschland. Eine Aufbereitung im Haushalt ist meist überflüssig. Die Qualität des Trinkwassers aus Gehlenbeck ist sehr gut. Wegen erhöhter Eisen- und Manganwerte wird das Rohwasser mittels Filterung und Belüftung aufbereitet, bevor es in das Leitungsnetz eingespeist wird. Der Zusatz von Aufbereitungsstoffen ist nicht erforderlich.

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