Mehr als 600 Zuschauer sehen »Das Dschungelbuch« als Musical in der Stadthalle Wenn die Bühne zum Urwald wird

Lübbecke (WB/cm). Hilfe, die Affen sind los! Die Bühne wird zum Urwald und es wird getanzt, gesungen und gelacht. So ist das, wenn das Theater Liberi mit seinem Dschungelbuch-Musical auf Tournee geht. Und genauso lebendig ist es auch am Samstag in der Stadthalle zugegangen, wo das Theater ein Gastspiel gab.

Dicke Freundschaft: Der Bär Balu (Okan Sen) ist Moglis (Ali Marcel Yildiz) bester Freund.
Dicke Freundschaft: Der Bär Balu (Okan Sen) ist Moglis (Ali Marcel Yildiz) bester Freund. Foto: Cornelia Müller

Vorher war allerdings Stillstand angesagt: Wegen des Garderobenzwangs in der Stadthalle wurde der Eingang ins Foyer zum Nadelöhr. Lange Schlangen bildeten sich vor dem Gebäude, und bis dann mehr als 600 Zuschauer abgefertigt waren und sich der Vorhang heben konnte, hatte sich der Beginn bereits eine Viertelstunde verzögert.

Aber das war nicht der Hauptgrund, warum die meistgestellte Frage an diesem Nachmittag lautete: »Mama, Papa, fangen die jetzt bald endlich an?« Die Kinder freuten sich einfach riesig darauf, ihre Helden als »echte Menschen« auf der Bühne zu sehen: Mogli, das Menschenkind, das unter Wölfen aufwächst, und seine besten Freunde Balu und Baghira, den Tiger Shir Khan und natürlich Kaa, die Schlange mit dem hypnotischen Blick. Denn wer kennt »Das Dschungelbuch« nicht – vor allem in der legendären Disney-Zeichentrick-Version mit ihren tollen Songs?

Eigene Lieder mitgebracht

»Probier’s mal mit Gemütlichkeit« und »Ich wär’ so gern wie du« waren in der Liberi-Fassung allerdings nicht zu hören. Das Theater kam mit eigenen Liedern, die vielleicht nicht ganz so eingängig waren, aber trotzdem flott und kindgerecht.

Und was den Inhalt anging, lagen sie sowieso ganz auf der Linie ihrer Vorbilder. Denn in »Dschungelbuch – Das Musical« durfte Balu der Bär genauso lustig-gemütlich sein wie sein gezeichnetes Vorbild, Mogli genauso vorlaut und Shir Khan genauso fies (sogar – dank Bühnennebel und geschickter Beleuchtung – noch ein bisschen fieser). Nur auf den Elefanten Colonel Hathi mit seiner Dschungelpatrouille mussten die Zuschauer verzichten.

Sieben Darsteller teilten sich alle Rollen, waren mal Affenbande, mal Wolfsrudel, mal Geier, mal Schlange. Aber um einen Charakter zu zeichnen, reicht ja das passende Kostüm allein nicht aus. Deshalb verliehen die Darsteller mit entsprechenden Bewegungen und Körperhaltungen ihrer Figur Kontur: Während die Affen mit Geschrei über die Bühne tobten, schlich Sarah Kornfeld als Baghira katzenhaft-elegant durch den Dschungel. Die Zuschauer hatten ihren Spaß daran.

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