Ein Lübbecker wird verdächtigt, im November 2015 zwei Menschen mit dem Messer verletzt zu haben Angeklagter fühlt sich unschuldig

Lübbecke/Bielefeld (WB/uko). Wegen versuchten Totschlags muss sich seit Montag der 33-jährige Lübbecker Stefan K. vor dem Schwurgericht des Landgerichts Bielefeld verantworten. Der Mann betonte in seiner ersten Aussage, er fühle sich unschuldig. Er habe niemanden mit einem Messer bedroht. Dabei wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor, einen 26-jährigen Mann und ein 30-jähriges Opfer mit Messerstichen zum Teil schwer verletzt zu haben.

An der Franz-Welschof-Straße soll der Angeklagte einen Mann lebensbedrohlich verletzt haben.
An der Franz-Welschof-Straße soll der Angeklagte einen Mann lebensbedrohlich verletzt haben.

Der Angeklagte hatte mit Freunden in seiner Wohnung Alkohol getrunken, als er am Abend des 16. November 2015 am Hinterausgang eines Lebensmittelmarktes in Lübbecke auf den 26-jährigen Bekannten traf, mit dem er zuvor schon einen Streit gehabt hatte. Als der Mann ihn gegen 20 Uhr mit »Hallo« begrüßte, soll, so die Anklage, Stefan K. sofort ein Klappmesser aus der Tasche gezogen und einmal auf den 26-Jährigen eingestochen haben. Das Opfer erlitt eine Stichverletzung am Gesäß. Der Mann konnte mit der blutenden Wunde fliehen.

Minuten später sei er dann in der Nähe eines Sportgeschäftes an der Franz-Welschof-Straße auf einen 30-jährigen Mann getroffen sein, mit dem er Wochen zuvor ebenfalls einen handfesten Streit ausgetragen hatte. Stefan K. gab gestern die folgende Auseinandersetzung zu. Der Mann habe gedroht, seinen Hund »abschlachten« zu wollen. Allerdings habe er sich mit diesem Mann dann nur geprügelt, nachdem ihn der hinterrücks angegriffen habe. Er sei später auf Anraten seiner Freundin zur Polizei gegangen. Dort habe man ihn festgenommen und darüber informiert, dass der 30-Jährige nach Stichverletzungen notoperiert werden musste.

Wunde quer durchs Gesicht

Nach der Anklage, die wiederum auf den Aussagen von Zeugen basiert, soll Stefan K. auch in diesem Fall sein Klappmesser mit einer etwa zehn Zentimeter langen Klinge gezogen haben und seinem Kontrahenten quer durch das Gesicht geschnitten haben. Der Mann erlitt eine Schnittverletzung an Mund und Kinn.

Danach soll der Lübbecker noch viermal auf sein Opfer eingestochen haben. Die Stiche verletzten den Mann an Unterlippe und Kinn, am Ellenbogen und im Brustbereich. Dabei wurde auch die Lunge verletzt. Der Stich verfehlte das Herz nur um drei Zentimeter. Der 30-Jährige musste notoperiert werden, er schwebte in Lebensgefahr. Allerdings konnten die Ärzte sein Leben retten. Eine Blutprobe ergab damals, dass Stefan K. unter dem Einfluss von Amphetaminen gestanden hat.

Angeklagter drogenabhängig

Der 33-Jährige ist in zwei Fällen wegen Raubes und Körperverletzung vorbestraft. Er wurde zuletzt zu 15 Monaten Haft verurteilt. Er berichtete gestern ausführlich, dass er schon seit vielen Jahren drogenabhängig ist. Zu seinem Verhältnis zu seinen Eltern wollte er sich aus persönlichen Gründen nicht äußern.

Der Prozess soll am Donnerstag fortgesetzt werden. Insgesamt ist das Verfahren vor dem Schwurgericht des Bielefelder Landgerichts bis zum 24. Mai terminiert.

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