Kreis muss mittelfristig zwei Sportstätten sanieren Sanierungsbedarf in der Kreissporthalle

Lübbecke(WB). In Minden soll eine neue Multifunktionshalle gebaut werden. Sie soll die marode Kampa-Halle ersetzen. In der Halle sollen auch die Heimspiele von GWD ausgetragen werden. Doch auch bei der Spielstätte des TuS N-Lübbecke – die Kreissporthalle – besteht millionenschwerer Sanierungsbedarf.

Von Christian Busse
Von außen wurde viel Geld in die Kreissporthalle investiert. Innen müssen mittelfristig neue Tribünen her
Von außen wurde viel Geld in die Kreissporthalle investiert. Innen müssen mittelfristig neue Tribünen her Foto: Christian Busse

Eröffnet wurde die Halle im Jahr 1980. Nach und nach wurde sie erweitert und modernisiert. So hat beispielsweise die Firma Gauselmann die Halle mit zwei Fan-Lounges aufgewertet. Zudem wurde die Außenhülle saniert – samt großflächiger Photovoltaikanlage. Doch im Inneren besteht durchaus weiterer Sanierungsbedarf.

Größtes Manko ist, dass sich hinter den beiden Toren keine Tribünen befinden. Diese Anforderung an die Hallen formulieren immer wieder die Fernsehsender. Sport 1 überträgt ein bis zwei Handballspiele pro Spieltag. Auch Sky soll nach dem Erfolg bei der Handball-EM Interesse an den Übertragungsrechten angemeldet haben. Die TV-Sender wollen aber auf Jubelbilder hinter den Toren nicht verzichten. Aus diesem Grund soll es beim Deutschen Handballbund HBL bereits Pläne geben, Spielstätten mit Tribünen an allen Spielfeldseiten zur Lizenzbedingung zu erklären. Für die Lübbecker Halle würde dies grob geschätzt einen Investitionsbedarf von zehn Millionen Euro bedeuten.

Nach Angaben des HBL-Pressesprecher Oliver Lücke gibt es derzeit »kurzfristig keine konkreten Pläne«, vier Tribünen als Auflage zu machen. »Aus unserer Sicht ist es aber wünschenswert, wenn alle Bundesligisten moderne Spielstätten haben. Und dazu gehören aus unserer Sicht auch zwingend vier Tribünen«, so Lücke. Als Beispiel nannte der Pressesprecher das letzte aus Lübbecke übertragene Handballspiel am Finaltag gegen die Rhein-Neckar Löwen: »Eine Stunde auf eine Wand hinter einem Tor zu schauen, ist für Fernsehzuschauer nicht das schönste Bild.«

Armin Gauselmann, Sprecher des Wirtschaftsbeirates beim TuS N-Lübbecke hofft, dass es eine solche Lizenzbedingung für die Erste Liga so schnell nicht geben wird. »Sollte sich das doch bewahrheiten, dann hat sich für Lübbecke Erstliga-Handball erledigt: Ich sehe derzeit niemanden, der einen zweistelligen Millionenbetrag in die Halle steckt. Erst recht nicht, wenn sich der Kreis an einer neuen Mulitfunktionshalle in Minden beteiligt«, sagt Gauselmann auf Anfrage. Gauselmann fordert vom Kreis die Gleichbehandlung der beiden Bundesligastandorte.

Der Plan für Minden

In Minden soll eine Multifunktionshalle für Sport, Konzerte, Events und Messen entstehen. Platz für bis zu 5500 Menschen soll die Halle bieten. Damit will man eine Alleinstellungsmerkmal im Umkreis von 50 Kilometern schaffen. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 100 Veranstaltungen pro Jahr möglich sind. Auch GWD soll die Halle als Austragungsort der Heimspiele nutzen. Eine Machbarkeitsstudie hat Investitionskosten von 22,6 Millionen Euro ermittelt. Der Betrag soll zwischen der Stadt Minden, dem Kreis Minden-Lübbecke und der Wirtschaft aufgeteilt werden. Es soll bereits Interessenten für ein Namenssponsoring geben. Bei einer Abschreibungszeit von 40 Jahren, ergibt sich ein Zuschussbedarf von maximal 1,254 Millionen Euro jährlich.

Lesen Sie mehr am Dienstag, 12. Juli, im WESTFALEN-BLATT, Lokalteil Lübbecke.

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