Förderprojekt im Altkreis: Paten sollen Schüler für Bücher begeistern Wer hilft Kindern beim Lesen?

Lübbecke (WB/wk). Diesen Text lesen zu können, gilt den meisten als Selbstverständlichkeit. Ist es aber nicht. Aus der internationalen Lesestudie »Iglu« geht hervor, dass jedes fünfte Kind der vierten Klasse erhebliche Defizite beim Lesen hat. Um diese Statistik zu verbessern, hat der Präventionsrat Rahden mit Unterstützung des Rotary Clubs Lübbecke jetzt das Projekt »Leseförderung im Altkreis« ins Leben gerufen.

Vor der Stadtschule Lübbecke: Das Projekt »Leseförderung im Altkreis« unterstützen (von links) Andreas Winkelmann (Rotary), Lesepatin Helga Filbert (Rahden), Lehrerin Lara Tillmann (Stadtschule), Lesepatin Frauke Fründ (Gehlenbeck), Lesepatin Sigrid Kuhlmann (Varl), Schulleiterin Silke Gillar (GSV Gehlenbeck-Nettelstedt), Stadtschulleiter Michael Hafner, Heinz-Hermann Grube (Rotary), Lesepatin Natalie Kerski, Lehrerin Almut Pinz (beide Gehlenbeck) und Dr. Wolfgang Adam vom Präventionsrat Rahden.
Vor der Stadtschule Lübbecke: Das Projekt »Leseförderung im Altkreis« unterstützen (von links) Andreas Winkelmann (Rotary), Lesepatin Helga Filbert (Rahden), Lehrerin Lara Tillmann (Stadtschule), Lesepatin Frauke Fründ (Gehlenbeck), Lesepatin Sigrid Kuhlmann (Varl), Schulleiterin Silke Gillar (GSV Gehlenbeck-Nettelstedt), Stadtschulleiter Michael Hafner, Heinz-Hermann Grube (Rotary), Lesepatin Natalie Kerski, Lehrerin Almut Pinz (beide Gehlenbeck) und Dr. Wolfgang Adam vom Präventionsrat Rahden. Foto: Kai Wessel

Dr. Wolfgang Adam (68, Kinderarzt) vom Präventionsrat Rahden und Andreas Winkelmann, Präsident des Rotary Clubs Lübbecke, haben das Projekt gestern in der Lübbecker Stadtschule vorgestellt. Ihnen zur Seite standen Pädagogen und Schulleiter sowie mehrere Lesepaten.

»Unsere Schulen brauchen Hilfe«

Mit Blick auf die viel beachtete Iglu-Studie aus dem Jahr 2016 erklärte Wolfgang Adam, dass er nicht nachvollziehen könne, warum ein Land wie Deutschland im internationalen Vergleich gerade einmal einen Mittelfeldplatz bei der Lesekompetenz von Viertklässlern belegt. »Unsere Schulen brauchen Hilfe«, sagte Adam und ergänzte: »Leseschwächen gibt es auch im Altkreis.«

Lesepaten gesucht

Ziel des Projektes sei es, innerhalb von sechs Monaten drei bis vier ehrenamtliche Lesepaten für die Altkreis-Grundschulen zu gewinnen. »An einigen gibt es noch gar keine«, sagte Adam. Die Lesepaten sollen sich vorwiegend um besonders lernbedürftige Schüler kümmern. Projektpartner sind bislang die Lübbecker Stadtschule, die Grundschulverbünde Süd (Frotheim, Isenstedt, Benkhausen) und Gehlenbeck/Nettelstedt sowie die Grundschulen in Preußisch Oldendorf und Levern.

Förderung mit Konzert-Einnahmen

Finanzielle Unterstützung kommt vom Rotary Club Lübbecke. »Wir stellen die Einnahmen aus dem Solista-Konzert zur Verfügung«, sagte Rotary-Präsident Andreas Winkelmann. Vorgesehen ist, dass jeder Lesepate eine persönliche Auswahl an Material und Literatur gestellt bekommt. Interessierte können sich im Vorfeld für eine Schulung anmelden (siehe Extrakasten). Die Kosten trägt ebenfalls der Rotary Club.

Ehrenamt macht Freude

Dass die Arbeit als Lesepate Freude bereitet, daran ließ Helga Filbert (66) gestern keine Zweifel. Die ehemalige Kinderkrankenschwester ist seit zehn Jahren als Lesepatin an der Grundschule Varl tätig. »Eine Lehrerin hielt es für ausgeschlossen, dass einer ihrer Schüler jemals ein Buch liest. Irgendwann hatte ich den Jungen so weit, dass er sich für Harry Potter begeisterte.« Aus Sicht von Schulleiterin Silke Gillar vom Grundschulverbund Gehlenbeck-Nettelstedt würden Lesepaten der Gesellschaft einen unschätzbaren Dienst leisten, wenn es ihnen gelänge, bei leseschwachen Kindern die Lust auf ein Buch zu wecken.

Schulung in Rahden

Der Präventionsrat Rahden lädt für Samstag, 10. Februar, zu einer kostenlosen Schulung für angehende Lesepaten in der Stadtbibliothek Rahden ein. Beginn ist um 9.30 Uhr, das Ende um 13 Uhr. Anmeldungen sind unter Telefon 05771/6946 (Andrea Meyer) möglich. Auskunft erteilen auch die Grundschulen vor Ort oder der Präventionsrat Rahden unter Telefon 05771/4429.

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