Investor zieht sich zurück: Kein Hauptmieter für geplantes Deerberg-Projekt gefunden Westertor ist gescheitert

Lübbecke (WB). Kein  Hauptmieter, kein Einkaufszentrum:  Der Traum vom schicken Westertor auf dem Deerberg-Gelände ist geplatzt. Zumindest vorläufig.

Von Friederike Niemeyer
So schön hätte es werden können: Das Westertor sollte zum neuen Frequenzbringer für die Lange Straße werden.
So schön hätte es werden können: Das Westertor sollte zum neuen Frequenzbringer für die Lange Straße werden. Foto: Ten Brinke

Der Investor, die Firma Ten Brinke, hat auch in der zweiten Jahreshälfte keinen Lebensmittelmarkt vertraglich binden können und zieht sich deshalb zurück. Die Verwaltung setzt nun auf eigene Gespräche mit Interessenten im neuen Jahr.

Wer angesichts der betonten Zurückhaltung aller Beteiligten im Vorfeld der Ratssitzung nichts Gutes ahnte, sollte Recht behalten. Gestern Abend gaben Bürgermeister Frank Haberbosch und Baudezernent Ingo Ellerkamp offiziell bekannt, dass die Projektvereinbarung zur Deerberg-Immobilie mit dem niederländischen Investor Ten Brinke am 31. Dezember erfolglos ausläuft. »Ergebnislos will ich nicht sagen, denn wir haben aus dem Prozess Erkenntnisse ziehen können«, sagte Ellerkamp. »Wir stecken den Kopf nicht in den Sand.« Bürgermeister Haberbosch bedauerte, dass das Projekt »mit diesem starken und professionellen Partner trotz des hoffnungsvollen und aussichtsreichen Starts nicht realisiert wird«. Ziel der Stadt bleibe es, für das Deerberghaus eine Lösung zu finden und »die Einzelhandelsfunktion der Stadt Lübbecke nachhaltig zu stärken«. Jetzt gelte es, neue Perspektiven zu entwickeln. Immerhin gebe es weiterhin Interessenten. Die Stadt dürfe eigene Gespräche aber erst im neuen Jahr nach Auslaufen der Projektvereinbarung führen. Dafür erbittet die Verwaltung einen Vertrauensvorschuss.

Konzept im Februar vorgestellt

Die Firma Ten Brinke hatte es – nach etlichen fehlgeschlagenen Versuchen anderer Investoren – Anfang des Jahres geschafft, mit dem Inhaber der Deerberg-Immobilie und der Stadt Einigkeit über ein neues Einkaufszentrum zu erzielen. Im Februar wurde der Öffentlichkeit ein viel versprechendes Konzept vorgestellt , bei dem auch das Parkhaus West mit einbezogen werden sollte. Auf mehreren Ebenen sollten für 25 Millionen Euro etwa 8400 Quadratmeter Verkaufsfläche entstehen. Angelpunkt war dabei ein großer Supermarkt. Außerdem geplant: weitere Geschäfte, ein Parkdeck und Parkplätze auf einem Teil des Busbahnhofs. Eröffnung sollte spätestens 2018 sein. Die ursprünglich bis Mitte des Jahres befristete Projektvereinbarung der Stadt mit Ten Brinke wurde bis Ende des Jahres verlängert. Schon damals gab es Probleme, mit den Interessenten zu konkreten Vereinbarungen zu kommen. Im Herbst wurde dann die Absage der Edeka-Gruppe bekannt. Als Grund wurde die Gebäudeform genannt.

Am 9. Dezember informierte Ten Brinke die Stadt, dass trotz intensiven Bemühens über zweieinhalb Jahre kein »tragfähiges Mieterkonzept« vorgelegt werden könne. Weil kein Lebensmittelmarkt als Ankermieter gefunden wurde, sei das Projekt nicht mehr wirtschaftlich. Auch alle anderen Mietinteressenten seien auf einen Supermarkt als Frequenzbringer angewiesen. Die Firma zieht sich entsprechend zurück. Über die vertraglichen Konsequenzen wollte der Rat gestern noch in nichtöffentlicher Sitzung sprechen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.