DRK-Experte stellt im Seniorenbeirat eine mobile Lösung und Schlüsseltresore vor Neues von Notrufsystemen

Lübbecke (fn). Ein Hausnotrufsystem ist eine wertvolle Hilfe für ältere Menschen, um möglichst lange in den eigenen vier Wänden bleiben zu können. Rund um diesen Knopf, der um Handgelenkt oder Hals getragen wird, gibt es inzwischen neue Entwicklungen wie Notrufhandys und Schlüsseltresore. Christian Klöpper aus Petershagen hat darüber im jüngsten Lübbecker Seniorenbeirat referiert.

Senioren können sich mit einem Hausnotruf sicher fühlen. Die Zentrale schickt im Notfall Hilfe.
Senioren können sich mit einem Hausnotruf sicher fühlen. Die Zentrale schickt im Notfall Hilfe. Foto: obs/Initiative Hausnotruf

Christian Klöpper ist einer von zwei Hausnotruf-Spezialisten des DRK-Ortsvereins Lahde. Dieser Ortsverein koordiniert den Hausnotrufdienst des Roten Kreuzes für den ganzen Kreis Minden-Lübbecke. »Im Normalfall geht man zum Telefon, um Hilfe zu holen. Doch was ist, wenn das Gerät nicht erreichbar ist oder man die Nummer nicht mehr wählen kann?«, formulierte Klöpper die Frage, auf die Hausnotrufsysteme die Antwort darstellen.

Christian Köpper ist Experte für Hausnotrufsysteme. Foto: Friederike Niemeyer

Ansprechpartner nach 30 Sekunden

Ein entsprechendes Gerät kann in jeder Wohnung installiert werden. Der dazugehörige Funkfinger in der Größe einer Herrenarmbanduhr wird am Körper getragen. In Notfällen wird einfach ein Knopf gedrückt, und das System stellt automatisch über Telefon eine Verbindung zu Hausnotrufzentrale her. »Nach 20 bis 30 Sekunden meldet sich ein Mitarbeiter«, sagt Christian Klöpper und löst für die Mitglieder des Seniorenbeirats einen Probe-Notruf aus, der dies bestätigt.

Der Mitarbeiter am anderen Ende der Leitung fragt, was passiert ist, und ruft die hinterlegten Kontaktpersonen an, also Familienangehörige oder Nachbarn. Gegebenenfalls wird auch ein Rettungseinsatz vor Ort ausgelöst. Die DRK-Notrufzentral selbst sitzt in Springe bei Hannover.

Neuheit Schlüsseltresore

Doch ist zu der Zeit, in der Hilfe gebraucht wird, auch eine Kontaktperson greifbar, die einen Schlüssel für die Haus- und Wohnungstür für die Helfer dabei hat? Inzwischen sei es deshalb üblich, Schlüsseltresore am Haus anzubringen, deren Standort in der Notrufzentrale hinterlegt ist – genauso wie die Pinnummer, mit der sich der Tresor öffnen lässt. So kommen Rettungskräfte schnell an die Wohnungsschlüssel und müssen keine Türen aufbrechen.

Die Mitglieder des Seniorenbeirats hatten dazu diverse Fragen. Christian Klöpper antwortete, dass eine Kontaktperson alarmiert wird, wenn der Notrufer selbst nicht sprechen kann. Das System funktioniere auch dann, wenn der Strom ausfällt. Es kostet etwa 25 Euro im Monat.

Notruf auch mobil möglich

Von vielen werde es als Manko erlebt, dass der Hausnotrufknopf nur bis zu 30 Meter vom Endgerät weg funktioniere. Wer einen größeren Garten hat oder spazieren gehe, könne ihn nicht mehr nutzen. Deshalb, so berichtete Christian Klöpper, gebe es nun auch ein Mobilrufgerät in der Größe eines Handys, das über das Handynetz laufe. Wer Hilfe brauche, werde damit per GPS geortet.

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