Konkreter Standort noch nicht bekannt – Land sucht nach geeigneten Flächen – Anfrage in Lübbecke Weitere Zeltstadt für 1000 Flüchtlinge in OWL

Detmold/Lübbecke/Bielefeld (WB). In Ostwestfalen-Lippe soll eine weitere Zeltstadt mit etwa 1000 Plätzen für Flüchtlinge entstehen. Wo genau die Notunterkunft errichtet wird, ist noch nicht bekannt.

Von Christian Busse und Christina Ritzau
In Schloß Holte-Stukenbrock steht die bisher einzige Zeltstadt für Flüchtlinge in OWL.
In Schloß Holte-Stukenbrock steht die bisher einzige Zeltstadt für Flüchtlinge in OWL. Foto: Christian Althoff

Es gehe vor allem darum, den Ausbau von Landesunterkünften schnell voranzutreiben und »großformatige Kapazitäten« zu schaffen, erklärte Anja Hegener, Sprecherin der Bezirksregierung Detmold: »Das Innenministerium hat deshalb alle Bezirksregierungen in NRW aufgefordert, weitere geeignete Stand­orte zu suchen.«

Landesweite Standortsuche

Es gehe vor allem darum, den Ausbau von Landesunterkünften schnell voranzutreiben und »großformatige Kapazitäten« zu schaffen, erklärte Anja Hegener, Sprecherin der Bezirksregierung Detmold: »Das Innenministerium hat deshalb alle Bezirksregierungen in NRW aufgefordert, weitere geeignete Stand­orte zu suchen.«

»Es wird eine Zeltstadt in OWL geben«, sagte Hegener dieser Zeitung am Donnerstag auf Nachfrage. »Wir prüfen im Moment die vorgesehenen Flächen für eine mobile Unterkunft.« Ergebnisse gebe es noch nicht. Im Gespräch sei »eine Handvoll« möglicher Standorte. Konkreteres verriet die Bezirksregierung nicht.

Blasheimer Markt: Lübbeckes Bürgermeister dagegen

Ein angefragter Ort wurde dennoch bekannt. Die Regierung hatte das Gelände des Blasheimer Marktes in Lübbecke ins Auge gefasst, wo jedes Jahr Anfang September 300.000 Besucher ein Volksfest feiern. Ein offizielles Amtshilfeersuchen gab es noch nicht .

Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl hat telefonisch bei der Stadt Lübbecke angefragt, wie die Bezirksregierung Detmold bestätigte. Dieser »Arbeitskontakt« sollte der Entscheidungsfindung dienen. Wegen der Größe und der bereits vorhandenen Infrastruktur sei das Areal in Blasheim geeignet.

Das Gelände des Blasheimer Markts in Lübbecke. Foto: Christian Busse

Bei Lübbeckes Bürgermeister Eckhard Witte (CDU) stieß die Idee auf wenig Begeisterung. Notfalls wolle er juristisch gegen eine Errichtung der Zeltstädte vorgehen, sagte er dieser Zeitung. Erst vor wenigen Wochen hatte die Stadt eine auslaufende Realschule mit 150 Schülern räumen lassen, um dort Raum für Flüchtlinge zu schaffen .

Die meisten Kommunen in der Region verneinten am Donnerstag, dass es eine Anfrage seitens der Bezirksregierung gegeben habe. Nicht so Porta Westfalicas Bürgermeister Bernd Hedtmann. »Das will ich weder bestätigen noch dementieren«, sagte er. In dieser Jahreszeit eine Zeltstadt für Flüchtlinge zu planen, zeige, »in welcher Situation wir stecken«. Hedtmann: »Ein beheiztes Zelt ist immer noch besser als gar keine Unterkunft.«

Zeltstadt in Schloß Holte-Stukenbrock errichtet

In Paderborn, wo vor einem Monat eine Zeltstadtlösung vorgeschlagen wurde, hat man diese Idee wieder verworfen. Stattdessen sollen insgesamt 500 Flüchtlinge in eine ehemalige Schule und eine leerstehende Halle einquartiert werden .

Die derzeit einzige Zeltstadt in OWL auf dem Gelände der Polizeischule in Schloß Holte-Stukenbrock hat 1000 Plätze . Insgesamt bieten die 22 Notunterkünfte in der Region Platz für 6500 Flüchtlinge.