Sternsingeraktion in Lübbecke – Vorbereitung im Alten Amtsgericht Kinder geben Segen weiter

Lübbecke/Preußisch Oldendorf (WB). Für die 18-jährige Suzanne Owiti ist es dieses Mal ein besonderes Dreikönigssingen: Am Beispiel ihres Heimatlandes Kenia lernen die Sternsinger, dass mit dem Spendenerlös Kindern in vom Klimawandel bedrohten Regionen weltweit geholfen wird. Am Sonntag sind 30 Sternsinger ausgesendet worden.

Von Friederike Niemeyer
Pater Ullattil Subhash, Messdiener und Sternsinger: Nach der Messe wurden die knapp 30 Sternsinger vor der Kirche ausgesendet, um den traditionellen Segen in die Häuser in Lübbecke und Preußisch Oldendorf zu bringen.
Pater Ullattil Subhash, Messdiener und Sternsinger: Nach der Messe wurden die knapp 30 Sternsinger vor der Kirche ausgesendet, um den traditionellen Segen in die Häuser in Lübbecke und Preußisch Oldendorf zu bringen. Foto: Niemeyer

Nach dem Festgottesdienst in der katholischen Kirche St. Johannes Baptist segnete Pater Ullattil Subhash die 30 Kinder aus Lübbecke und Preußisch Oldendorf. Er bat Gott um Hilfe, »dass die Botschaft von Weihnachten in die Herzen der Menschen gelangt«. Messdienerin Paulina brachte dann den ersten Segensspruch »Christus Mansionem Benedicat (Christus segne dieses Haus) für 2017 am Kirchenportal an, bevor sie sich umzog, um ebenfalls mit von Haus zu Haus zu ziehen.

Mehr als 1500 Hilfsprojekte weltweit

Messdienerin und Sternsingerin Paulina schreibt die traditionellen Segensbuchstaben an die Kirchentür. Foto: Niemeyer

80 Haushalte haben sich in diesem Jahr zu der Aktion angemeldet. Außerdem besuchen die Sternsinger auch vier Altenheime und das Hospiz. Die dabei eingesammelten Spenden gehen an mehr als 1500 Hilfsprojekte weltweit. Das Leitwort »Gemeinsam für Gottes Schöpfung in Kenia und weltweit« soll darauf aufmerksam machen, wie wichtig der sorgsame Umgang mit den Ressourcen dieser Welt gerade angesichts des Klimawandels ist.

Susanne Leimbach, die die Lübbecker Sternsingeraktion gemeinsam mit Maria Schumacher und Iris Diekemper organisiert, freut sich über drei syrische Flüchtlingskinder und etliche Kinder aus evangelischen Familien, die mitmachen: »Seit vielen Jahren schon ist aus der ursprünglich katholischen Aktion in Lübbecke eine hervorragende ökumenische Hilfsaktion geworden.«

Wieder mehr Kleider-Spenden

Weil der Gemeinde derzeit kein Gemeindehaus zur Verfügung steht, fanden die Vorbereitungen am Samstagvormittag im Alten Amtsgericht statt. »Es musste mehr improvisiert werden«, sagte Susanne Leimbach. Während ein Teil der Kinder und Jugendlichen Kostüme probierten und Lieder und Texte einübten, informierten sich andere über die Aktion. »Ich konnte den anderen auf der Karte zeigen, wo meine Heimat liegt«, berichtet Suzanne Owiti, die seit drei Jahren in Lübbecke lebt. Und dann hat sie ihnen auch noch ihre Nationalhymne auf Englisch und in ihrer Muttersprache vorgesungen.

Susanne Leimbach freut sich besonders darüber, dass es wieder Kleider-Spenden aus der Gemeinde für den Kostümfundus der Sternsinger gegeben hat. Und im nächsten Jahr wird einigen Gemeindemitgliedern wohl der ein oder andere Umhang bekannt vorkommen: Der Bühnenvorhang des alten Gemeindesaals wird in den nächsten Monaten vom Sternsingerteam zu Kostümen umgenäht und bleibt der katholischen Gemeinde so erhalten.

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