Engagement gegen Kinderarbeit – 35 Mädchen und Jungen sammeln Spenden Sternsinger setzen ein Zeichen

Lübbecke (WB). Der kleine Paul sitzt im katholischen Gemeindehaus am Tisch und isst ein Wurstbrot. Er ist gerade drei Jahre alt geworden und stärkt sich für seine erste Tour mit den Sternsingern. Mit ihm zusammen machten sich gestern noch 34 weitere Kinder auf den Weg, um den Menschen in Lübbecke, Preußisch Oldendorf und Hüllhorst den Segen zu bringen und Spenden zu sammeln.

Von Kathrin Kröger
Pater Subhash aus Indien hat die Sternsinger vor der katholischen St.-Johannes-Baptist-Kirche ausgesendet.
Pater Subhash aus Indien hat die Sternsinger vor der katholischen St.-Johannes-Baptist-Kirche ausgesendet. Foto: Kathrin Kröger

»Gemeinsam gegen Kinderarbeit – in Indien und weltweit« heißt das diesjährige Leitwort der Aktion, die schon zum 60. Mal ausgerichtet wurde. Bevor die Mädchen und Jungen im Alter von drei bis 16 Jahren in ihren Gewändern ausschwärmten, gab es traditionell einen Gottesdienst in der St.-Johannes-Baptist-Kirche in Lübbecke. Er wurde gestaltet von Pater Subhash, der selbst aus Indien kommt.

Er hoffe auf Herzen und Hände, die sich öffneten, sagte der Geistliche, als er im Anschluss vor die Kirche trat. »Mit den Spenden wird das Licht des Glaubens in alle Welt getragen«, lauteten seine Worte vor den schon aufgeregten Sternsingern, die bei Temperaturen um null Grad für ihre Auftritte Jacken über die »königlichen« Kostüme zogen.

75 Haushalte besucht

In neun Gruppen zogen die Kinder los, unterstützt von 20 so genannten Kamelen, ihren jugendlichen und erwachsenen Begleitern. 75 Haushalte und fünf Altenheime galt es zu besuchen. In den Rollen von Caspar, Melchior und Balthasar, den drei Weisen aus dem Morgenland, schrieben die Sternsinger mit gesegneter Kreide die Zeichen »20*C+M+B+18« (»Christus segne dieses Haus«) auf die Haustüren und sangen mehrere Lieder.

Einen Tag zuvor, am Samstag, hatten die jungen Teilnehmer fleißig geprobt. Sie übten die Texte und Melodien ein, probierten die Kostüme an und informierten sich über das Land der aktuellen Aktion. Dazu wurde auch ein Film über Indien gezeigt. »Da ist auf jeden Fall etwas angekommen bei den Kindern«, sagte Susanne Leimbach vom Vorstand des Caritasverbandes Minden, die seit 1998 ehrenamtliche Sternsingerbegleiterin und auch in diesem Jahr wieder den leckeren Sternsingerkuchen gebacken hatte.

Zusammen mit Iris Diekemper und Maria Schumacher, die 1986 die Aktion ins Leben rief, organisiert sie das Dreikönigssingen. Besonders erschüttert habe ihre Schützlinge, dass schon Fünfjährige in Indien Armbänder schweißen. »Und ganz schlimm fanden sie, dass sie aus Kuhfladen Brennmaterial machen müssen.«

Wichtige Aufgabe

Susanne Leimbach erzählte, mit wie viel Ernsthaftigkeit die kleinen Sternsinger an ihre Aufgabe herangehen. »Wir haben einen elfjährigen Jungen dabei, der ein anderes Kind dazu aufforderte, einen Streit mit ihm beizulegen und sich die Hand zu reichen. ›Es ist doch für die Sache‹ hat er gesagt. Und das mit elf Jahren.«

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