Buch »Uwe geht durchs Dorf« aus Gehlenbeck bringt große Spendensumme ein Schwarzes Schaf beschert Hospiz 4300 Euro

Gehlenbeck/Lübbecke (mama). Was im Sommer als Gag begann, entwickelte sich schlagartig zu einer unerwarteten Erfolgsgeschichte: Nachdem er von Uwe Aussieker von der Lübbecker Recyclingfirma zufällig im Müll gefunden und schwarz lackiert worden war, ist Uwe das Schaf in Gehlenbeck zum Star avanciert und hat binnen weniger Monate so etwas wie Kultstatus erreicht:

Hospizleiterin Antje Rohlfing (2. von links) und Sabine Wüppenhorst („Hospiz macht Schule“) freuten sich über eine Spende in Höhe von 4300 Euro. Diese wurde übergeben von Buchautor Gerhard Terstegge (links), Dominik Stuwe von der Bäckerei Oltersdorf, Melanie Wittemeyer von der Gärtnerei Wittemeyer – und natürlich Uwe dem Schaf.
Hospizleiterin Antje Rohlfing (2. von links) und Sabine Wüppenhorst („Hospiz macht Schule“) freuten sich über eine Spende in Höhe von 4300 Euro. Diese wurde übergeben von Buchautor Gerhard Terstegge (links), Dominik Stuwe von der Bäckerei Oltersdorf, Melanie Wittemeyer von der Gärtnerei Wittemeyer – und natürlich Uwe dem Schaf. Foto: Mareile Mattlage

Uwe ist nicht nur Bewohner der Wiese vor der Gärtnerei Wittemeyer. Inzwischen ist er die Hauptfigur des Kinderbuches »Uwe geht durchs Dorf« von Hobby-Autor Gerhard Terstegge und hat mehr als 600 Follower auf Facebook. Sogar bei einem Gottesdienst ist Uwe, das Schaf, schon dabei gewesen.

Popularität für guten Zweck genutzt

Uwes Popularität wollten die Gehlenbecker nutzen – und zwar für einen guten Zweck. Erstaunliche 4300 Euro sind allein durch den Verkauf von etwa 400 Büchern sowie diversen Fan-Artikeln zusammen gekommen und jetzt an das Hospiz veritas in Lübbecke übergeben worden.

»Es passierte einfach alles von selbst«, erklärte Melanie Wittemeyer von der Gärtnerei Wittemeyer. Im Frühsommer hatte sie als Blickfang zwölf bunte Schafe aus Kunstharz auf die Wiese vor der Gärtnerei gestellt, die prompt die Aufmerksamkeit der Leute erregten. Als mit Uwe dann »das schwarze Schaf der Herde« dazu kam, entwickelte sich eine Fangemeinde. Dominik Stuwe von der Bäckerei Oltersdorf legte einen eigenen Facebook-Auftritt für das Plastikschaf an, es wurden Schals und Mützen für die »Tiere« gestrickt und erste »Uwe-Tassen« waren innerhalb eines einzigen Tages ausverkauft.

Uwes Karriere als Werbe-Ikone ist nicht vorbei

Hospizleiterin Antje Rohlfing und Sabine Wüppenhorst (»Hospiz macht Schule«) nahmen den symbolischen Scheck gestern von Gerhard Terstegge, Melanie Wittemeyer und Dominik Stuwe entgegen und zeigten sich von der hohen Summe selbst völlig überrascht.

»Jeder Mensch ist anders und braucht besondere Zuwendung. So lautet unser Motto«, sagte Antje Rohlfing. Die Symbolik der bunten Schafherde habe sie daher so schön und passend gefunden, dass sie im Sommer zur Wiese der Gärtnerei Wittemeyer gefahren war, um ein Foto für die Öffentlichkeitsarbeit zu machen. Inzwischen sind auch im Hospiz einige bunte Plastikschafe zu finden, die über Nacht wie von selbst ihre Standorte wechseln.

Uwes Karriere als Werbe-Ikone ist nach dieser Aktion übrigens keineswegs vorbei. Beim U-15-Juniorinnen Hallenfußballturnier »Girls Snow Cup« am 3. und 4. Februar soll das schwarze Schaf als Maskottchen dienen, es sollen Uwe-Kostüme für Schulen entstehen und noch mehr. Ob eine Fortsetzung des Buches geplant ist, steht noch nicht fest. Sicher ist nur, dass Uwe im Hospiz kürzlich das weiße Schaf »Emma« kennengelernt hat und eines Abends nicht nach Hause kam, wie Autor Gerhard Terstegge berichtete.

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